Saftfasten

Diese Diätform zählt zu der etwas sanfteren Methode des Fastens. Hierbei werden Vitamine sowie Mineralstoffe in natürlicher Form von Obst und Gemüsesäften und Kräutertees zu sich genommen. Dadurch ist die Kost im Vergleich zu dem sogenannten modifiziertem Fasten abwechslungsreicher. Populär wurde diese Art des Fastens durch Prof. Dr. Herbert Krauß (1909-1991), welcher über 10.000 Patienten mit Saftfasten behandelte. Durch das Saftfasten sollen der Körper und insbesondere der Darm gereinigt werden. Zusätzlich soll der Organismus von Schlacken sowie schädlichen Giften befreit werden. Ein Gewichtsverlust wird sich hierbei schnell einstellen, da Säfte kaum Kalorien enthalten.

Wie funktioniert Saftfasten

Zur Einleitung des eigentlichen Saftfastens wird ein Obsttag empfohlen. Dieser soll durch die sättigende Wirkung der Ballaststoffe den Begin des Saftfastens erleichtern. Beim Saftfasten darf täglich soviel Obst- und Gemüsesaft getrunken werden, wie man möchte. Jede Portion Saft sollte aber 600 ml nicht überschreiten. Idealerweise sollte sie zwischen 240 und 500 ml pro Mahlzeit liegen. Obstsäfte sowie Gemüsesäfte können je Portion einzeln oder gemischt getrunken werden. Jedoch sollten die Obst- und Gemüsesäfte  abwechslungsreich gestaltet werden und am besten frisch gepresst sein, um eine bestmögliche Versorgung mit Vitaminen sowie Mineralstoffen zu gewährleisten. Wenn Säfte gekauft werden, sollte darauf geachtet werden, dass sie so naturbelassen wie möglich sind und dass denen kein Zucker zugesetzt wurde. Früchte wie Pflaumen, Bananen, Avocados oder Kokosnüsse, welche wenig Saft ergeben, dürfen auch als ganzes gegessen werden. Zur Ergänzung der Nährstoffe darf Trockenobst verzehrt werden. Frischpflanzensäfte, wie beispielsweise Brennnessel oder Löwenzahn werden begleitend zum Saftfasten empfohlen. Im Schnitt liegt die täglich aufgenommene Energiemenge bei 150 bis 300 kcal. Zusätzlich  können unbegrenzt Wasser sowie verschiedene Tees getrunken werden. Wer mag, kann täglich auch etwas Gemüsebrühe ohne Salz zu sich nehmen. Neben dem Fasten werden auch viel Bewegung an frischer Luft sowie Saunagänge empfohlen. Die anschließende sogenannte Aufbauphase (langsamer Kostaufbau) dient dazu, den Körper wieder langsam an feste Nahrung zu gewöhnen. Dieser ist nötig, um den Stoffwechsel und den Verdauungstrakt nicht zu überfordern sowie möglichst den berüchtigten Jo-Jo-Effekt zu verhindern. In Kurkliniken liegt die Dauer des Saftfastens in der Regel bei 1 bis 3 Wochen. Zu Hause können einzelne Safttage zur Entlastung (sogenannte Entlastungstage) des Stoffwechsels durchgeführt werden.

Vorteile

Für einen kurzen Zeitraum (bis zu drei Tage) kann Saftfasten gut praktiziert werden. Die Versorgung mit Vitaminen sowie Mineralstoffen ist im Vergleich zu anderen Fastenmethoden gut.

Nachteile

Als Diät eignet sich die Methode des Saftfastens nur bedingt. Zwar  kann der Verlust des Gewichtes in nur wenigen Tagen enorm sein, jedoch wird hierbei überwiegend Wasser sowie Muskeleiweiß zur Energiegewinnung abgebaut und nicht nur reine Fettmasse. Zu beachten ist darüberhinaus, dass Saftfasten, wenn es über einen längeren Zeitraum praktiziert wird, eine ziemlich einseitige Ernährungsmethode darstellt. Es fehlen auf Dauer wichtige Eiweiße und Kohlenhydrate. Da der Organismus unter Kalorien- und Salzmangel leidet, kann es zu Symptomen wie Müdigkeit und Schwindel kommen. Bedingt durch die geringe Kalorienzufuhr wird der Körper seinen Grundumsatz entsprechend anpassen (drosseln) und es kann nach längerer Durchführung zum Jo-Jo-Effekt kommen, d.h. das verlorene Gewicht sitzt schnell wieder auf den Hüften. Um langfristig  erfolgreich abzunehmen ist eine Umstellung auf vollwertige sowie abwechslungsreiche Kost mit viel Bewegung bzw. Sport unumgänglich.


Quellen

  • Elmadfa, Ibrahim, und Claus Leitzmann. 2004. Ernährung des Menschen. 4. Aufl. Stuttgart: Eugen Ulmer GmbH & Co.
  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 12.09.2009