Eichelkürbis (Cucurbita pepo)

Der Eichelkürbis wird auch Acorn oder Acorn squash genannt.

Eichelkürbisse sehen etwas eigenartig aus und lassen auf den ersten Blick nicht sofort auf ihre Zugehörigkeit zur Kürbisfamilie schließen. Und doch gehören die Acorns zu den Garten- oder auch Gemüsekürbissen und sind somit ganz eng verwandt mit den Zucchinis. Gewächse aus der Cucurbita Pepo Familie gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit, das belegen Relikte in 10.000 Jahre alten archäologischen Fundstätten in Mexiko. Im Süden und im Osten der heutigen USA und in hochgelegenen Gebieten Mittelamerikas werden sie seit mindestens 2.700 v. Chr. angebaut. Und die erstaunliche Vielfalt, die es nicht nur unter den Gartenkürbissen an sich, sondern auch in der eigentümlich aussehenden Unterart der Acorn-Squashs gibt, existierte wohl schon in der Zeit, bevor Christoph Kolumbus Amerika entdeckte. Und auch gerade in der amerikanischen Küche sind die sehr dekorativen Früchte wegen ihres nussartigen Geschmacks sehr beliebt. Wenngleich sie wohl in früheren Zeiten andere Namen trugen, denn die Bezeichnung "Acorn Squash" wurden erstmals 1937 schriftlich erwähnt.

Die Pflanze Eichelkürbis

Eichelkürbisse sind harte und dickschalige Winterkürbisse. Die einjährige Kürbispflanze wächst mit kantigen Stängeln und dreieckigen, spitzen, ausgeprägt gelappten Blättern. Stängel und Blatt sind mit kleinen Stacheln bewachsen, die sie rau und borstig machen. Die Blüten der Acorns sind gelb, mit aufrechten Blütenblättern. Der Fruchtstiel ist normalerweise sehr hart und hat tiefe Furchen hat. Eichelkürbisse können kriechend oder auch buschig wachsende Pflanzen sein. Die Früchte selbst werden ungefähr 0,5 bis 1,0 Kilogramm schwer. Eine buschige Pflanze liefert im Schnitt sechs bis acht Früchte, eine rankend wachsende hingegen nur 3 bis 5. Acorn-Früchte sind zumeist 10 bis 20 Zentimeter lang, stark gerippt, und vorne spitze zulaufend. Damit erinnern sie im Aussehen eher an übergroße Erdbeeren als an Eicheln und insofern sind sie eine schöne Illustration dafür, dass die Früchte der Kürbisfamilie recht eigentlich Panzerbeeren sind. Ein Plus für die Eichelkürbisse ist die sehr lange Haltbarkeit der Früchte, die bei optimaler Erntereife und unter guten Bedingungen mindestens sechs Monate beträgt.

Eichelkürbis – Arten

Wie häufig bei beliebten Kürbissen, so gibt es auch innerhalb der Eichelkürbiss-Familie eine große Vielfalt, die sich in diesem Falle aber hauptsächlich auf dekoratives Aussehen der sehr dicken Schale und optimierte Wachstumsansprüche erstreckt. Zwar sind die meisten Eichelkürbisse immer noch grün oder dunkelgrün, es gibt auch gelbe, cremefarbene und neueste Züchtungen sind in ihrer Mehrfarbigkeit sehr dekorativ.

Table Queen

Table Queen ist die Tischkönigin unter den Acorn-Squash und wird in Frankreich auch "Reine de la Table" genannt. Es handelt sich um eine grünschalige Sorte, die aus Norddakota stammt, wo sie schon von den Indianern angebaut wurde. Die Pflanze Table Queen ist schwach rankend, die grünen, gerippten, spitz zulaufenden Früchte sind 0,5 bis 1 Kilogramm schwer und sehr schmackhaft. Das gelbliche Fruchtfleisch ist dick, trocken und fest. Ähnliche Sorten sind:

  • Autumn Queen, die wenig rankend wächst und rund 10 dunkelgrüne Früchte mit 400 bis 700 Gramm liefert,
  • Early Acorn, die wenig rankend wächst, 5 bis 8 Früchte dunkelgrüne Früchte mit einem Gewicht von 500 bis 1100 Gramm liefert,
  • Mesa Queen, die wenig rankend wächst und 5 bis 8 dunkelgrüne Früchte von rund 700 Gramm liefert,

sowie die Sorten Table King und Winterhorn.

Table Gold

Der Table Gold Acorn Squash ist der einzige dunkelgelbe bis orangefarbene Eichelkürbis. Die Pflanze ist buschig wachsend und liefert 5 bis 8 Früchte sehr spitz zulaufende kleinere Früchte mit einem Gewicht von 400 bis 700 Gramm. Bei den Table Gold Eichelkürbissen sind besonders die sehr jungen Früchte zu empfehlen, beispielsweise als Rohkost mit Haselnussaroma. Ausgereift hingegen schmecken diese Kürbisse süß und sehr wie Mais. Die wunderhübsch dekorativen Früchte sind lange haltbar.

Swan White Acorn

Die Swan Whit Acorn Eichelkürbisse sind eine anfangs fast schneeweiße und daher sehr dekorative Kürbisfrucht, die bei längerer Lagerung cremefarben bis gelblich wird. Die Früchte werden bis zu einem Kilogramm schwer. Die Pflanze bildet kurze Ranken und wächst halbbuschig. Die Fruchtzahl je Pflanze liegt bei 5 bis 8. Eine ähnliche Sorte sind die Cream of the Crop F1 Kürbisse, die etwas kleinere Früchte bildet. Die Fruchtfleischqualität ist bei beiden Sorten sehr gut.

Heart of Gold F1

Die Heart of Gold Acorn-Kürbisse sind eine neuere Züchtung und schon weiß-grün gefleckt. Diese Kürbissorte ist sowohl dekorativ als auch sehr schmackhaft. Die Pflanze wächst mittelfrüh, halbbuschig und ist mit 6 bis 10 Früchten sehr ertragreich. Die Früchte sind ungefähr ein Kilogramm schwer.

Festival F1

Die Festival F1 Eichelkürbisse sind ebenfalls eine Neuzüchtung und sowohl farblich als auch geschmacklich eine echte Bereicherung. Die dreifarbigen gelb-orangen und weiß-grün gefleckten Früchte sind außerordentlich hübsch anzusehen. Das Fruchtfleisch ist von kräftiger gelb-oranger Farbe und hat einen kräftig nussigen Geschmack. Die beste Verwendung für diese neuen bunten Acorns ist es, sie einfach zu verspeisen roh, wie beispielsweise einen Apfel. Ein weiterer Pluspunkt: Durch den buschigen, rankenlosen Wuchs findet die Pflanze auch in kleineren Gärten Platz und man kann sie sogar in Containern oder Töpfen züchten. Ähnliche Sorten sind:

  • Carnival F1 (auch Chamäleon), diese Sorte ist schillernd mehrfarbig, grün, gelb, weiß, hat ein Fruchtgewicht von 800 bis 1.200 Gramm, wächst schwach rankend und trägt 5 bis 6 Früchte,
  • Celebretion F1, diese Sorte ist mehrfarbig weiß-grün-gelb gesprenkelt, hat ein Fruchtgewicht von 500 bis 900 Gramm, wächst wenig rankend und trägt 5 bis 6 Früchte.

Fordhook Acorn (Cucurbita pepo var.. turbinate)

Der Fordhook Eichelkürbis ist die Neuauflage einer historischen uramerikanischen Eichelkürbissorte, die W Atlee Burpee im Jahr 1890 im Rahmen der Fordhook Versuchs-Studien in Doylestown, Pennsylvania erstmals angebaute. Heute erfreut sich dieses Kürbiserbstück, dass durch für die Acorns untypisches Rankverhalten und delikaten Geschmack besticht, großer Beliebtheit. Die Früchte sind zwischen 0,5 bis 2 Kilogramm schwer, haben eine längliche, spitz zulaufende Form und eine cremegelbe Farbe.

Yugoslavian Fingers

Die "Jugoslawischen Finger" sind eine sehr ungewöhnliche domestizierte Eichelkürbiszüchtung. Die großen, geriffelten Früchte sind nicht nach innen eingedellt, sondern haben zehn abstehende Finger. Die Schale selbst ist hübsch cremefarben. Über den Geschmack gehen die Meinungen auseinander – die einen loben das feinkörnige, glatte Aroma, andere meinen, dass dieser Kürbis eher dekorativen Zwecken dient. In Amerika wurde dieser Kürbis übrigens erstmals im Jahr 1885 im Retail Katalog von James JH Gregory als "Ananas" vorgestellt.

Die Eichelkürbisse in der Küche

Eichelkürbisse sind mit ihrem süßlich orangefarbenen Fruchtfleisch hervorragende Speisekürbisse und aufgrund ihrer langen Haltbarkeit zugleich ein schöner Zimmer- und Tischschmuck. Anfangs können die Früchte noch samt der dünnen Schale roh verzehrt werden und schmecken dabei angenehm nussig. Leider verliert sich dieser köstliche Geschmack durch die lange Lagerung und auch durch das Kochen. Als Trostpflästerchen für diese kulinarischen Einschränkungen haben die Acorns eine angenehm praktische Portionsgröße. Man kann sie einfach mit dem Messer halbieren (Schälen geht bei ausgereiften Früchten wegen der Rillen nicht), das Kerngehäuse entfernen, mit Öl bestreichen oder, mit einer Füllung versehen, im Ofenrohr backen. Das gegarte Fruchtfleisch dann noch nach Belieben mit Salz und Pfeffer würzen, eventuell noch mit Sahne und Butter verfeinern oder Käse überbacken – fertig ist die praktische Löffelmahlzeit, die direkt aus der eigenen Schale heraus verzehrt werden kann.

Der amerikanische Klassiker

Die klassisch amerikanische Art Acorn squash zuzubereiten geht jedoch etwas anders. Nachdem der Kürbis zerteilt wurde und sorgfältig von Kernen und Strähnen befreit wurde, wird die Innenseite mit Butter bestrichen, etwas gesalzen und dann mit braunem Zucker bestreut. Nun kommt auf jede Hälfte noch ein Löffel Ahornsirup und alles wird ungefähr eine Stunde im Ofen gebacken.

Einkauf von Eichelkürbissen

Zur Kürbissaison kann man Eichelkürbisse in gut Supermärkten und besonders häufig in Bio-Supermärkten kaufen. Hinsichtlich der grünen Sorten sollte folgendes beachtet werden: Ist der Kürbis glänzend dunkelgrün, dann ist er nicht reif. Reife Kürbisse haben immer einen orangefarbenen Fleck, der an der Stelle entsteht, die unten lag. Ein derartiges festes Exemplar wird den Käufer dann mit seinem dunklen orange-gelben Fruchtfleisch und köstlichem Nussaroma verwöhnen.

Vor – und Zubereitung

Problematisch am Eichelkürbis ist die dicke Schale, welche die Zubereitung erheblich erschwert, da sie nicht geschält werden. Also schneidet man die Kürbisse einfach mitten durch, was jedoch etwas Kraft erfordert. Hat man den Kürbis in zwei Hälften gespalten, müssen die Samen entfernt werden, die man jedoch keinesfalls wegwerfen sollte, da sie geröstet ausgesprochen lecker sind. Ist der Kürbis sauber, gibt es mehrere Varianten. Für gefüllten Kürbis wird Acorn Squash mit Füllung und der Innenseite nach oben in den Backofen geschoben. Zumeist ist er schon nach dreißig bis vierzig Minuten gar. Man kann Kürbis aber auch mit der Innenseite nach unten auf das Backblech legen, das hat nämlich den schönen Effekt, dass die Schnittfläche durch den herauslaufenden Saft (Fachleute nennen das Blutungen) von selbst karamelisiert – ein sehr interessanter Effekt. Sogar ganze Acorns können im Backofen zubereitet werden, dafür muss man sie aber zuvor einstechen – was recht schwierig ist. Eine besonders einfache Variante, um an gegartes Acorn-Kürbisfleisch zu kommen, ist die Zubereitung in der Mikrowelle. Der aufgeschnittene Kürbis wird mit der Innenseite nach oben unter einem Deckel, ohne Zugabe von Wasser, für 15 Minuten gegart.

Und zum Schluss - No Go`s bei der Zubereitung

  • Gar nicht erst versuchen zu schälen – es funktioniert nicht, besser gleich aufschneiden.
  • Nicht kochen, sondern nur Backen. Kochen zerstört sowohl die Textur als auch den Geschmack.
  • Kein Wasser während des Garens zugeben. Es würde den Kürbis matschig machen.

Quellen und noch mehr zum Eichelkürbis

Daiber, Claudia; Hailer, Manfred: Kürbis – delikat, gesund, dekorativ. Stuttgart: Ulmer, 2007.
Schöner, Brigitte; Streicher, Hans: Kürbis – Die besten Sorten, Anbauen, Zubereiten, Dekorieren. München: blv, 2003.
Kintrup, Martin: Kürbis. Müchnen: Gräfe und Unzer (GU), 2008.
van Wyk: Handbuch der Nahrungspflanzen – ein illustrierter Leitfaden. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2005.
Zubereitung der Eichelkürbisse (engl.) (13.11.2011) - zur Quelle
Und noch mal – Eichelkürbisse zubereiten (engl.) (13.11.2011): - zur Quelle 
Eichelkürbisse anbauen (13.11.2011) - zur Quelle 
Zu den Acorn-Squash-Arten (13.11.2011) - zur Quelle 
Zum Jugoslawischen Finger (engl.) (13.11.2011) - zur Quelle  und weitere Quelle
Eichelkürbisse sind sehr gesund (engl.)- zur Quelle 
Überblick - zur Quelle
Klassische Zubereitung (engl.) (13.11.2011) - zur Quelle


Redaktion: Ernestine Müller