Die Null-Diät

Die Null-Diät gehört zu der strengsten Form des Fastens. Bei der Nulldiät handelt es sich um ein totales Fasten, d.h. bei dieser Diät wird überhaupt nichts gegessen. Lediglich zwei bis drei Liter Flüssigkeit in Form von Mineralwasser, Kaffee oder Tee dürfen täglich aufgenommen werden.

Wie funktioniert die Null-Diät

Bei der Null-Diät gibt es keinen Diätplan, da während der Durchführung des Fastens keinerlei feste Nahrung zu sich genommen werden darf. Aus diesem Grund wird in den ersten Tagen ein großes Hungergefühl bestehen. Erst wenn sich das Stoffwechselgeschehen und der Grundumsatz im Körper gesenkt haben wird dieses Gefühl nach und nach verschwinden. Täglich sollten mehrere Liter Flüssigkeit, d.h. zwei bis drei Liter, in Form von Mineralwasser sowie Kräutertee aufgenommen werden. Kaffee darf auch getrunken werden. Die Aufnahme ausreichender Flüssigkeit soll eine bestmögliche Ausscheidung der anfallenden Stoffwechselprodukte gewährleisten. Bei einer längeren Durchführung dieser Diät sollten zusätzlich Vitamine und Mineralstoffe eingenommen werden um einem Vitamin- sowie Mineralstoffmangels des Körpers entgegen zu wirken. Täglich ist mit einer Gewichtsabnahme von ca. 380 bis 450 Gramm zu rechnen. Wichtig ist zu wissen, dass diese starke Gewichtsabnahme jedoch zum großen Teil auf einem Eiweiß- und Wasserverlust beruht.

Vorteile

Mit dieser Form des Fastens kommt es zu einer schnellen Gewichtsabnahme. Wichtig ist, dass die Nulldiät jedoch unter ärztlicher Aufsicht erfolgen sollte. Auch der Zeitraum, über den die Nulldiät durgeführt werden sollte, muss in enger Abstimmung mit dem Arzt erfolgen.

Nachteile

Es handelt sich um eine der extremsten Methoden des Abnehmens. Der Körper baut während des Hungerstoffwechsels hauptsächlich Muskel- bzw. Gewebeeiweiß ab. Erst nach mehrwöchigem totalen Fasten stellt der Stoffwechsel auf Fettverbrennung um. Hiervon ist jedoch unbedingt abzuraten! Darüberhinaus können Herz und Kreislauf überbeansprucht werden. In der Regel kommt es zu einer Störung des Mineral- und Flüssigkeitshaushaltes. Es ist mit Begleiterscheinungen, wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Konzentrationsschwäche zu rechnen. Aufgrund der verstärkten Bildung von Ketonkörpern  kann es zu einer Acidose, d.h. zur Übersäuerung des Organismus, kommen. Dadurch, dass verstärkt Zellkerne und Nukleinsäuren abgebaut werden, kommt es zu einem Anstieg von Harnsäure im Körper. Als Folge können Gichtanfälle auftreten sowie Harnsäure- und Nierensteine gebildet werden. Auch Nierenkoliken sind nicht auszuschließen. Für Personen mit Nierenfunktionsstörungen, rheumatischen Erkrankungen, Diabetes und Herz-Kreislauf-Problemen ist diese Diät daher nicht zu empfehlen. Darüberhinaus führt die Nulldiät zu keiner Änderung der Ernährungsgewohnheiten und somit auch nur selten zu einem Langzeiterfolg. Durch langes Hungern besteht nach Beendigung dieser Diät die Gefahr des gefürchteten Jo-Jo-Effektes. Das Urteil der Stiftung Warentest zum Thema Fasten lautete: „Fasten eignet sich bestenfalls als symbolischen, radikalen Bruch zu den bisherigen Ernährungsgewohnheiten. Es kommt jedoch praktisch immer wieder zu einer raschen Gewichtszunahme.“


Quellen und Weiterführendes

  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Fasten - 50 Diäten im Test - Richtig abnehmen - Ernährung - Gesundheit - FOCUS Online. Zur Quelle.
  • Schlieper, Cornelia A. 1997. Grundfragen der Ernährung. 13. Aufl. Hamburg: Dr. Felix Büchner Verlag.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 06.06.2009