Honigmelone

Die Honigmelone war die erste Zuckermelonenart, die bei uns in den Handel kam, und ist auch heute noch neben der Wassermelone die beliebteste Melonenart. Man nennt sie auch Gelbe Kanarische, Gelbe Honigmelone, Amarillo oder Tendral Amarillo.

Honigmelone

Geschichte und Herkunft

Wie alle Zuckermelonen stammt die Honigmelone von der Gurke ab. Sie stammt vermutlich aus dem tropischen Westafrika. Archäologen wiesen nach, dass bereits vor über 4000 Jahren im alten Ägypten und im damaligen Persien die ersten Kulturen existierten. Vom mittleren Osten verbreiteten sich die Honigmelonen bis nach Asien; im 16. Jahrhundert gelangte sie durch spanische Seefahrer auch nach Amerika.

Unsere heutige Honigmelone stammt von Züchtungen ab, die in Frankreich und Algerien angebaut wurden. Heute wird sie in Europa vorrangig in Spanien, Griechenland und Italien angebaut. Insgesamt stammt der überwiegende Teil der weltweit produzierten Melonen aus Asien, hier vor allem aus China.

Aussehen und Geschmack

Die Honigmelone zeichnet sich durch eine runde bis ovale Form, gelblichgrünes oder weißes Fruchtfleisch mit weißlichen Kernen in der Mitte der Frucht und eine gelbliche, gerippte und leicht warzige Schale. Die Früchte erreichen eine Größe zwischen 15 und 30cm Länge.

Das Fruchtfleisch von Honigmelonen schmeckt saftig, leicht süßlich, nicht sehr intensiv und erinnert an Honig.

Inhaltsstoffe

Honigmelonen enthalten wie alle Zuckermlonen deutlich mehr Kalorien als Wassermelonen. Hervorzuheben ist vor allem der hohe Gehalt an Vitamin C und Provitamin A. Außerdem enthält das Fruchtfleisch die Mineralstoffe Kalium, Kalzium, Eisen und Natrium.

Anbau und Ernte

Melonen sind ganzjährig verfügbar. Die Hauptanbauzeit fällt in die Zeit zwischen Juni und September. In Deutschland werden Melonen vor allem in der Pfalz und im südlichen Rheintal angebaut.

Honigmelone in der Küche

In unseren Breitengraden wird die Honigmelone vorwiegend für  Dessert oder Snack verwendet. In den südlichen Ländern hingegen vermischt man sie gern mit pikanten Zutaten und serviert sie als Vor-oder Nachspeise.

Bei der Verarbeitung von Honigmelonen sollte darauf geachtet werden nur vollreife und möglichst vorher gekühlte Früchte zu verwenden. Die Frucht wird in der Mitte auseinandergeschnitten und mit einem Löffel von den Kernen befreit.

Die klassische Verwendung der Melone ist der Obstsalat oder der pure rohe Genuss. Joghurts und Speiseeis lässt sich gut mit Honigmelone aromatisieren; püriert schmeckt sie in Milchshakes oder Sorbets. Auch zu leichten Sommersüppchen passt die Honigmelone hervorragend, zum Beispiel zusammen mit Wassermelone, Wein und Estragon.

Honigmelone stellt außerdem einen guten Kontrast zu dünn geschnittenem rotem Schinken, Krabben- oder Geflügelsalat oder einem Glas süßem Wein dar. Etwas weniger bekannt aber dennoch genauso schmackhaft ist ein Chutney aus Mangos und Honigmelonen, das mit Knoblauch und Ingwer gewürzt und etwas Cayennepfeffer verfeinert wird.

Als erfrischendes Sommergetränk bietet sich eine Melonenbowle mit Weißwein, Cointreau und Salbei an. Die Honigmelone wird hierfür in Kugeln geschnitten und mit der Flüssigkeit begossen. Lässt man das Ganze mit einigen Blättern Fruchtsalbei ziehen und gießt anschließend Sekt dazu, erhält man ein frisches Mixgetränk.

Einkauf und Lagerung

Honigmelonen werden in zwei Klassen eingeteilt: Klasse eins enthält Früchte, die nur sehr geringe Form-, Schalen- und Farbabweichungen aufweisen dürfen. Melonen der Klasse zwei ist eine größere Abweichung gestattet, solange die Qualitätsmerkmale eingehalten werden. Besonders für Buffets und dekorative Zwecke sollten daher Früchte der Klasse eins bevorzugt werden.

Wegen ihrer Größe und dicken Schale lassen sich Honigmelonen einige Wochen kühl lagern. Man sollte jedoch darauf achten, reife Früchte zu kaufen, da sie kaum nachreifen. Reife Früchte zu erkennen, ist nicht einfach. Sie verfärben sich kaum und lassen ihren Reifegrad nicht am Geruch erkennen. Die Schale der reifen Honigmelonen ist meist glatter und wachsartig und lässt sich leicht eindrücken.

Möchte man die Früchte konservieren, empfiehlt sich das Einlegen mit Zucker, Weißweinessig und Senfpulver. Man erhält so eine köstliche Vorspeise oder Beilage zu Fleischgerichten.

Honigmelone

Quellen

  • Bendel, Lothar: Das große Früchte- und Gemüselexikon. Düsseldorf: Albatros Verlag, 2002.
  • Das große Buch vom Obst : Warenkunde, Küchenpraxis, Rezepte. München: Teubner Edition, 2002.
  • Das große Lexikon der Früchte und Gemüse : Herkunft, Inhaltsstoffe, Zubereitung, Wirkung. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Die kleine Speisekammer : Lebensmittelkunde von A – Z. Bindlach: Gondrom, 1996.
  • Lehari, Gabriele: Exotisches Obst und Gemüse für die Küche. Stuttgart: Ulmer, 2006.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 17.04.2010