Zucker-Knacker-Diät

Die aus den USA stammende Diät wurde von Leighton Steward und Morrison Bethea ins Leben gerufen. In Deutschland ist das Buch der beiden Autoren unter dem Titel "Zucker-Knacker-Diät" erhältlich. Diese Diätform gehört zu den Low–Carb Diäten und verspricht eine dauerhafte  Reduzierung des Körpergewichtes.

Die Kernaussage von Steward und Morrison ist, dass "Zucker gleich Gift" ist. Denn der Verzehr von Zucker veranlasst die Ausschüttung von Insulin im Körper. Dieses körpereigne Hormon soll sich laut der Autoren negativ auf den Fettstoffwechsel des Körpers auswirken: der Fettaufbau wird stimuliert und der Fettabbau gehemmt.

Lebensmittel mit einem hohen glykämischen Index, wie beispielsweise Mais, Karotten, Kartoffeln, Weizenmehlprodukte und zuckerhaltige Produkte  müssen demnach vermieden werden.

Wie funktioniert die Zucker-Knacker-Diät

Bei der Zucker-Knacker-Diät werden täglich fünf Mahlzeiten empfohlen. Die letzte Mahlzeit sollte vor 20 Uhr erfolgen. Das langfristige Ziel ist es, zum einen den Kohlenhydratkonsum einzuschränken und zum anderen die Proteinzufuhr zu erhöhen.

Es wird aber nicht nur Zucker als sogenanntes schlechtes Lebensmittel gesehen sondern allgemein Kohlenhydrate, welche einen starken Anstieg des Insulinspiegels auslösen. Welche Nahrungsmittel demzufolge gegessen werden dürfen oder nicht hängt von dem glykämischen Index (GI) ab, welcher angibt, wie hoch der Insulinwert nach dem Verzehr eines Lebensmittels steigt.

Nach diesem Prinzip sollte auf Produkte wie Mais, Kartoffeln, Möhren, Weizenmehl- und zuckerhaltige Produkte gänzlich verzichtet werden, da sie einen hohen GI aufweisen. Soßen sowie Dressings mit verstecktem Zucker, ebenso wie  z.B. Wassermelonen, Ananas und Bananen, sollten ebenso gemieden werden.

Fruktose wird im Gegensatz zu Zucker als unschädlich eingestuft, sofern diese nicht in ungünstigen Kombinationen mit anderen Produkten aufgenommen wird. Infolgedessen wird empfohlen, dass der Verzehr von Obst  als separater Snack auf dem Ernährungsplan stehen sollte. Uneingeschränkt gegessen werden dürfen Vollkornprodukte sowie Obst, wie beispielsweise Äpfel, Kirschen und Kiwis, aber auch Gemüse und Kohlsorten.

Während der Mahlzeiten sollte nur wenig getrunken werden, da nach der Meinung von Steward und Morrison eine reichliche Flüssigkeitsaufnahme die Verdauungssäfte verdünne und damit ihre Wirksamkeit zur optimalen Interaktion mit der Kost senke.

Alkohol ist in Maßen erlaubt. Ausgenommen von den alkoholischen Getränken ist das Bier, da es zu viel Maltose enthält, welche ebenfalls zu den ungesunden Zuckern gezählt wird. Da das Glucagon, der Gegenspieler des Insulins, im Körper als gutes Hormon angesehen wird, werden proteinreiche Mahlzeiten empfohlen. 

Eine proteinreiche Kost regt die Glucagonausschüttung an. Damit soll eine vermehrte Produktion von Insulin verhindert und dadurch kein Fett gebildet und im Körper gespeichert werden.

Um ein Protein-Kohlenhydrat-Gleichgewicht zu erzielen sollte man sich an folgende Diätanweisungen halten: 45 Prozent der täglichen Kalorien sollten aus ballaststoffreichen Kohlenhydraten, 30 bis 35 Prozent aus Fett sowie 20 bis 25 Prozent aus Proteinen stammen. Obwohl nicht das Fett in der Nahrung an dem Übergewicht schuld sei, sollte der Fettkonsum trotzdem eingeschränkt werden sowie vorzugsweise gesunde Öle wie Raps- und Olivenöl verzehrt werden.

Vorteile

Alles in allem versprechen beide Autoren dieser Diät eine Gewichtsabnahme allein durch den Verzicht auf die sogenannte "verbotene" Kohlenhydrate und dies ohne das lästige Kalorienzählen, d.h. es müssen keine weiteren einschränkende Grundsätze beachtet werden.

Nachteile

Im Ganzen werden die sogenannten Low-Carb Diäten von vielen Ernährungswissenschaftlern kritisiert, da diese Form als eine Fehlernährung angesehen wird. Dies wird hauptsächlich damit begründet, dass es sich langfristig um eine sehr einseitige Ernährungsform handelt - ein Verbot oder eine starke Einschränkung von Kohlenhydraten sowie eine vermehrte Aufnahme von Fetten und Eiweißen, welche beachtlich über den eigentlichen empfohlenen Richtwerten der aktuellen Ernährungsempfehlungen liegen.

Es ist immer zu bedenken, dass wenn auf Kohlenhydrate verzichtet wird, so bedingt es dadurch auch  häufig einen Ballaststoffmangel. Kohlenhydrate und Ballaststoffe sind allerdings erforderlich, um satt zu machen und vor allem den Organismus langfristig gesund und leistungsfähig zu erhalten.
Hinzu kommt, dass das Ansteigen des Insulinspiegels nicht nur von dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels abhängt, sondern auch von der in ihm enthaltenen Ballaststoffen und von dem Fettgehalt, d.h. der glykämische Index ist dann nicht exakt bestimmbar.

Die Zucker-Knacker-Diät stützt sich auf vielen nicht belegten sowie wissenschaftlich nicht haltbaren Grundsätzen. Es kann nicht pauschal gesagt werden, Insulin und/oder Glucagon sind gut oder schlecht. Es handelt sich bei beiden Stoffen um wichtige Gegenspieler zur Regulierung des menschlichen Stoffwechsels. Auch die Behauptung, Zucker und bestimmte Kohlenhydrate seien Gift ist nicht tragbar und schlicht falsch. Ein weiterer Nachteil ist, dass auf Sport verzichtet werden darf. Sport oder regelmäßige Bewegung sind jedoch für den Erfolg einer Diät sehr wichtig, da durch Sport zusätzliche Energie verbraucht wird und längerfristig der Grundumsatz erhöht wird.


Quellen

  • Hark, Lisa, und Darwin Deen. 2005. Gesunde Ernährung. Starnberg: Dorling Kindersley Verlag GmbH.
  • O. A. Zucker-Knacker verspricht Fettschmelze. Zur Quelle.
  • O. A. Die Zuckerknacker-Diät | "Zucker ist Gift". Zur Quelle.

Redaktion: Diplom-Oecotrophologin Susanne Tkatchenko
Datum: 14.11.2008