Anis in der Kinderliteratur


Im Jahre 1781 veröffentlicht Georg Christian Raff seine "Naturgeschichte für Kinder". Fast 2000 Pflanzen, Tiere und Mineralien werden darin vorgestellt. Von seinen Zeitgenossen wurde der kindliche Ton der Sprache heftig kritisiert. Trotzdem, oder sicher gerade deswegen, erfreute sich dieses Buch bis weit in das 19. Jahrhundert hinein, einer großer Beliebtheit und ist auch heute noch ausgesprochen gut zum Vorlesen und Lesen geeignet. Eigentlich ist es verwunderlich, dass dem Anis kein eigener Abschnitt gewidmet ist, vielleicht war dem Autor seine vielfältigen Verwendungen in alkoholischen Getränken etwas zu dominant für ein Kinderbuch. Aber dafür entführt er uns in einen einheimischen Kräutergarten:

"Sagen Sie uns doch, Lieber Herr … was in diesem Garten so ausserordentlich stark und süß riecht? Das ist gut, Kinder, daß ihr darnach fraget, ich hätte es sonst wirklich vergessen, euch zum Anis, Fenchel, Koriander und Dill hinzuführen. Folget mir also! Sehet, diese kleine länglichen Körner riechen so stark. Wozu nützen sie? Man kann sie alle essen. Versucht es einmal! Ei ja! - Auch zu verschiedenen Backwerken, und selbst zu Arzneien gebraucht man sie. Und der Anis, Dill und Fenchel geben auch ein gesundes Öl. …"1


Quellen

  • 1Raff Georg Christian: Naturgeschichte für Kinder [Book] / ed. www.book.google.com. - [s.l.] : Veröffentlicht von J.C. Dieterich, 1781, S. 34. - Original von Harvard University.