Atkins-Diät

In den 70er Jahren entwickelte der amerikanische Arzt Dr. Robert Atkins die nach ihm benannte Diät. Nach seiner Meinung sind die wirklichen Dickmacher kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, wie beispielsweise Brot, Kartoffeln und Nudeln.

Selbst Obst und Gemüse sollen stark eingeschränkt werden. Bei verminderter Kohlenhydratzufuhr gewinnt der Körper zunehmend durch Fettverbrennung seine Energie, daher dürfen Eiweiß- und fettreiche Lebensmittel  uneingeschränkt konsumiert werden und trotzdem verliert der Körper schnell an Gewicht.

Wie funktioniert die Atkins Diät

Diese Diät ist nach drei Stadien gegliedert, d.h. in den ersten 14 Tagen dürfen nicht mehr als 20 Gramm Kohlenhydrate (das wären z.B. 1 ½ Äpfel oder 1 Scheibe Weizenmischbrot) verzehrt werden. Atkins unterscheidet zwischen "verbotenen" und "erlaubten" Lebensmitteln, d.h. kohlenhydratreiche Nahrungsmittel sind sehr eingeschränkt und fettreiche uneingeschränkt erlaubt.

In der ersten Phase dürfen deshalb kaum Brot, Nudeln und bestimmtes Gemüse konsumiert werden. Um den Körper zur Fettverbrennung anzuregen werden diese Lebensmittel durch fettreiche ersetzt.
Nahrungsmittel wie z.B. Huhn, Schinken, Käse und Eier stehen oft auf dem täglichen Speiseplan. Pro Tag werden im Durchschnitt 1500-3500 Kalorien aufgenommen.

Nach der sogenannten Einführungsphase folgt die Gewichtsreduktionsphase, bei der je nach Stoffwechsel die Kohlenhydratmenge auf ungefähr 30 Gramm (z.B. 2 Scheiben Weizentoastbrot)  erhöht werden darf.

In der letzten, der Konsolidierungsphase, sind dann täglich ca. 120 Gramm Kohlenhydrate erlaubt. Zusätzlich soll viel getrunken werden. Alkohol ist ebenfalls erlaubt. Atkins empfiehlt neben dem Diätprogramm körperliche Bewegung und Nahrungsergänzungsmittel, da es durch diese sehr einseitige Ernährung zu einem Vitamin- und Mineralstoffmangel kommen könnte.

Vorteile

Der  einzige Vorteil dieser Diät ist, dass die sogenannten "erlaubten" Lebensmittel uneingeschränkt gegessen werden können, ohne ständig Kalorien zählen zu müssen. Oft wird aber die Energieaufnahme selbst eingeschränkt, da sich mit der Zeit oft ein Wiederwille gegen die vorgeschriebene Kost einstellt.
Mit dieser Methode kann schnell Körpergewicht abgebaut werden (3-4,5 kg pro Woche), aber auf lange Sicht Schadet man mit dieser Diät mehr der Gesundheit, als man ihr Nutzen bringt.

Nachteile

Diese Diät ist nicht zu empfehlen. Sie ist sehr umstritten und wird von den meisten Ernährungsexperten abgelehnt. Dadurch, dass nur einseitige Lebensmittel erlaubt sind begünstigt diese Diät einen Wechsel zwischen den vorgeschriebenen Diätphasen und zügellosem Essverhalten, da sich zwangsläufig ein Heißhunger auf Kohlenhydrate einstellt.

Eine langfristige und sinnvolle Ernährungsumstellung ist mit dieser Kost nicht möglich. Daher wird die langfristig angestrebte Gewichtsreduktion selten erreicht.

Hinzu kommt, dass sich die Stoffwechsellage, bedingt durch die Entstehung von Ketonkörper, negativ ändert und der eines Diabetikers gleich kommt.  Ketonkörper sind Abfallprodukte, die sich im Blut anreichern und zu einer Übersäuerung des Körpers führen können. Sie macht sich wiederum durch säuerlichen Mundgeruch, wie bei einer Alkoholabhängigkeit, bemerkbar.

Außerdem belasten die entstandenen Stoffwechselprodukte die Nieren und können sogar Gichtanfälle auslösen. Blutdruckprobleme und Schwindel sind nicht auszuschließen. Hinzu kommt, dass durch die zu geringen Aufnahmen an frischen Obst und Gemüse, Milch- sowie Vollkornprodukten es zu einem Vitamin- und Mineralstoffmangel kommen kann. Besonders kritisch ist dabei die Aufnahme der B-Vitamine, des Vitamins C, des Eisens und des Kalziums.


Quellen

  • Biesalski, Hans Konrad, und Peter Grimm. Taschenatlas der Ernährung. 4. Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. 50 Diäten im Check. Zur Quelle.
  • O. A. Atkins-Diät - Abnehmen ohne Hunger. Zur Quelle.
  • Schlieper, Cornelia A. 1997. Grundfragen der Ernährung. 13. Aufl. Hamburg: Dr. Felix Büchner Verlag.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 12.10.2008