Heilfasten nach Buchinger

Dr. Otto Buchinger entwickelte diese Art des Heilfastens und gilt somit bis heute als „Vater des Heilfastens“. 1935 erschien sein Standartwerk „Das Heilfasten“, welches heute schon in der 28. Auflage vorliegt. Das durch das sogenannte Heilfasten ausgeschiedene Wasser soll eine Regeneration des Gewebestoffwechsels erzielen. Durch den Verzicht auf Nahrung sollen laut Buchinger die Selbstreinigungskräfte des Körpers angeregt werden. Außerdem soll eine sog. Brücke zwischen Körper und Psyche geschlagen werden, d.h. der Fastende soll durch diese intensive Reinigung seines Körpers zu sich selbst finden. Da bei m Fasten kaum Kalorien aufgenommen werden, versteht es sich von selbst, dass man relativ schnell an Gewicht verlieren wird.

Wie funktioniert Heilfasten nach Buchinger

Das Heilfasten nach Buchinger sollte grundsätzlich stationär erfolgen. Der erste Tag des Fastens beginnt mit dem sog. „Abführtag“, das bedeutet, dass eine Mischung aus Glaubersalz und Wasser getrunken werden muss. Hierfür werden pro Kilogramm Körpergewicht 0,5 g Glaubersalz aufgelöst und wenn gewünscht mit Zitronensaft abgeschmeckt. Daraufhin startet die Fastenkur mit Fastengetränken, wie Kräuter- und Schwarztee mit etwas Honig abgerundet. Zusätzlich sollte mindestens 2,5 Liter Mineralwasser täglich getrunken werden, um den Körper ausreichend mit Mineralien zu versorgen. Mittags steht ein Viertelliter heiße Gemüsebrühe auf dem „Speiseplan“ und abends Frucht- und Gemüsesäfte. Nebenwirkungen, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gliederschwere können in den ersten Fastentagen vereinzelt auftreten und sind laut Buchinger ein Zeichen dafür, dass der Körper sich reinigt und sich Gift sowie Schlacken aus dem Körpergewebe lösen. Die meiste Flüssigkeitszufuhr sollte über den Tag verteil jedoch vor 16.30 Uhr erfolgen, um nächtlich auftretenden Harndrang zu vermeiden. Zusätzlich zum eigentlichen Heilfasten werden dreimal die Woche Leberwickel angelegt sowie Darmeinläufe durchgeführt. Diese Prozedur soll dazu dienen, zusätzlich noch Schlackenstoffe aus dem Körper zu beseitigen sowie eventuell aufkommenden Appetit so klein wie möglich zu halten. Das sogenannte „Fastenbrechen“ sollte spätestens nach vier Wochen erfolgen. Hierfür wird das Fasten mit einem Apfel gebrochen und der eigentliche Nahrungsbeginn sollte langsam mit leicht verdaulichen Lebensmitteln, wie z.B. Obst, erfolgen. Während des Fastens wird eine regelmäßige, leichte körperliche Belastung, die dem Alter und Leistungsvermögen angepasst sein muss, angeraten. Sie kann den Verlauf des Fastens erleichtern.

Vorteile

Heilfasten nach Buchinger sollte höchstens als symbolischer Bruch mit den bisherigen Ernährungsgewohnheiten gesehen und dementsprechend praktiziert werden, d.h. am besten unter ärztlicher Aufsicht sowie stationär.

Nachteile

Das gesundheitliche Risiko des Fastens ist sehr umstritten, und besonders der Eiweißverlust wird völlig unterschiedlich bewertet. Fakt ist aber, dass während des Fastens neben den Fettreserven auch Muskeleiweiß abgebaut wird. Daher sollten höchstens Übergewichtige, wenn überhaupt, länger als 2 bis 3 Wochen fasten, da sie neben den größeren Fettreserven auch größere Eiweißreserven besitzen. Deswegen erscheint ihr Eiweißverlust als weniger problematisch. Häufig auftretende Nebenwirkungen sind beim Fasten Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl. Durch die Stoffwechselumstellung  können auch trockene Haut, Mundgeruch und ein erhöhtes Kälteempfinden auftreten.  Hinzu kommt, dass der Bedarf an essentiellen Nährstoffen während des Fastens nicht gedeckt wird. Außerdem wird der Stoffwechsel des Körpers während des Fastens auf „Sparflamme“ umstellen, d.h. er verbrennt weniger Kalorien und lernt damit auszukommen. Daher ist die Gefahr nach dem Fastenbruch sehr groß, schnell wieder zuzunehmen, da der Körper weiterhin auf Sparflamme laufen wird. Deswegen kann man sagen, dass den hoffnungsvollen Kurzzeiterfolgen stehen unbefriedigte Langzeiterfolge gegenüber. Dies liegt unter anderem daran, dass es für viele schwieriger ist eine falsche Ernährungsweise langfristig umzustellen, als vorübergehend auf Nahrung zu verzichten.


Quellen

  • Elmadfa, Ibrahim, und Claus Leitzmann. 2004. Ernährung des Menschen. 4. Aufl. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Buchinger Bodensee: Dr. Otto Buchinger. Zur Quelle.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 30.09.2009