Montignac-Methode

Der Franzose Michel Montignac war einer der ersten, die das Konzept des glykämischen Index zur Gewichtsreduzierung heranzogen. Mit der Botschaft "Essen und dabei abnehmen" wirbt der Buchautor seiner entwickelten Diät. Er verspricht eine Gewichtsabnahme ohne Hungern zu müssen und bei der auf das Kalorienzählen komplett verzichtet werden kann. Bei dieser sogenannten Montignac-Methode handelt es sich um eine LowGI-Diät, sie basiert also auf demselben Grundsatz wie die GLYX-Diät, und HighProteinDiät. Laut Montignac ist die Auswahl der falschen Nahrungsmittel, sprich die übermäßige Zufuhr " schlechter" Kohlenhydrate, die Hauptursache für Übergewicht, denn die Bauchspeicheldrüse, welche das Hormon Insulin produziert, reagiere bei einem übermäßigen Verzehr von "schlechten Kohlenhydraten" mit einer Funktionsstörung. Dadurch würde die Bildung von Fettzellen im Körper begünstigt. Unter schlechten Kohlenhydraten werden dabei  die mit einem hohen glykämischen Index (>50) verstanden. Montignac empfiehlt einen Speiseplan, welcher neben viel Obst und Gemüse auch viel Fleisch, Wurst, Käse sowie Fisch beinhaltet.

Wie funktioniert die Montignac-Methode

Die Nahrung in seiner Diät sollte sich zu ca. 30 Prozent aus Eiweiß, zu 30 Prozent aus Fett und zu 40 Prozent aus Kohlenhydraten mit einem niedrigen glykämischen Index zusammensetzten. Laut Autor komme es ansonsten zu einem drastischen Blutzuckeranstieg und dementsprechend zu einer starken Insulinantwort. Seine Diät gliedert sich in zwei Phasen:

  • 1. Phase: In diesem Abschnitt der sogenannten Reduktionsphase der Diät gibt es täglich drei Mahlzeiten. Jede von ihnen wird nach dem Kombinationsprinzip Montignacs zusammengestellt. Beispielsweise darf demnach Obst nicht während einer Hauptmahlzeit gegessen werden. Insgesamt sollen am Tag nur ca. 1400 Kalorien aufgenommen werden.
  • 2. Phase: Ziel dieser Phase ist es das erreichte Gewicht zu erhalten. Die sogenannten "schlechten" Kohlenhydrate dürfen nun wieder in Maßen gegessen werden. Bitterschokolade sowie Wein dürfen ebenfalls wieder konsumiert werden. Grundsätzlich dürfen fast alle Obst- bzw. Gemüsesorten, Hülsenfrüchte, Nüsse sowie Käse verzehrt werden. Weiterhin verboten sind Weißmehlprodukte, Honig, Kartoffeln, Mais, Bananen und Melonen. Ein weiterer Grundsatz ist, dass während einer Mahlzeit nur wenig getrunken werden sollte. Zwischendurch hingegen sollte viel Wasser getrunken werden. Auf die Getränke wie Kaffee und Tee sollte wenn möglich gänzlich verzichtet werden. Bewegung und Sport spielen für den Erfolg dieser Diät keine Rolle und sind laut Montignac völlig irrelevant.

Vorteile

Von dieser Diät wird abgeraten.

Nachteile

Die Diät nach der Montignac-Methode stützt sich mehr ausschließlich auf das Konzept des glykämischen Index von Nahrungsmitteln. Dieser Parameter solle allein für eine Reduzierung des Körpergewichtes bzw. Zunahme verantwortlich sein. Diese Auffassung ist wissenschaftlich nicht begründet und falsch. Fest steht, dass man nur dann übergewichtig wird, wenn man dem Körper mehr Kalorien zuführt als man verbraucht. D.h. wer gesund und keine Insulinresistenz aufweist, kann den glykämischen Index  in seiner täglichen Ernährung ruhig vernachlässigen. Wer jedoch seine Mahlzeiten nur nach diesem Konzept (GI) ausrichtet läuft Gefahr sich zu fettreich und somit zu energiereich zu ernähren. Durch eine positive Energiebilanz begünstigt dies Speicherung von "neuem" Fettgewebe.

Ein weiteres Problem in seinem Ernährungskonzept besteht darin, dass hochwertige Lebensmittel wie beispielsweise Kartoffeln oder Bananen nicht verzehrt werden dürfen. Nahrungsmittel sollten nicht nur durch einen einzelnen Parameter in "gut" oder "schlecht" eingeteilt werden, die Beurteilung müsste nach der Gesamtheit der Inhaltstoffe und Wirkungsweisen erfolgen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass die Nährstoffrelation bei dieser Diät unausgewogen ist. Sie enthält zu viel Fett, sehr viel Eiweiß und zu wenig Kohlenhydrate. Auch die fehlende Empfehlung  sportlicher Betätigung in seiner Methode ist negativ zu bewerten. Es kann nicht oft genug darauf hingewiesen werden, dass eine ausreichende Bewegung bzw. Sport zu jeder seriösen Diät dazugehören muss. Aus all diesen Gründen ist die Diät nach Montignac nicht zu empfehlen!

In seinem Buch "Die neue Trendkost"  führt Montignac die sogenannte glykämische Last (GL) ein. Dieser Parameter bewertet ein Nahrungsmittel zusätzlich nach seinem tatsächlichen Kohlenhydratgehalt. Beispielsweise haben Möhren, Kürbis oder selbst Wassermelonen einen hohen glykämischen Index, jedoch eine niedrige glykämische Last, da pro Portion die aufgenommene Menge an Kohlenhydraten relativ gering für jedes der aufgezählten Lebensmittel ist. Sein neu integrierter Aspekt stellt dadurch jedoch sein früheres Konzept in Frage und führt demzufolge im Wiederspruch zu seiner früheren Diätempfehlung.


Quellen

  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Der glykämische Index. Zur Quelle.
  • O. A. Bewertung der Montignac Methode. Zur Quelle.
  • O. A. Die Montignac-Methode. Zur Quelle.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 02.12.2008