Patisson-Kürbis (Cucurbita pepo convar patissonia)

Die Patissonkürbisse werden – ihrem Aussehen nach – auch "Fliegende Untertassen", Ufos oder Kaisermützen genannt.

In Frankreich wird Cucurbita pepo convar patissonia Patisson oder auch Courgette genannt, in englischsprachigen Ländern Pattypan squash, Sunburst Squash oder White squas, in Australien hingegen Button Squash oder Scallopini in Italien. Weitere bekannte Synonyme sind Cymling, Scallop squash, Custard marrow, und Custard squash.

Patissons sind lustig aussehende Kürbisse und sehr dekorative Früchte, viele erinnert ihre Form an bunte Ufos. Obwohl sie eher wie Zierkürbisse als wie essbares Gemüse aussehen, gibt es doch mittlerweile Züchtungen, die sehr schmackhaft sind. Botanisch betrachtet gehören die kleinen Kürbisse zu den Gartenkürbissen, wie beispielsweise die Zucchini oder die Acorn Squash auch. Da die Kürbisse unreif geerntet werden, zählt man sie zu den Sommerkürbissen. Patissons gehören zu den ältesten Kulturpflanzen und sollen schon zu Zeiten der Inkas in Amerika angebaut worden sein. Der auch hierzulande gebräuchliche Namen "Patisson" stammt aus dem provenzalischen Französisch und bezeichnet dort einen Kuchen, der in genau der flachen Wellenschliffform hergestellt wird, wie es für das Aussehen der kleinen Kürbisse charakteristisch ist. Das Wort "Patttypain", welches im englischen die kleinen Kürbis-Ufos bezeichnet, verweist auf einen Topf zum Backen von Pasteten, denn genau für diesen Zweck sind die Cucurbita Pepo convar patissonia auch zu gebrauchen.

Die Pflanze Patissonkürbis und ihre Arten

Patissonkürbisse sind botanisch (und gärtnerisch) betrachtet einjährige Pflanzen, die buschig aufrecht wachsen. Die Stängel dieser Kürbisart sind kantig, der Fruchtstiel hart und tief gekerbt. Der Stielansatz selbst weist Längsfurchen auf. Nach außen hin wird die Frucht glatter. Die innenliegenden Samen haben einen deutlich erhobenen Rand. Die Blätter wachsen dreieckig, spitz und ausgeprägt gelappt. Blatt und Stängel sind rau und borstig, da sie mit kleinen Stacheln bewachsen sind. Auffällig ist die Frucht der Patissonkürbisse. Die kleinen Kürbisse, die einen Durchmesser von sieben bis höchstens zwanzig Zentimeter haben sind kreisrund und teller- beziehungsweise diskussförmig. Der Rand ist mehr weniger gebuchtet oder durch die Furchen gewellt. Dadurch erinnert die Frucht an eine Blume oder Blüte (beziehungsweise an ein Ufo!). Farblich bieten die Früchte ein reiches Spektrum zwischen grün, weiß, orange und gelb. Je reifer Patisson werden, um so dunkler und härter wird die Schale, egal wie der Grundton war. Bei langer Lagerung trocknen die Früchte vollständig ein. Durch ihre harte Schale behalten sie jedoch ihre Form und Farbe. Wirklich lecker (und für die Küche sehr zu empfehlen) sind nur kleine junge Patissons. Denn je größer eine Frucht wird, um so holziger und geschmackloser ist sie. Und ist dann wirklich nur für die Dekoration geeignet.

Patisson Blanc

Der Patisson Blanc ist ein diskusförmiger Kürbis mit einem Durchmesser von 16 bis 25 Zentimetern und einem Gewicht von 1 bis 2 Kilogramm. Die Schale ist reinweiß und glatt, bei jungen Früchten dünn und weich. Ältere Früchte werden hartschalig. Das Fruchtfleisch der weißen Patissons ist hell, fest, dick und aromatisch. Zu Beginn schmeckt es dezent, bei zunehmender Reife entwickelt es ein deutliches Kürbisaroma. Will man weiße Patissons als Gemüse nutzen, sollten die Früchte geerntet werden, wenn sie einen Durchmesser von 10 bis 20 Zentimetern haben. Dann müssen die Früchte auch nicht geschält und entkernt werden, da die Haut noch ganz weich ist und die Kerne nicht ausgebildet sind. Das Fruchtgewicht beträgt dann zwischen 05, und 1 Kilogramm.

Butter Scallop F1

Die Butter Scallops haben, wie der Name schon besagt eine butterfarbene Fruchtschale. Bei dieser Patisson-Sorte handelt es sich um eine neuere amerikanische Züchtung. Die buttercremefarbigen diskusförmigen Früchte erreichen einen Durchmesser von 9 bis 12 Zentimetern bei einem Gewicht von 300 bis 500 Gramm. Das Fruchtfleisch ist ebenfalls cremefarben und ziemlich fest. Bei unreifen Früchten schmeckt es mäßig, später deutlich süß. Das Kürbisaroma ist dezent. Will man die Früchte als Gemüse genießen, sollte nach ungefähr 45 Tagen geerntet werden, zum Ausreifen benötigen sie hingegen 90 Tage.

Custard White (Ufo-Kürbis)

Custard White Kürbisse, die hierzulande auch als Ufokürbisse verkauft werden, sind eine sehr weiße, sehr alte und recht beliebte Patisson-Sorte, dabei den Patisson Blanc recht ähnlich. Die Fruchtform ist diskussförmig, das Fruchtfleisch weiß bis hellgelb. Die Früchte haben einen Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern, werden rund 800 bis 1.400 Gramm schwer. Der Ufo-Kürbis ist jung ein hervorragendes Gemüse beispielsweise als Rohkost und zum Befüllen. Ausgereift macht er sich hervorragend als Deko-Artikel.

Patisson Orange (Yello Bush Scalopp)

Der Patisson Orange sieht aufgrund seiner schön orangenen Farbe etwas mehr nach Kürbis aus, als die anderen Vertreter der Ufo-Kürbisse. Ursprünglich stammt er aus Frankreich und macht sich in der Küche sehr gut, denn er hat ein fein muskatiges Aroma. Die Früchte sind recht klein und erreichen ein Gewicht zwischen 400 und 700 Gramm.

Flying Saucer F1

Der Flying Saucer ist als amerikanische Neuzüchtung ein außergewöhnlich dekorativer Kürbis. Mit seinem ungewöhnlichen gelb-grünen Muster ähnelt er tatsächlich einer fliegenden Untertasse. Auffallend sind die kräftige Farbgebung und die ausprägten, nach außen zeigenden Finger. Zudem ist diese Sorte recht dick und nicht so flach wie andere Patissonsorten. Diese Kürbisart erreicht ein Gewicht zwischen 900 und 1.400 Gramm.

Scallopini F1

Die Scallopinis sind eine dunkelgrüne Ufo-Variante. Ihr Vorteil ist der hohe Ertrag, der bei 10 bis 20 Früchten pro Pflanze liegt. Angenehm für den Koch sind die kleinen Früchte, die nur 300 und 600 Gramm wiegen. Da die dunkelgrünen Sorten insgesamt robuster und hartschaliger sind, sind sie aber leider auch weniger schmackhaft. Insgesamt sind Scallopinis eher zum Dekorieren als für den lukullischen Genuss gedacht.

Patisson Panache Blanc Et Vert

Diese Patisson mit dem schwierigen französischen Namen sind mit ihrer flachrunden Form und den weiß-grünen Streifen sehr attraktiv anzusehen. Erstmals erwähnt wurde diese Sorte schon 1800 von dem Franzosen Vilmorin. Die Früchte erreichen ein Gewicht von 600 bis 1.500 Gramm. Für die Küche sind sie weniger geeignet. Verwenden sollte man wenn überhaupt nur sehr junge Exemplare.

Patisson verruqeux panache

Diese gemischtfarbigen, gewarzten Patisson sind auch unter dem Namen Patisson strie melange anzutreffen. Diese französische Sorte wird vorwiegend für Dekorationszwecke angebaut. Die Früchte sind uneinheitlich sowohl in der Größe als auch in der Farbe. Es gibt sie weiß, grün und gelb, gestreift oder auch nicht gestreift. Das Gewicht einer einzelnen Patisson kann zwischen 400 Gramm und 2,5 Kilogramm liegen.

Patissons in der Küche

Patissonkürbisse gehören zu den ältesten Kulturpflanzen und sind sicher unberechtigterweise so lange aus der Küche verschwunden. Zwar kann man sie in ausgereiftem Zustand nur noch zum Dekorieren verwenden, aber ungefähr nach der Hälfte ihrer Reifezeit, also knapp nach fünfzig Tagen, ergeben die weißen, gelben und die orangefarbenen Sorten ein leckeres Gemüse. Von besonderem Interesse für den engagierten Koch, der gerne Altes wieder neu entdeckt, ist dabei der Aspekt, dass die Patissons einen ausgesprochen dekorativen Topf abgeben – den man jedoch, anders als bei den Hokkaido-Kürbissen, leider nicht mitessen.

Vor und Zubereitung

Leider werden in Deutschland bisher nur wenige Patissonkürbisse für den Verzehr angeboten. Man muss zumeist in den Bioladen, wenn man einen kaufen möchte. Aber man könnte diese kleine, nicht rankende Kürbissorte auch gut im Garten ziehen, dort sind sie dankbar. Wenn man dann einen früh geernteten Mini-Ufo-Kürbis hat, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Zubereitung, wobei sich natürlich das Befüllen anbietet, denn man hat ja einen sehr dekorativen Topf und schließlich ist das Auge immer mit. Dafür wird einfach nur der Deckel abgeschnitten und der Kürbis etwas ausgehöhlt. Danach lässt man den Patissonkürbis im Backofen vorgaren, nimmt ihn nach ungefähr 20 Minuten wieder heraus, befüllt ihn mit der vorbereiteten Masse – die an dieser Stelle der Fantasie des Koches überlassen bleiben soll - backt vielleicht alles nochmal und kredenzt dann Ganze dann mit Deckel wieder drauf als ausgefallenes Menü. Eine weitere beliebte Zubereitung ist eine Patisson-Suppe, die sich jedoch kulinarisch wenig von Kürbissüppchen unterscheidet. Angenehm an den Patissons fällt küchentechnisch betrachtet auf, dass das Fleisch immer festbleibt, daher sind sogar zum Frittieren und für Auffläufe geeignet. Ein besonders geeigneter Begleiter für diese Kürbissorte ist übrigens Fisch, er ergänzt sich hervorragend mit dem milden Aroma. Wem das Ganze insgesamt zu mild ist, der sollte zu klassischen Kürbis-Gewürzen wie Cayenne-Pfeffer, Muskat und eventuell Curry greifen, aber auch Knoblauch-Chili Variationen sind sehr attraktiv.

Lagerung

Grundsätzlich haben die Patissons eine sehr gute Lagerfähigkeit, was aber ihren Geschmack beeinträchtigt. Beachtet man, dass sie trocken lagern müssen, bilden die kleine Mini-Kürbisse eine harte Schale aus und behalten dabei sowohl ihre Form als auch ihre Farbe.

Tipp: Einlegen

Hat man sehr kleine Patissons, können diese auch als Mixed Pickles oder Cornichons eingelegt werden.

Und zum Schluss – Gesunde Ufos

Es versteht sich fast von selbst, dass Patissons ein sehr leichtes Gemüse sind. Weniger bekannt ist, dass die kleinen Ufos hervorragende Kaliumlieferanten sind, aber auch eine gute Quelle für Magnesium, Niacin und die Vitamine A und C.


Quellen und noch mehr zum Patisson-Kürbis

  • Daiber, Claudia; Hailer, Manfred: Kürbis – delikat, gesund, dekorativ. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Bendel, Lothar: Das große Lexikon der Früchte und Gemüse. Köln: Anaconda Verlag, 2008.
  • Schöner, Brigitte; Streicher, Hans: Kürbis – Die besten Sorten, Anbauen, Zubereiten, Dekorieren. München: blv, 2003.
  • Kintrup, Martin: Kürbis. Müchnen: Gräfe und Unzer (GU), 2008.
  • Zum Thema Cucurbitaceae (13.11.2011) - zur Quelle
  • Ausführliche Informationen zum Patisson – Kürbis (engl.) (13.11.2011) - zur Quelle
  • Die Patissons im Kürbismuseum (13.11.2011) - zur Quelle
  • Zu den Patisson blanc (13.11.2011) - zur Quelle und weitere Quelle

Redaktion: Ernestine Müller