Hokkaido-Kürbis (Cucurbita maxima)

Der Hokkaidokürbis wird auch Maronenkürbis, Uchiki Kuri, Kastanienkürbis, Zwiebelkürbis oder Maronikürbiss genannt.

In anderen Sprachen heißt der Hokkaidokürbis red kuri squash(engl.); 栗カボチャ, kuri-kabocha (jap.) oder potimarron (franz.).

Der Kürbis ist auf dem besten Weg ein fester Bestandteil in der Küche zu werden. Das lange verschmähte Gemüse, das eigentliche eine Panzerbeerenfrucht ist, eignet sich für eine Vielfalt verschiedenartiger Gerichte – das musste nur erst entdeckt werden. Das Interesse am Kürbis hat dabei nicht etwa ein einheimisches Kürbisgewächs, sondern der in Japan gezüchtete Hokkaidokürbis geweckt. Auch Japan ist nicht die Heimat dieser mittlerweile vielfarbig daherkommenden Kürbissorte, denn der Hokkaido ist auch nur die kleine nahrhafte Züchtung aus einer amerikanischen Riesenkürbissorte (wohl ein Hubbard-Kürbis), die ein amerikanischer Agrarwissenschaftler um 1878 nach Japan brachte. Heute gehören die Hokkaido-Kürbisse aufgrund ihrer vielfältigen Zubereitungsmöglichkeiten, einfachen Handhabung in Verbindung mit einer langen Lagerungsfähigkeit und optimaler Haushaltsgröße von ein bis zwei Kilogramm zu den beliebtesten Kürbissen weltweit. Und sie stammen auch nicht mehr nur Japan. Hokkaidos werden seit rund 20 Jahren in Europa angebaut, in kleineren Mengen sogar in Deutschland. Hokkaidos im Supermarkt sind jedoch zumeist aus Spanien und Frankreich importiert. Der Erfolg der kleinen Riesenkürbisse ist derart groß, dass sich auf dem einheimischen Markt kaum noch andere Speisekürbisse absetzen lassen.

Namen-Wirrwarr

Würde man in Japan nach einem Hokkaidokürbis fragen, käme man nicht weit. Dort tragen diese Kürbisse so schwierig auszusprechende Namen wie „Uchiki Kuri“ für die rote Sorte oder „Kuri-Kabocha“ für die grünfarbigen. Um diese speziellen Kürbisse weltweit vermarkten zu können taufte man sie einfach auf den Namen der Insel, auf der sie hauptsächlich angebaut werden – und das ist eben „Hokkaido“. Da inzwischen auch in anderen Ländern dem Hokkaido ähnliche Kürbisse gezüchtet werden, die dann häufig die Form einer Zwiebel haben, entstand in Abgrenzung zum originären Japan-Kürbis der Name „Zwiebelkürbis“. Die Franzosen hingegen wählten einen ganz anderen Ansatz. Setzt man die beiden französischen Wörter „Potiron“ für Kürbis und „Marron“ für Esskastanie zusammen entsteht das Wort „Potimaron“ also ein Maronikürbis – so weiß man doch gleich, was kulinarisch zu erwarten ist. Das besagen auch die japanischen Namen, denn Maroni heißt dort „Kuri“ oder „Guri“ und so tragen die nach Maroni schmeckenden Kürbisse das Aroma schon im Sortennamen wie beispielsweise bei „Akaguri“ oder eben beim „Uchiki Kuri“.

Wie Hokkaidokürbisse aussehen und Wie sie wachsen

Alle Hokkaidokürbisse gehören zur Kürbisart von Cucurbita Maxima. Das bedeutet botanisch, es handelt sich um kriechende einjährige Pflanzen mit runden, weichen Stengeln und runden Blättern. Die Blüten der Kürbispflanze sind gelb und tief eingeschnitten, sie haben einen lappig gerundeten, nach außen umgebogenen Saum. Der Fruchtstiel ist korkig und weich und setzt zylindrisch-dick an. Die Hokkaidos sind Herbstkürbisse, die sich langsam entwickeln. Nach der Aussaat im Frühjahr dauert es bis zu sechzig Tage, bis die ersten Blüten erscheinen, dann noch einmal achtzig Tage bis zum Wachstum der Kürbisfrucht. Die Kürbispflanze verfügt über männliche und weibliche Blüten. Die weiblichen Blüten erkennt man ihrem Fruchtknoten, die männlichen an dem langen Stiel. Man kann die weiblichen Kürbisblüten selbst bestäuben. Wie andere Kürbissorten auch, bevorzugen die Hokkaidokürbisse nahrhaften Untergrund, wachsen also gut auf mit Mist angereichertem Boden. Die reife Frucht ist zwischen ein bis zwei Kilogramm schwer, tritt zahlreich auf und kann je nach Sorte orange oder grün sein. Die Erntezeit der Kürbisse liegt zwischen September und Dezember. Da die Kürbisse frostempfindlich sind, sollten sie bei 10 bis 15 Grad gelagert werden. Ein ganzer Kürbis, dessen unversehrter Stielansatz auf 5 Zentimeter gekürzt wurde und dem ein kühler, dunkler Lagerplatz zur Verfügung steht, hält sich mehrere Monate lang.

Tipps zum Kürbisanbau

Leider lieben Schnecken die jungen Kürbispflanzen sehr. Eine Möglichkeit trotzdem zu ernten, besteht darin, nur starke vorgezogene Jungpflanzen ins Beet zu setzen und zudem noch ein Glas über die Pflanzen zu stülpen. Auch muss man nicht jedes Jahr neue Kürbissamen kaufen, denn aus den ausgelösten Kernen aus der Vorjahresernte lassen sich wieder neue Kürbisse züchten. Aber Achtung: Kürbisse einer Art können sich kreuzen – wer beispielsweise Hokkaido und Gelben Zentner zusammen im Garten hat, kann auf Überraschungen gefasst sein.

Hokkaido-Kürbis-Arten

Hierzulande ist fast nur der rotschalige Hokkaidokürbis bekannt, dabei gibt es auch grünen und grauen Hokkaido. Gerade die grünen Hokkaidos sind in Japan sehr beliebt, werden hierzulande aber für unreif gehalten, dabei steht die Qualität ihres Fruchtfleisches dem der roten in nichts nach.

Uchiki Kuri auch Red Kuri

Das ist der eigentliche Standard-Hokkaido-Kürbis für die Verwertung in der europäischen Küche. Die Außenschale ist leuchtend rot, das Fruchtfleisch orange und mehlig kochend. Typisch ist die tropfenförmige Form. Das Aroma ist nussig-süß-mehlig.

Sunny Hokkaido

Bei diesem Hokkaido sind Schalen- und Fruchtfleischfarbe wie beim Uchiki-Kuri leuchtend rot und orange, die Früchte werden allerdings etwas größer und haben eine ganz runde Form.

Grüner Hokkaidokürbis auch Kuri Kabocha

Die grünen Hokkaidos werden in Japan als „Kuri Kabocha“ bezeichnet. Die Früchte dieser Sorten sind im Gegensatz zu den bauchigen roten Kürbissen leicht gerippt und flach. Die hellen Streifen, die vom Blütenansatz bis zum Stielansatz laufen, lassen diese Kürbissorten sehr hübsch aussehen. Die Früchte sind mit zwei bis drei Kilogramm etwas größer als die der roten und haben ein kräftig gelbes Fruchtfleisch. Bekannte Sorten sind Sweet Mama, Meruhen und Nutty Delicia.

Grau-Grüne Hokkaidokürbisse auch Blue Kuri

Ein Vertreter der grün-blauen Hokkaidos ist die Sorte „Blue Kuri“, deren Fruchtfleisch nicht mehr leuchtend-orange sondern eher ocker-braun ist. Das Aroma des Fruchtfleisches ist ausgeglichen nussig-süß.

Grauschaliger Hokkaido auch Yukigeshou

Eine in Japan sehr beliebte Hokkaido-Sorte ist die „Yukigeshou“, was übersetzt ungefähr „Schneelandschaft“ bedeutet und das Erscheinungsbild der gräulich marmorierten Früchte gut beschreibt. Sie sehen jedoch nicht nur dekorativ aus, das Fruchtfleisch ist zudem sehr lecker und vergleichbar mit dem der grünen Hokkaidosorten. Eine weitere graue Hokkaidokürbissorte ist „Snow Delite“.

Was der Kürbis enthält

Von allen Kürbissorten sind die Hokkaidokürbisse aufgrund ihrer Nährstoffe und Kalorien die nahrhaftesten. Ihr Gehalt an Kohlenhydraten kann es aufgrund der hohen Stärkeanteile (55 Prozent) locker mit dem von Mais und Erbsen mithalten. Der Gehalt an Beta-Carotin ist sogar siebenmal höher als bei anderen Kürbissorten. Zudem haben die Kürbisse ein ausgesprochen gutes Natrium – Kalium Verhältnis, sind praktisch säurefrei, reich an B-Vitaminen und somit sehr gut für reizarme Nahrung geeignet. Für eine magenschonende Diät und Babynahrung ist Kürbis nahezu ideal. Zudem wirken Kürbisse harntreibend und sind somit bei Nierenerkrankungen zu empfehlen. Ganz konkret enthalten 100 Gramm Hokkaidokürbisfleisch durchschnittlich 91 g Wasser, 1, 0 g Eiweiß, 5,5 g Kohlenhydrate, 22,0 mg Calcium, 9 mg Vitamin C und mit 1,96 mg recht viel Beta-Caroten.

Hokkaido Kürbis in der Küche

Hokkaido – Kürbisse sind ein echter Alleskönner und können auf fast alle denkbaren Arten zubereitet werden, egal ob braten, backen, egal ob für Suppe, Pürree, als Füllung für Pasteten, als Bestandteil von Chutneys oder gewürfelt gratiniert. Wegen ihres feinen Aromas dass nussig-süßlich ist, wäre die Bezeichnung Maronikürbis aussagekräftiger.

Vorbereitung und Zubereitung

Mittlerweile ist spätestens ab Spätsommer bis in den tiefen Winter hinein eine Auswahl von Hokkaido-Kürbissen in fast jedem Supermarkt erhältlich und preislich mit ungefähr einem Euro für das Kilogramm auch sehr erschwinglich. Hokkaido in Bioqualität ist entsprechend teurer. Nicht überall erhältlich sind die grünen Kuri-Kabocha, man kann sie jedoch im Internet bestellen. Einen Kürbis guter Qualität erkennt man beim Klopfen: Wenn es hohl klingt, ist das Fruchtfleisch ideal gereift. Das trifft auch auf die grünen Hokkaido-Kürbisse zu, die keineswegs, wie häufig angenommen wird, einfach nur unreif sind. Einen Kürbis in unversehrtem Zustand muss man auch nicht gleich essen, sondern kann ihn dunkel und kühl mehrere Wochen lagern. Besonders angenehm an den Hokkaidokürbissen – die dünne Schale kann mitverarbeitet werden. Auch ansonsten sind diese Kürbisse einfach zu handhaben: Der gewaschene Kürbis wird – ähnlich wie die Melone – in ungefähr ein Zentimeter dicke Scheiben geschnitten und entkernt. Danach kann es an die Weiterverarbeitung gehen. Übrigens: Selbst die Kerne lassen sich verwenden, geröstet sind sie eine Delikatesse!

Vielfalt an Leckereien

Hinsichtlich der Hokkaidokürbiszubereitung sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Gebraten in der Pfanne und vielleicht mit etwas Chili und Majoran gewürzt hat man beispielsweise eine leckere Beilage zu Braten und Ragout. Besonders ansprechend – jede Art von Kürbispüree, da gerade die Hokkaidos eine samtweiche Konsistenz mit einer beeindruckenden Farbe vereinen. Auch die klassische Kürbissuppe wird köstlich, hier kann man mit ein paar gerösteten Hokkaidokernen dekorieren. Ein echte Bereicherung für die Küche ist selbst gemachtes Kürbischutney, das immer gut zu Fleisch oder Käse passt. Zu einer Hauptspeise wird der Hokkaidokürbis im Risotto. Aber auch Nudeln und Spaghetti vertragen zur Abwechselung mal eine Hokkaido-Pasta. Man kann die Kürbisse nicht nur verbraten, sondern auch befüllen, beispielsweise mit Hackfleisch aber natürlich auch vegetarisch wahlweise mit Feta oder Couscous. Natürlich lassen sich aus dem Hokkaido auch vielfältige Süßspeisen zubereiten. Eine besondere Leckerei ist gedämpfter Hokkaido-Kürbis-Kuchen, der Leichtigkeit mit angenehm süßer Saftigkeit verbindet.

Und zum Schluss – Hokkaido aus der Flasche

Kürbis kann man nun auch trinken. Die Firma Rabenhorst hat einen hochwertigen Bio-Gemüse-Direktsaft aus den Hokkaidos produziert. Dabei steht Qualität an erster Stelle, die verwendeten Kürbisse sind Bioqualität.



Quellen und noch mehr zum Hokkaidokürbis

  • Daiber, Claudia; Hailer, Manfred: Kürbis – delikat, gesund, dekorativ. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Bendel, Lothar: Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Schöner, Brigitte; Streicher, Hans: Kürbis – Die besten Sorten, Anbauen, Zubereiten, Dekorieren. München: blv, 2003.
  • Kintrup, Martin: Kürbis. Müchnen: Gräfe und Unzer (GU), 2008.
  • van Wyk: Handbuch der Nahrungspflanzen – ein illustrierter Leitfaden. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2005.
  • Zubereitung und Lagerung - zur Quelle
  • Das Kürbismuseum - zur Quelle
  • Hokkaido-Kürbissorten - zur Quelle
  • Eigenschaften - zur Quelle
  • Zum Kuri-Kabocha-Kuchen - zur Quelle
  • Hokkaido Gemüsesaft - zur Quelle

Redaktion: Ernestine Müller