Phosphor P

Phosphor ist ein chemisches, nichtmetallisches Element mit dem Symbol P. Der Name leitet sich vom griechischen „Phosphoros“ (Lichtbringer) ab und bezieht sich auf das Leuchten des weißen Phosphors, sobald es zu einer Reaktion mit Sauerstoff kommt. Phosphor ist ein essentieller Mineralstoff (Mengenelement) und muss dem Organismus mit der Nahrung zugeführt werden. Im menschlichen Körper ist Phosphor in Form von Phosphat hauptsächlich in Knochen und Zähnen eingelagert. Phosphor ist für den Aufbau und die Funktionen des gesamten Organismus mitverantwortlich.

Entdeckt wurde Phosphor im Jahre 1669 von dem Hamburger Alchemist Hennig Brand. Bei der Destillation menschlichen Urins stieß er beim Glühen der Urin- Rückstände auf den im Dunkeln leuchtenden, hochentzündlichen und vor allem hochgiftigen, weißen Phosphor.

Phosphor-Bedarf

Der Phosphorbedarf richtet sich nach der Calciumaufnahme. Wichtig ist, dass beide Mineralstoffe möglichst in gleicher Menge aufgenommen werden. Tierische Lebensmittel enthalten sehr viel mehr Calcium als Phosphor (ausgenommen sind Milch und Milchprodukte). Wer sich also überwiegend mit tierischen Lebensmitteln ernährt verursacht in seinem Organismus ein Ungleichgewicht zwischen beiden Mineralstoffen. Mit einer ausgewogenen Kost, die auch viel Obst und Gemüse enthält, kann das Verhältnis beider Substanzen besser eingehalten werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt und empfiehlt Personen zwischen 15 und 19 Jahren eine Tagesmenge von 1250 mg Phosphor. Ab dem 19ten Lebensjahr sollten es ca. 700 mg Phosphor täglich sein. Schwangeren werden 800 mg und Stillenden 900 mg Phosphor am Tag empfohlen.

Wie wirkt Phosphor?

In Organismen kommt Phosphor in Form von Phosphat vor und ist Bestandteil der DNA aller Lebewesen. Es spielt bei der Weitergabe der genetischen Erbinformation eine wichtige Rolle und ist am gesamten Energiestoffwechsel beteiligt. Phosphor unterstützt den Säure- Basenhaushalt und hält den pH- Wert des Blutes konstant. Gemeinsam mit Calcium sorgt Phosphor für kräftige Knochen und Zähne, unterstützt Muskeln, den Aufbau von Zellwänden und ist unverzichtbar für die Nerven- und Gehirnsubstanz.

Phosphor-Lieferanten

Phosphor kommt in fast allen Lebensmitteln vor. Die Lebensmittelindustrie verwendet Phosphor in Form von Polyphosphat als Zusatzstoff für Nahrungsmittel. So wird Phosphat z.B. Wasser, Schmelzkäse, Brühwürstchen, und Colagetränken (Phosphorsäure) zugefügt.

Ausgezeichnete Phosphor-Lieferanten sind Eigelb, Milch und Milchprodukte, Fleisch und Fisch, Nüsse, Hülsen- und Trockenfrüchte. Auch in kakaohaltigen Nahrungsmittel, Bierhefe, Weizenkeime und Haferflocken ist viel Phosphor enthalten. Der Phosphoranteil in Obst und Gemüse ist etwas geringer.

Unterversorgung und Überversorgung

Da in fast allen Lebensmitteln Phosphor enthalten ist, kommt bei einer ausgewogenen Ernährung eine Unterversorgung (Hypophosphatämie) selten vor. Ein Mangel kann allerdings durch Störungen der Nierenfunktion, Alkoholismus, durch lang anhaltenden Durchfall oder durch Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) verursacht werden. Ein Phosphormangel führt bei Kindern zu Wachstumsverzögerungen, einer schlechten Zahn und Knochenentwicklung oder Rachitis. Es kommt zu Gewichtsverlust und häufiger Müdigkeit. Ein Phosphormangel bleibt oft lange Zeit unentdeckt, da der Organismus den in den Knochen gespeicherten Phosphor kontinuierlich abbaut. Wird über die Nahrung zu viel Calcium und zu wenig Phosphor aufgenommen, können sich Nierensteine bilden.

Eine Überversorgung (Hyperphosphatämie) mit Phosphor kann die Aufnahme anderer Mineralstoffe und Spurenelemente hemmen. Sehr häufig ist die Calciumaufnahme betroffen. Ist der Calciumstoffwechsel durch einen zu hohen Phospatgehalt gestört, wird der Knochenaufbau in Mitleidenschaft gezogen. Eine zu hohe Phosphoraufnahme kann eventuell zu Durchfall führen. Bei einem gesunden Menschen wird überschüssiger Phosphor über den Stuhl, den Urin und in geringer Menge auch über den Schweiß ausgeschieden. Zu erhöhten Phospatmengen im Organismus kann es aufgrund von Erkrankungen wie z.B. Nierenfunktionsstörungen, Nierenschädigungen oder einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen kommen.


Quellen und Weiterführendes

www.lawa.lu.ch: Lebensnotwendig, hochgiftig, vielseiteig: Das Element Phosphor - Zur Quelle.

Periodensystem: Phosphor - Zur Quelle.

www.gesund-durch-essen.ch - Phosphor in der Ernährung - Zur Quelle.