Diäten nach dem Prinzip des Glykämischen Index

Das Prinzip dieser Diäten ist, dass durch eine Regulierung des Insulinspiegels sich das Körpergewicht reduzieren lässt sowie langfristig gehalten werden kann. Dies geschieht dadurch, dass hauptsächlich Nahrung mit einem niedrigen glykämischen Index aufgenommen wird. Der glykämische Index (GI) beschreibt hierbei die Wirkung eines kohlenhydrathaltigen Nahrungsmittels auf den Blutglucosespiegel.

Er gibt jenen Prozentsatz an (Fläche unter der Blutzuckerkurve), der im Vergleich zum Verzehr der gleichen Kohlenhydratmenge in Form von reiner Glucose (= 100 Prozent) resultiert. (Elmadfa)

Den Wert des glykämischen Index interpretiert man folgendermaßen:

  • Ein GI zwischen 70-100 Prozent gilt als hoch, d.h. ein rascher und hoher Blutzuckeranstieg.
  • Ein GI zwischen 55-70 Prozent gilt als mittelhoch, d.h. ein mäßiger Anstieg des Blutzuckers.
  • Ein GI unter 55 Prozent gilt als niedrig, d.h. flacher und geringer Anstieg des Blutzuckers.

Vollkornprodukte (z.B. Vollkornbrot GI von 50 bis 65) haben einen geringeren glykämischen Index als Weißmehlprodukte (Weißbrot GI von 70). Nicht erhitzte Getreidemahlzeiten haben die niedrigsten Werte aller Getreideprodukte. Hülsenfrüchte (GI von 29) sind kaum Blutzuckerwirksam. (Elmadfa)

Die Einteilung in hoch- und niedrigglykämisch ist jedoch recht ungenau, da die Zubereitungsart eines Lebensmittels und die Kombination einer Mahlzeit den glykämischen Index zusätzlich beeinflussen.

Besser geeignet zur Beurteilung eines Lebensmittels ist die glykämische Last, da bei dieser Größe der glykämische Index mit dem kohlenhydratgehaltes des Nahrungsmittels verrechnet wird. Dies ist das Produkt des GI und der verwertbaren Kohlenhydratmenge (in Gramm) pro Portion eines Lebensmittels, dividiert durch 100. Beispielsweise hat eine rohe Karotte einen glykämischen Index von 71, im Vergleich zu Weißbrot. Jedoch enthalten Mohrrüben nur 4 Prozent Kohlenhydrate, dieses ergibt dann pro Portion eine glykämische Last von 4 (ein nicht relevanter Wert). (Biesalski)

Zu diesem Diättyp zählen unter anderem folgende Diäten:


Quellen

  • Biesalski, Hans Konrad, und Peter Grimm. Taschenatlas der Ernährung. 4. Aufl. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG.
  • Elmadfa, Ibrahim, und Claus Leitzmann. 2004. Ernährung des Menschen. 4. Aufl. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Der Glykämische Index- was ist das? Zur Quelle.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) e. V., Bonn, Ernährungs-Umschau 51 (2004) Heft 3

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 14.11.2008