Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus)

Buschbohnen werden auch als  Gartenbohne, Kruppbohne, Strauchbohne, grüne Bohne, Wachsbohne und als Staudenbohne bezeichnet. Veraltete Bezeichnungen sind Franzphaseole, Kriechfaseole, Bodenbohne, Krupbohne oder Zwergfaseole. Im anglo-amerikanischen Sprachraum heißt die grüne Bohne ganz einfach french bean, in den USA french bush bean, als Wachsbohne jedoch wax bean, wenn sie besonders zart ist, dann butter bean. Die Franzosen sagen Haricot nain, die Portugiesen Feijão-anão, Feijão-rasteiro oder Feijoeiro-anão, die Spanier Alubia riñón, Haba enana oder Judía enana und Poroto enano – je nach dem, welche Sorte sie gerade meinen. In Italien heißt es Fagiolino nano, auf Finnisch hingegen Pensaspapu und auf Schwedisch brun böna oder krypböna. In Japan nennt man die Buschbohne Tsuru nashi ingen und in China u. a. : Ai cai dou. Die Malayen sagen schlicht Kacang buncis.

Die Pflanze

Kaum etwas kommt uns im heimischen Garten so vertraut vor, wie die ganz normale Buschbohne. Dabei stammt Phaseolus vulgaris var. nanus gar nicht aus heimischen Gefilden, sondern gelangte erst im Zuge der Entdeckung Amerikas nach Europa, also im 16. Jahrhundert. Hier lösten die Phaseolen  - diese lateinische Bezeichnung spiegelt sich noch in den veralteten Namen wieder -bald die bisher als hauptsächlich als Gemüse angebauten Acker- und Saubohnen aus der Familie Vicia Fabia ab. Die Ursache dafür war wohl hauptsächlich der leckere Geschmack, der Variantenreichtum in der Phaseolus-Gattung, und die kürzere Zubereitungszeit. Vor allem jedoch sind Bohnen aus der Familie Phaseolus vulgaris var. nanus dem menschlichen Verdauungssystem zuträglicher als die Bohnen aus der Vicia Fabia Familie.

Botanik

Phaseolus vulgaris var. nanus gehört in die Familie Fabaceae, das sind die Schmetterlingsblütler. Die botanische Bezeichnung verrät einiges über das Aussehen der Bohne. So leitet sich 'Phaseolus' aus dem Griechischen ab und steht für langer, schmaler Kahn, das 'Nanus' hingegen bedeutet so viel wie 'Zwerg'. Als „Zwergenschiffchen“ könnte man also die Hülsenform, in der die Samen als eigentliche Früchte eingeschlossen sind, auch bezeichnen. Buschbohnen, egal welcher Sorte, es soll mittlerweile mehr als 400 davon geben, sind immer einjährige Pflanzen. Mitteleuropäische Wuchsformen erreichen buschig wachsend eine Höhe von 30 bis 60 Zentimeter. Für Pflanzenkundler interessant dabei: in ihren Ursprungsgebieten rankten sich die Wildformen der Buschbohne  meterweit an Urwaldböhmen hoch. Die heutige mitteleuropäische Staudenbohne entstand durch natürliche Mutation unter veränderten Umweltbedingungen. Die einheimischen, gerade mal 60 Zentimeter hohen Pflanzen, kommen natürlich ganz ohne Rankhilfe aus. Die Herausbildung des Blütenstandes beendet das Wachstum der einzelnen Pflanze. Bohnenblüten sind klein, aber mit ihrem glockigen Kelch und ihrer gelblich bis grünlich weißen Blütenkrone ausgesprochen hübsch anzusehen. Die Blätter der Buschbohne bestehen aus drei eiförmigen, breiten, ganzrandigen Blättern, die auf einem recht langen Stiel sitzen. Die Unterseite der Blätter ist hellgrün, die Oberseite etwas dunkler. Oben und unten sind die Blättchen fein behaart und die Nervenbahnen sind deutlich zu erkennen.

Anbau im Garten

Ein halbes Jahrtausend hatten die Buschbohnen Zeit, sich an mitteleuropäisches Klima zu gewöhnen und sind mittlerweile ein ausgesprochen dankbares Gartengemüse, das auch noch in großer Sortenwahl bereit steht. Vorkulturen zieht man besten ab Ende April unter Glas oder im Gewächshaus. Dafür werden vier bis sechs Samen in einen Topf gelegt und bei 20 Grad zum Keimen gebracht. Bohnensamen keimen besser aus, wenn sie zuvor einen Tag lang in Wasser einweichen. Bohnen mögen absolut keine Kälte, sollten also nicht vor der zweiten Maihälfte ins Freiland. Sät man Anfang Mai,empfiehlt sich das Abdecken mit Folie. Ausgesät wird in „Horsten“, das bedeutet vier bis sieben Bohnensamen kommen jeweils in ein nicht mehr als zwei Zentimeter tiefes Loch. Die Löcher sollten sich im Abstand von ungefähr 40 Zentimeter befinden. Ab Mitte Mai bis Mitte Juni können die kleinen Pflänzchen dann ins Freiland. Bohnen mögen eigentlich fast jeden Boden, gedeihen auf sandigen, lehmigen, tiefgründigen Böden und im Windschatten am besten, bei Temperaturen zwischen 18-25 Grad. So angebaut, hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Zumeist häufelt man die Erde um die Bohne herum etwas an, damit die Pflanzen einen besseren Stand haben. Gewässert wird erst einmal wenig, wenn sich die Blüten zeigen, steigt der Wasserbedarf. Ab Sommeranfang kann man schon erste frühe Bohnensorten ernten. Beim Pflücke der Hülsen sollte man darauf achten, die Triebe nicht zu verletzen. Die meisten Bohnensorten können mehrmals gepflückt werden. Man sollte mit dem Pflücken jedoch nicht zu lange zu warten, sonst werden die Bohnen zäh, faserig und trocken.

Natürlicher Stickstoffdünger

Bohnen sind nicht nur ein leckeres Gartengemüse, sie haben auch eine besondere Funktion für die Gartenerde, sie wirken aufgrund einer botanischen Besonderheit quasi als Stickstoffdünger für andere Pflanzen. Das funktioniert folgendermaßen: Die Bohnenseitenwurzeln gehen mit einem bestimmten Bakterium eine Symbiose ein. Die Aufgabe der Bakterien ist es, Stickstoff, den die Bohne als Nahrungsmittel benötigt, aus der Luft zu binden und diesen über die Wurzel an die Bohnenpflanze weiterzugeben. Für den Stickstoff bekommt das Bakterium von der Bohnenpflanze im Austausch Zucker und andere Nährstoffe geliefert. Belässt man die Wurzeln der Bohnenpflanze nun nach der Ernte im Boden, hat man eine Stickstoffdüngung für den Gartenboden – auf ganz natürliche Art.

Die Buschbohnenarten

Die Sortenvielfalt der Bohnen wird in verschiedenen Kategorien unterteilt. Zum einen werden für den Handel Frischmarktbohnen und Industriebohnen unterschieden. Die Frischmarktbohnen sind für den Verzehr als frisches Gemüse bestimmt und die Industriebohnen gehen in die Konservenindustrie, beziehungsweise dienen, da Bohnen einen hohen Eiweißgehalt haben, als Tierfutter.

Unterscheidung nach Eigenschaften

Wichtige Bohnensorten für den menschlichen Verzehr und für den Gartenanbau werden noch einmal nach Kriterien wie „fadenlos“, „als Trockenbohne geeignet“; „resistent gegen Bohnenkrankheiten“ (vor allem Bohnenmosaik, Brennflecken- und Fettfleckenkrankheit), Farbe (grün, gelb, blau, blaue Bohnen werden beim Kochen wieder grün), Aroma, Reifezeitpunkt (Pflückreife), Hülsenform (flach, flachoval, ovalrund), Hülsenlänge, oder auch nach Hülsendurchmesser unterteilt.

Unterscheidung nach Namen

Buschbohnen mit gelbfarbigen Hülsen heißen meist auch Wachsbohnen. Die häufig erwähnte Gluckenform bei Buschbohnen hingegen bezieht sich nicht etwa auf die Hülsenform, sondern darauf, dass diese Bohnenarten ihre Hülsen über und nicht unter den Blättern herausbilden, was bedeutet, dass die ausgewachsenen Bohnen sich besser ernten lassen. Filetbohnen hingegen sind jung geerntete, besonders zarte, feinhülsige, grüne Buschbohnen. Würden man diese Bohnen weiterwachsen lassen, ergebe das wieder eine ganz normale grüne Buschbohne.

Das Buschbohnensortiment

Es gibt eine große Vielfalt von Buschbohnensorten. Ein kleiner Einblick in die gängigsten Sorten und ihre Eigenschaften.

Speedy - sehr frühe Sorte mit frischgrüner Hülsenfarbe, geeignet für Frischmarkt und Industrie.
Maxi – Gluckentyp, eine sehr frühe Sorte mit mittelgrüner Hülsenfarbe und hohem Ertrag, geeignet für den Frischmarkt. Geeignet für den Anbau im Garten.
Calima –eine mittelfrühe Filetbohnen-Sorte, mit dunkelgrüner, runder Hülse, geeignet für Frischmarkt und Industrie. Das Korn ist dunkelbraun marmoriert.
Hildora – eine mittelfrühe, intensiv tiefgelbe Wachs-Bohnensorte, nur für den Frischmarkt geeignet.
Purple Teepee – Beine violettblaue Bohnesorte vom Gluckentyp mit hellbraunem Korn. Nach dem Kochen wird die Hülse grün. Geeignet für den Anbau im Garten.
Paloma – sehr frühe Sorte, mit dunkelgrüner Hülse, für Frischmarkt und Industrie geeignet.
Maja –eine sehr frühe Bohnensorte, mit mittelgrünen, sehr langen, runden Hülsen, die nur für den Frischmarkt geeignet ist.
Nagano – eine mittelfrühe Sorte, mit dunkelgrüner Hülse, für Frischmarkt und Industrie geeignet.
Negra - mittelfrühe, grüne Sorte, deren Hülsen sich später rötlich färben und die schwarze Samen hat.
Montano – eine Sorte mit besonders langen, dunkelgrünen Hülsen.
Admires – eine Sorte mit grünen flachen Hülsen.
Golddukat – eine mittelfrühe Sorte, mit gelben runden Hülsen, die besonders lange zart bleiben.

Interessante Variationen für den Anbau im eigenen Garten

Cropper Teepee Buschbohne -  ist grün und fadenlos, vom Gluckentyp und lässt sich leicht pflücken. Die feinen saftigen Hülsen werden 15 bis 18 Zentimeter lang.
Golden Teepee Buschbohne – ist grün und fadenlos, die Bohnenhülsen lassen sich besonders leicht pflücken, da sie frei über dem Laub hängen.
Saxa Buschbohne – ist eine sehr bekannte, ertragreiche, besonders frühe und robuste Sorte. Wegen der recht frühen Reifezeit ist sie auch für späte Saattermine geeignet. Die zarten Hülsen sind mittelang und werden vorwiegend frisch verbraucht.
Wachsbohnen (auch Wachs Beste von allen) – ist eine traditionsreiche Buschbohnensorte, deren Hülsen ungefähr 15 Zentimeter lang werden und eine hell- bis mittelgelbe Farbe haben. Diese Bohnesorte soll schon seit 1942 auf dem Markt sein.

In der Küche

Bohnen sind ein wichtiger Eiweißlieferant und können eigentlich gar nicht oft genug auf dem Speiseplan stehen – das gilt natürlich auch für alle Sorten Buschbohnen. Ganz wichtig – frische Buschbohnen sollten niemals roh verzehrt werden, da sie das giftige Eiweiß Phasin enthalten. Bohnen sollten immer gekocht werden und das Kochwasser anschließend nicht verwendet werden. Im Handel findet man die Buschbohne als Grüne Bohne oder als Wachsbohne sowohl frisch  als auch in diversen Konservenzubereitungen. Frische Freilandbohnen gibt es von Mai bis Oktober. Außerhalb dieses Zeitraumes angebotene frische Buschbohnen stammen aus Gewächshäusern.

Zubereitung und Aufbewahrung

Frische Buschbohnen sind empfindliche Ware. Schon beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Bohnen keine braunen Stellen oder gar schon leichte Schimmelbildung aufweisen. Zudem sollten sie schön fest sein. Selbst dann halten sich die Bohnen im Kühlschrank nur zwei bis drei Tage. Hat man junge, zarte Bohnen, ist die Zubereitung einfach – man putzt sie, schneidet das obere Ende ab und kann sie zubereiten. Größere, ältere Bohnen haben manchmal zähe Fasern, die auch durch das Kochen nicht verschwinden. Diese sollten ebenfalls entfernt werden. Frische Bohnen können eingefroren werden. Man kann sie gleich nach dem Säubern einfrieren, aber auch zuvor blanchieren, in Eiswasser abschrecken und dann einfrieren. Der Zweck des Blanchierens und Abschreckens ist der Erhalt von Farbe und Konsistenz nach dem Auftauen. Gibt man jedoch ein wenig Natron in das Kochwasser von tiefgefrorenen Bohnen, behalten sie ihre grüne Farbe auch, ohne das recht aufwendige Blanchieren und Abschrecken.

Bekannte Bohnengerichte

Grüne Bohnen sind als Beilage geschätzt, vor allem zu Fleisch, Kartoffeln, aber auch zu Fisch. Man isst sie einfach gekocht oder gedämpft. Sehr lecker sind in Butter geschwenkte Bohnen oder Bohnen, die mit ausgelassenen Speckwürfeln zubereitet werden. Zunehmend findet man die Bohne auch in diversen Salatzubereitungen. Traditionelle Buschbohnengerichte sind in Deutschland Birnen, Bohnen und Speck, in Frankreich ist es der Bohneneintopf Cassoulet. In Griechenland verspeist man die grüne Bohnen gerne zusammen mit Tomaten und Kreuzkümmel als Fasolakia (Φασολάκια). Sehr klasisch ist auch die Kombination von Matjes, Pellkartoffeln aus neuer Ernte und grünen Bohnen. Der arabische grüne Bohneneintopf heißt Loubia khadra und enthält neben vielerlei Gemüse und reichlich Bohnen auch noch Lamm oder Rindfleisch. In Asien hingegen isst man die grünen Bohnen gerne scharf mit Chili und Ingwer gewürzt.

Und zum Schluss

Die Buschbohnen kann man nicht nur essen – man kann auch über sie oder mit ihr zusammen lachen. Buschbohne ist nämlich auch ein Clownsduo, dass sich aus zwei Frauen zusammensetzt, Katja Gierke als Krümel und Bettina Fröhlich-Burkamp als Flora.


Quellen und noch mehr rund um die Buschbohne

Buschbohnensorten - (zur Quelle) (21.03.2012) und (weitere Quelle).   
Informativer Steckbrief - (zur Quelle) (21.03.2012)                           
Buschbohne im Garten -  (zur Quelle) (21.03.2012)
Buschbohnen zum Lachen - (zur Quelle) (21.03.2012)
Ausführlich - Geschichte, Botanik, Verwendung - (zur Quelle) (21.03.2012)
Bohnenarten im Handel - (zur Quelle) (21.03.2012) (engl.)
Japanische Bohnenrezepte - (zur Quelle) (21.03.2012)
Umfassend zu den Bohnen, auch Nährwert und Zuchtziele und Linksammlung - (zur Quelle) (21.03.2012)
Die Bohnennamen - (zur Quelle) (21.03.2012)


Redaktion: Ernestine Müller