Pfundskur

Diese Diät wurde von Professor Volker Pudel ins Leben gerufen. Die Pfundskur beruht auf einer Ernährungsumstellung, welche sich aus vollwertiger und ausgewogener Mischkost zusammensetzt. Laut dem Autor ist die Aufnahme von zu viel Fett und zu wenigen Kohlenhydraten, gekoppelt mit zu wenig Bewegung die Hauptursache für das Übergewicht. Die Kohlenhydrate sind für den Menschen die wahren Energielieferanten. Es gibt keine sogenannten Lebensmittelverbote, d.h. man kann gegessen was man möchte, jedoch mit der Einschränkung, dass die Anzahl der erlaubten "Fettpunkte" nicht überschritten werden darf. Bei dieser Diät ist das Ziel eine langfristige Verhaltensänderung im Bezug auf Ess- und Bewegungsverhalten zu erlangen. daher kann diese Diät auch eher als Lernprogramm angesehen werden.

Wie funktioniert die Pfundskur

Diese Diät dauert 10 sogenannte PfundsKur-Wochen. Sie startet mit einer "Fettaugen"-Diagnose. Hierbei handelt es sich um ein über sieben Tage lang geführtes Ernährungstagebuch, mit dem Ziel eine Selbstauswertung des tatsächlichen Fettkonsums und des Bewegungsstatus zu ermöglichen. Laut Pudel ist diese Art der "flexiblen Kontrollstrategie" mit Einplanungen von Überschreitungen und Kompensationsmöglichkeiten über einen längeren Zeitraum für eine erfolgreiche Gewichtsreduzierung und Stabilisierung bedeutsam. Als Messgröße zur Überprüfung der eigenen Fettaufnahme werden sogenannte "Fettaugen" (1 Fettauge steht für 3 Gramm Nahrungsfett) sowie "Glotzaugen" (1 Glotzauge steht für 30 Minuten Immobilität). Langfristiges Ziel ist es den Fettkonsum auf 20 (60 Gramm Fett) "Fettaugen" täglich zu reduzieren. Das entspricht 140 "Fettaugen" pro Woche, im Sinne einer  "flexiblen Verhaltenskontrolle der Fettaufnahme", die Selbstbeobachtung sei ein wichtiges Werkzeug um dem Wunschziel näher zu kommen. Für kohlenhydrathaltige, fettarme Lebensmittel, wie beispielsweise  Brot, Kartoffeln und Reis, gibt es keine Einschränkungen. Denn laut dem Autor wandle der menschliche Organismus erst Kohlenhydrate in Fett um, wenn mehr als 500 Gramm Kohlenhydrate täglich aufgenommen würden. Die Kalorien, die täglich durch die Aufnahme von Eiweiß anfallen, spielen für die Gewichtsabnahme bzw. Zunahme keine Rolle. Der Gegenspieler der "Fettaugen" sind die "Fittis", welche für jede Art von körperlicher Bewegung vergeben werden. Sie werden nach einer bestimmten Formel errechnet und variieren je Körpergewicht. Ein "Fitti" wird von der Gewichtung einem "Fettauge" gleichgesetzt.  In jeder Woche sollten 25 bis 31 "Fittis" durch entsprechende körperliche Bewegung gesammelt werden. Beispielsweise würde nach diesem Schema eine 80 Kilogramm schwere Person mit zehn Minuten Gymnastik zwei "Fittis" erhalten. Um das vorgegebene Programm gut durchzuhalten und um die "schlechten" Essgewohnheiten langfristig abzulegen werden Verhaltenstipps (psychologische Tricks) gegeben. Die Pfundskur ist auch in Gruppen durchführbar, was den Vorteil der gegenseitigen Motivation mit sich bringt.

Vorteile

Die Pfundskur eignet sich auch längerfristig als Ernährungskonzept. Im Jahr 2000 wurde diese Diät von der Stiftung Warentest uneingeschränkt empfohlen. Sie erfüllt die ernährungswissenschaftlichen sowie die psychologischen Ansprüche an eine geeignete Diät, da sie zu einer gewünschten dauerhaften Ernährungsumstellung führen kann.

Nachteile

Es gibt keine Nachteile.


Quellen

  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Die Pfundskur | Abnehmen mit der Pfundskur Diät? Zur Quelle.
  • Thomas Ellot und Volker Pudel. Januar 2003. Pfundskur-Multimediale Prävention in Baden-Württemberg und Sachsen. Ernährungs-Umschau Nr. 1.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 07.12.2008