Moschuskürbis (Cucurbita moschata)

Der Moschuskürbis wird auch Bisamkürbis oder Mantelsackkürbis genannt. Da auch die Butternut- und die Muskatkürbisse zur Familie der Moschuskürbisse gehören, werden auch diese beiden Kürbisbezeichnungen teilweise als Synonym für alle Curcubita Moschata verwendet.

In anderen Sprachen heißt der Moschuskürbis Zucca moscata, Zucca torta (ital.);Musky squash, Musky winter squash, Musky gourd (engl.); Courge musquée (franz.), Courge muscade (Schweiz); Pompoen (Holländisch); Moskusgræskar, Krumhalsgræskar, Kroghals (Dänisch); Abóbora-rasteira (portug.); Calabaza (Argentina) , Calabaza de castilla (Mexico), Calabaza moscada, Calabaza de Chipre, Ayote (Guatemala to Costa Rica), Auyama (Panama to Venezuela), Joko (Bolivia), Lacayote (Peru), Tamalayota (Mexico, Colombia), Zapallo (Ecuador, Peru) und in Schweden nennt man ihn Bisampumpa.

Moschuskürbisse, die heute als die feinsten Speisekürbisse gehandelt werden, stammen ursprünglich aus den feuchtheißen Niederungen des südlichen Mittelamerika und sind daher sehr wärmebedürftige Pflanzen, die in unsern Breitengrade schlecht gedeihen. Früheste archäologische Funde von Cucurbita Moschata datieren 4.900 v. Chr. im südlichen Mexiko und auf 3.000 v. Chr. an der Küste von Peru. Für den Gebrauch als Nahrungsmittel wurden diese schmackhaften Speisekürbisse im Norden Südamerikas domestiziert. Es gibt viele verschiedene Arten von Cucurbita Moschata. Die wohl bekanntesten sind der Muskatkürbis und die Butternuss-Kürbisse. Etwas exotischer hingegen der Schlangenkürbis, der auch Schlangengurke genannt wird. Ihren Namen verdanken diese Kürbisvarietäten übrigens dem Geruch. Reife aufgeschnittene Früchte verströmen einen schwachen Moschusgeruch. Dieser pflanzliche Duftstoff hat aber nichts mit dem penetranten tierischen Moschusgeruch gemein, sondern ist eher süßlich mit einer Note von Muskat.

Die Pflanze Moschus-Kürbis

Cucurbita Moschata sind sehr wärmeliebende Pflanzen, dass verdanken sie ihrer Herkunft aus den tiefer liegenden Gebieten Mexikos. Kürbisse dieser Art werden deshalb bevorzugt in südlichen Ländern oder in Lagen mit Weinbauklima angebaut. Viele interessanten Arten gedeihen hierzulande leider nicht, beziehungsweise bilden nur wenige unreife Früchte aus, die wenig schmackhaft sind.

Aussehen

Die Moschuskürbisse sind von anderen Kürbisarten sehr deutlich an ihren Blättern zu unterscheiden, denn diese sind nicht glatt grün, sondern haben kleine weiße bis silbrige Flecken, die zumeist in den Achseln der Blattadern sitzen. Die Blattform ist mehr oder weniger abgerundet, zudem besitzen Blätter und die kantigen Triebe eine weiche filzige Behaarung. Der Fruchtstiel ist eckig und am Fruchtansatz verbreitert. Alle Moschuskürbisse sehr einjährige, kriechende, sehr starkwüchsige Pflanzen, die in warmem Klima meterlange Triebe entwickeln können.

Die Früchte

Den Früchten der Moschuskürbisse fehlt die Farbenvielfalt, wie sie bei den Gartenkürbissen zu finden ist. Junge und nicht vollständig ausgereifte Früchte sind grün, ausgereifte hingegen eher cremefarben bis bräunlich, auch bronzefarben und oft mit einer Wachsschicht versehen. Was in der Farbe fehlt, machen die Cucurbita Moschata mit ihrem Formenreichtum wett, der von birnenförmig wie beispielsweise bei den Butternüssen über platt, rund und stark gerippt bei den Muskatkürbissen bis hin gurkenähnlichen oder bananenartigen Früchten reicht oder auch das Aussehen einer Schlange annehmen kann, wie es bei den Schlangenkürbissen der Fall ist. Die Qualität des Fruchtfleisches ist zumeist exzellent. Das reife Fleisch ist zart, saftig und zeichnet sich durch einen hohen Karotingehalt aus. Roh verzehrt schmeckt es süßlich erfrischend. Auch unreife Kürbisse schmecken schon ganz ausgezeichnet und können ganz ähnlich wie Zucchini verwendet werden.

Moschuskürbisarten - Butternuts und Muskatkürbisse

Moschuskürbisse werden immer beliebter und damit wird auch die Sortenvielfalt immer unüberschaubarer. Zu verdanken haben diese Kürbissorte das sicher ihrem feinen Fruchtfleisch, das zum einen appetitlich dunkelgelb bis leuchtendorange daherkommt und durch zum zweiten durch seine Vielfalt interessanter Aromen besticht, die von nußig über süßlich-muskatig bis hin zu buttrig zart reicht. Zudem haben Moschus-Kürbisse auch noch einen recht kleinen Samenbereich,was für den Kürbisgourmet bedeutet, dass die Vorbereitung (Aushöhlen etc.) weniger mühevoll ist und zudem besonders hat es den Effekt, das recht viel Fruchtfleisch in den Kochtopf kommt.

Die Butternut-Kürbisse (Cucurbita Moschata)

Die Butternuts – wie diese sehr beliebten Kürbisse in den USA auch genannt werden, zählen zu den besten Speisekürbissen. Die etwa ein bis zwei Kilogramm schweren Früchte haben eine ausgeprägte Birnenform, größere Butternuss-Kürbisse haben oft schon eine keulenartige Form. Neuere Züchtungen wie beispielsweise die Sorte Mallorca F1 weichen ganz von der Birnenform ab und sind länglich schmal. Sorten wie Atlas 1 hingegen sind rollenförmig mit einer deutlichen Delle in der Mitte. Auch farblich haben die Butternuts einiges zu bieten. Es gibt grünlich-weißliche (Avalon F1), hellgelbe Sorten (Metro F1), beige-terracottafarbenen (Butterboy F1), orangefarbene wie die Sorte Sonca, grüne Früchte, die sich langsam ins bräunliche verfärben (Surcrine du Berry) oder Sorten, die unreif dunkelgrün und reif tief orange sind, wie die Tambura-Kürbisse. Der Fruchtfleischanteil liegt bei dieser Kürbissorte bei 90 bis 95 Prozent.

Zubereitung – herrlich viel Fruchtfleisch

Bestechendes Merkmal der Butternuss-Kürbisse ist nicht nur die Feinheit und das Aroma ihres Fruchtfleisches, sondern sie liefern auch noch eine erstaunliche Menge davon. Durch das meist sehr klein ausgebildete Kerngehäuse, das nur in der Verdickung am vorderen Ende sitzt, fällt nur ein verschwindend geringer Putzabfall an. Frisch geerntet können Butternuss-Kürbisse sogar samt Schale verwendet werden, was Zeit bei der Zubereitung spart. Apropos Zubereitung: Mit Butternüssen kann man in der Küche fast alles anstellen. Man sie zum Backen, zum Braten, zum Füllen und für Suppen, für Pies und Aufläufe genauso wie für Kuchen und Marmeladen verwenden. Und - fast alle Sorten sind auch roh genossen ein Genuss.

Butternut-Sorten

  • Butter Boy: späte beige-terracottafarbene Sorte, 1 bis 2,5 Kilogramm
  • Butterbush: frühe beige terracottafarbene Sorte, 700 bis 800 Gramm
  • Langer von Nizza: gurkenähnliche Früchte, bis zu 80 Zentimeter lang und 3 bis 5 Kilogramm schwer,
  • Sucrine du Berry (Süße von Berry): dunkelgrün, später bräunlich, 1 bis Kilogramm,
  • Tambura: frühe Sorte, erst dunkelgrün, dann tieforange, Früchte 2 bis 4 Kilogramm schwer, gedeiht auch in Deutschland
  • Tromba dÀlbenga: italienische Kürbissorte, deren bis zu 1 Meter langen und schlanken Früchte sich beim Wachstum eigenartig im Kreis winden
  • Violina (Rugosa Butternut): späte terracottafarbene Sorte, 2 bis 3 Kilogramm schwer, gerippt und Violinenform
  • Zenith: frühe beige-terracottafarbene Sorte, Früchte 0,7 bis 1,2 Kilogramm schwer.

Die Muskatkürbisse

Muscade de Provence ist mit einem Gewicht von 10 bis 30 Kilogramm der größte Moschuskürbis. Die Früchte sind stark gerippt, dunkelgrün, orange oder braun und enthalten in nicht ausgereiftem Zustand viel saftiges Fleisch, das roh verzehrt werden kann. Mittlerweile ist diese in Südfrankreich beheimatete Sorte auch bei uns sehr gut bekannt und der Grund dafür, warum Moschuskürbisse immer häufiger als Muskat-Kürbisse bezeichnet werden. Diese sehr stark rankende Pflanze liefert nur in warmem, günstigem Klima mehrere Früchte, die nach der Ernte bei warmer Lagerung sogar noch nachreifen. Am besten schmecken übrigens die noch nicht voll ausgereiften Kürbisse, gut zu erkennen an ihrer grünen Schale.

Muskatkürbisse zubereiten

Muskat-Kürbisse verbreiten, wenn sie frisch aufgeschnitten werden, ein süßliches Aroma, das leicht an Muskat erinnert. Obwohl das Fruchtfleisch bei diesen großen Kürbissen recht faserig wirkt, fällt es beim Kochen nicht auseinander. Apropos Kochen: Vor der Zubereitung müssen die Muscade`s geschält, was wegen der harten Schale nicht ganz einfach ist. Weil diese französische Kürbissorte sehr aromatisch und saftig ist, kann man das Fruchtfleisch gut für Chutneys und Suppen verwenden, wobei sich der kürbiseigene Geschmack noch die Zugabe von geriebener Muskatnuss unterstreichen lässt. Pikant wird es, wenn noch mit Chili und Ingwer abgeschmeckt wird. Auch roh genossen ist Muskatkürbis ein Genuss. Für Muskatkürbissalat hobelt man das Fruchtfleisch fein und mischt in mit anderen Zutaten, gut passt beispielweise Sellerie.

Und zum Schluss – "Brauner Käse"

"Tancheese" heißt eine weitere Moschuskürbissorte und die Übersetzung dieses Namens könnte "brauner Käse" bedeuten. Und tatsächlich gleichen diese flachrunden, leichtgerippten lachsfarbenen Kürbisse von durchschnittlich 1 bis 1,5 Kilogramm sehr kleinen Käseleiben. Leider ist diese Kürbissorte nur in warmen Klima ertragreich. Aber findet man einmal einen Kürbis-Käseleib im Supermarkt, sollte man zugreifen, denn Tancheese sind mit ihrem zart schmelzenden Aroma ausgezeichnete Suppenkürbisse.


Quellen und noch mehr zum Moschuskürbis

  • Daiber, Claudia; Hailer, Manfred: Kürbis – delikat, gesund, dekorativ. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Bendel, Lothar: Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Schöner, Brigitte; Streicher, Hans: Kürbis – Die besten Sorten, Anbauen, Zubereiten, Dekorieren. München: blv, 2003.
  • Kintrup, Martin: Kürbis. Müchnen: Gräfe und Unzer (GU), 2008.
  • van Wyk: Handbuch der Nahrungspflanzen – ein illustrierter Leitfaden. Stuttgart: Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 2005.
  • Zu den Bezeichnungen - zur Quelle
  • Überblick über die Familie der Moschuskürbisse - zur Quelle
  • Kürbissorten Butternüße - zur Quelle
  • Sorten Moschuskürbisse - zur Quelle

Redaktion: Ernestine Müller