Adzukibohnen (Vigna Angularis)

Die Adzukibohnen heißen auch Asuki, Azuki oder Rote Sojabohne oder adsuki bean, adzuki bean, Adzuki bean im Englischen. In China nennt man sie Xiao dou, Chi dou, Hong dou, Hung tou und Síu hùhng dáu auf Kantonesisch.
Die Hindi sagen Guruns oder Rains, die Koreaner Pat, die Malaien Kacang merah kecil. Auf Russisch heißt es Адзуки (Adzuki) oder Фасоль угловатая (Fasol' uglovataia).

In Europa sagt man Haricot anguleux, Haricot à feuilles angulaires, Haricot adzuki, Haricot du Japon, Haricots petits rouges, Soja rouge (franz.), oder Fagiolo adzuki (ital.), oder Feijão-adzuki (Port.) oder Adzukibønne, Adsukibønne (dänisch).

Im spanischsprachigen Raum gibt es die Bezeichnungen Frijol adzuki, Frijol diablito oder Poroto arroz (Argentina), Judía adzuki (Mexico). Das Japanische weiß die meisten Namen - Azuki, Akamame, Ankomame, Shoumame, Omame, Gururimame, Konaremame, Anmame, Antoki, Irakuri, Narazu, Kannome - was nicht verwundert, da die Bohne dort sehr beliebt ist und sogar zur Konfekt-Herstellung genutzt wird.

Die Pflanze Adzuki-Bohne

Zwar liest man häufig, dass die Adzukibohne ursprünglich aus Japan stammt, dass stimmt jedoch nicht so ganz. Angebaut und genutzt wird die Bohne im gesamten Orient schon seit vielen Jahrhunderten. Vor etwa tausend Jahren wurde sie nach Japan eingeführt. Man weiß nicht genau, woher die Bohne stammt und kennt keine Wildform, nimmt jedoch an, dass sie aus China nach Japan eingeführt wurde. Heute ist die Adzuki-Bohne nach der Sojabohne die wirtschaftlich wichtigste Leguminose. Angebaut wird sie hauptsächlich in den nördlichen Provinzen Japans. Japan ist auch der größte Verbraucher der Bohnen, der Verbrauch liegt bei jährlich 120.000 Tonnen. Andere Adzuki-Bohnentypen werden in China im Yangtse Tal und der Mandschurei geerntet. Die Bohne wächst auch in Korea, Neuseeland, Indien, Taiwan, Thailand und auf den Philippinen. Das wichtigste Einsatzgebiet für die bekömmliche, auffallend süße Bohnensorte mit ihren rund 8 mm langen, weichschaligen, schlitzäugigen Samen ist in Asien die Süßwarenherstellung. Adzukibohnen werden mit  Zucker gekocht, unterschiedlichen Zutaten versehen und dann als Konfekt oder Pudding angeboten.

Botanik

Als Hülsenfrucht gehört die Adzuki-Bohne in die Gruppe der Schmetterlingsblütler. Das Wachstumsgebiet von Vigna angularis sind die tropischen und gemäßigten Klimazonen. Tatsächlich angebaut wird aber hauptsächlich in Fernost.
Die Pflanze hat eine unbestimmte Wuchsform, wächst aber zumeist strauchförmig bis zu einer Größe von 18 bis 25 Zentimeter, kann aber als Kletterpflanze auch bis zu einem Meter hoch werden. Die Reifezeit beträgt zwischen 110 und 120 Tage. Die völlig reifen Hülsen sind 6 bis 12 Zentimeter lang, von bräunlicher Farbe, die heranreifenden noch grün beziehungsweise gelb. Jede Hülse enthält 5 bis 12 Kerne in strohgelber, roter oder brauner Farbe, deren Erkennungszeichen der weiße Strich ist. Ein Bohnenkern guter Qualität sollte dunkelrot sein, weichschalig und von etwas plumpem Aussehen. Es gibt verschiedene Arten von handelsüblichen Adzuki-Bohnen. Die Hokkaido Adzukis sind rund, glänzend und tief rotbraun gefärbt. Sie stammen aus Japan und werden dort auf den vulkanischen Böden der nördlichsten Inseln angebaut. Die Gemeine Adzuki-Bohne wird sowohl in Asien als auch in den gemäßigten Zonen angebaut und ist etwas kleiner, heller und nicht ganz so süß.

Nahrhaft und Gesund

Adzuki-Bohnen sind ausgesprochen nahrhaft. 100 Gramm bringen fast 300 Kalorien auf den Tisch, wovon aber immerhin 17 Gramm Eiweiß und 12 Gramm Faserstoffe sind. Herausragend ist mit 1224 mg auf 100 Gramm der Kaliumwert. Eisen ist mit 4,6 mg, Zink mit 4 mg und Thiamin mit 0,26 enthalten. Azukis sind die Bohnensorte mit dem höchsten Eiweiß- und dem niedrigsten Fettgehalt. Regelmäßiger Genuss von mindestens einer Tasse Bohnen wöchentlich soll den Stuhlgang auf die Sprünge helfen, den Cholesterinspiegel senken und Brustkrebs vorbeugen. Die Brustkrebsprävention soll auf dem Phytoestrogen beruhen, dass die Azukibohnen enthalten. Die Senkung des Cholestrinspiegels hingegen wird den Ballaststoffen zugutegehalten. Die traditionelle chinesische Medizin verwendet Adzuki bei Blasendysfunktionen und zur Stärkung der reproduktiven Funktionen der Nieren. Eine alte chinesische Volksweisheit besagt, dass die Nieren auf Angst reagieren und so wird die Adzuki-Bohne als Quelle des Mutes betrachtet, die die Niere stärken kann.

Adzukibohnen in der Küche

Die süsslich-nussig schmeckenden Adzuki-Bohnen eignen sich für eine Vielzahl von Gerichten. In Japan verkocht man sie mit Zucker zu Anko, stellt ein Konfekt (oder Pudding) mit dem Namen Yokan her oder rollt die süße Bohnen-Paste für Dora-Yaki in Fladenbrote, die in China dann "Annpan" heißen. Die chinesische Küche kennt einen Adzuki-Kuchen in dem sich die Bohnen mit reichlich Sirup zu einem herrlich saftig-feuchtem-süßem Genuss verbinden. In die amerikanische und die europäischen Küchen hat die Bohne im Zuge der makrobiotischen Ernährung Einzug gehalten, denn die "Einführung in die Makrobiotik" (Japan Publishing, 1988) von Aveline Kushi und Wendy Esko enthielt Adzuki-Bohnen Rezepte.

Adzuki-Bohnen werden in verschiedene Zustandsformen gebraucht. In Asien verarbeitet man sie häufig frisch. Hierzulande kauft man eher getrocknete Bohnen. Verwenden lassen sich jedoch auch die Sprossen und die Hülsen der Bohne. Adzuki Bohnen werden auch als Pulver beziehungsweise Mehl angeboten.

Einkauf und Zubereitung

In Deutschland sind die Azukis noch nicht sehr verbreitet. Am ehesten wird man im Bio-Laden für getrocknete Bohnen oder in asiatischen Lebensmittelgeschäften fündig. Manchmal steht nur die Bezeichnung "Rote Bohen" auf der Packung. Sicher sein, dass es sich um Azukis und nicht etwa um Kidneybohnen handelt, kann man, wenn man den weißen Strich entdeckt. Frische Bohnen dürften kaum zu bekommen sein. Azuki-Bohnen müssen vor dem Kochen nicht eingeweicht werden. Sie haben eine recht kurze Kochzeit. Da Adzukibohnen den giftigen Stoff Phasin enthalten, sollten sie nur gekocht verzehrt werden, denn dabei wird das Phasin nach fünfminütiger Kochzeit abgebaut. Hat man Sprossen (zum Beispiel aus eigener Zucht) sollten auch diese vor dem Verzehr blanchiert werden.

Adzuki adaptiert und makrobiotisch.

Der süßliche Geschmack und die mehlige Konsistenz zeichnen die Bohne aus. Abgesehen von den klassisch asiatischen Zubereitungen passt die Bohne auch zu vielerlei Gemüse und Beilagen. Sehr interessant ist eine Adzuki-Grünkohl-Mischung, denn deftig und süßlich ergänzt sich hervorragend. Die makrobiotische Küche kombiniert die Bohne gerne mit Kürbis. Und ganz besonders gern dann auch noch zusammen mit anderen Bohnen, wie Mungos oder Kichererbsen. Auch der japanische Ishigakiyose, das ist frischer Rahm mit Azuki-Bohnen gilt als makrobiotisch. Scheinbar kann man vieles aus den kleinen roten Bohnen zaubern, man muss sie nur erst entdecken.

Und zum Schluss – Adzuki Vogelfutter und Duschgel

Nicht nur Menschen profitieren von den gesunden Inhaltsstoffen der Adzuki-Bohne. Sie gilt aufgrund ihres Eiweißgehaltes auch als gute Futterpflanze, sogar für Nymphensittiche. Noch interessanter: Die Bohne kann man nicht nur essen, man kann mit ihr Duschen, denn es gibt tatsächlich Spa Wisdom Japan Adzuki Bohne Reisduschgel.


Quellen und noch mehr rund um die Adzukibohnen

  • Bendel, Lothar: Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Pini, Udo: Das Gourmethandbuch. China: Tandem Verlag GmbH, 2007/2008.
  • Überblick - (zur Quelle) (11.02.2012)
  • Pflanzennamen - (zur Quelle) (Engl.) (11.02.2012)
  • Botanik - (zur Quelle) (11.02.2012)
  • Umfangreich - (zur Quelle) (Engl.) (11.02.2012)
  • Nahrhaft und Gesund - (zur Quelle) (Engl.) (11.02.2012)
  • Ausführlich - (zur Quelle) (Engl.) (11.02.2012)

Redaktion: Ernestine Müller