Scarsdale-Diät

Bei dieser Diät handelt es sich um einen Vorgänger der Atkins-Diät. Erfinder der Scarsdale-Diät ist der New Yorker Arzt Dr. Hermann Tarnower. Sie zählt zu den sogenannten ketogenen Methoden, da die Kohlenhydratzufuhr drastisch eingeschränkt wird.

Laut des Autors wird durch die Einschränkung des Kohlenhydratverzehrs, Erhöhung der Eiweißaufnahme sowie der Aufnahme relativ weniger Kalorien die Fettverbrennung beschleunigt und durch diese Stoffwechselumstellung soll sich innerhalb von zwei Wochen ein Gewichtsverlust von bis zu zehn Kilogramm einstellen.

Daher stehen auf dem täglichen Ernährungsplan vor allem proteinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte, Fisch und Garnelen. Im Gegensatz zur Atkins-Diät sollen diese Lebensmittel so fettarm wie möglich sein.

Wie funktioniert die Scarsdale-Diät

Täglich stehen drei etwa gleichwertige und sehr eiweißhaltige Hauptmahlzeiten auf dem Menü. Insgesamt dürfen am Tag höchstens 1000 Kalorien aufgenommen werden. Da Eiweiß der Hauptenergielieferant ist, wird vorwiegend die Aufnahme von viel Fisch, Garnelen, fettarmen Fleisch, Milchprodukte und Soja empfohlen. Auch Obst und Gemüse dürfen verzehrt werden. In geringen Mengen sind Vollkornprodukte erlaubt.

Der Autor vertritt den Standpunkt, dass bei dem Verzicht auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel bei gleichzeitig erhöhter Aufnahme von eiweißreicher Kost sich der Stoffwechsel umstellt. Der Körper stellt sich auf Fettverbrennung ein. Durch die nun entstehenden Ketone kann der Fettabbau zusätzlich beschleunigt werden.

Falls zwischen den Hauptmahlzeiten ein Hungergefühl auftritt, dürfen ausschließlich Karotten sowie Sellerie gegessen werden. Ca. vierzig Prozent der aufgenommenen Nahrung soll aus Eiweiß, ca. zwanzig Prozent aus Fett und der Rest aus Kohlenhydraten bestehen.

Der Konsum von Alkohol und Zucker sind verboten. Zwei Wochen lang soll man sich streng nach dem vorgegebenen Programm ernähren. Das Austauschen der vorgegebenen Mahlzeiten ist damit nicht erlaubt, höchstens dass Weglassen vorgegebener Lebensmittel. Wer sich strikt daran hält, der könnte noch schneller an Gewicht verlieren.

Nach bestandenen zwei Wochen erfolgt eine Erweiterung des Angebotes an Nahrungsmitteln mit einem zusätzlichen Fitnessprogramm. Wer nach Beendigung des Diätprogrammes weiter abnehmen möchte, soll den ganzen Prozess von vorne anfangen.

Mittlerweile gibt es die Scarsdale-Diät in verschiedenen Variationen, d.h. es gibt diese Diät abgestimmt auf beispielsweise die vegetarische Lebensweise, es gibt Variationen für  Feinschmecker, Sparer oder auch die internationale Variante. Alle diese Varianten sind sehr eiweißreich und stark kohlenhydratarm. Es könne laut Begründer dieser Diät mit einem Gewichtsverlust von bis zu zehn Kilogramm innerhalb von zwei Wochen gerechnet werden.

Vorteile

Eine kurzfristige Gewichtsabnahme ist mit dieser Diät zu erzielen.

Nachteile

Diese Diät ist nicht empfehlenswert. Die Behauptung, der Verzehr von Kohlenhydrate führe auf Dauer zu Übergewicht, ist wissenschaftlich nicht haltbar.

Langfristig enthält diese Diät zu wenige Kalorien und Kohlenhydrate. Das Problem einer permanenten niedrigkalorischen Ernährung ist, dass der Körper zu wenige Vitamine und Mineralstoffe bekommt und es dadurch zu Mangelerscheinungen kommen kann.

Zwar lässt sich mit der Scarsdale-Diät eine Gewichtsabnahme erzielen, sie kann aber durch eine  Umstellung auf eine empfohlene, gesunde sowie kohlenhydratreiche Ernährung zu einem Jo-Jo-Effekt (starke Gewichtszunahme) führen.

Zusätzlich kann eine langfristig überhöhte Eiweißaufnahme die Nieren belasten, da die  dort anfallenden Abbauprodukte, wie Harnstoff, Ammoniak und Harnsäure über sie ausgeschieden werden müssen.

Hinzu kommt, dass durch diese Diät Gicht, erhöhter Blutdruck und Nierensteine als Folgeerkrankungen auftreten können. Durch die verstärkte Nierenarbeit wird außerdem mehr Wasser ausgeschieden, weshalb die erste Gewichtsabnahme darauf zurückzuführen ist und es sich dabei nicht um einen vermehrten Fettabbau handeln muss.

Zu bemängeln ist zusätzlich, dass keine Bewegung und/oder Sport  als Ergänzung zu dem Ernährungsplan empfohlen werden.


Quellen

  • O. A. Die Scarsdale-Diät, das Prinzip. Zur Quelle.
  • O. A. Scarsdale-Diät: Durchführung und Beurteilung. Zur Quelle.
  • O. A. Die Scarsdale-Diät. Zur Quelle.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 04.11.2008