Knoblauch (allium sativum l.)


"Die Tugend dieser Pflanze löst Hexenmacht aus" Homer  (Konvika)

Der Knoblauch ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt. Im Volksmund kennt man ihn auch unter Namen wie Knofel, Gruserich, Liebeswurz, Stinkerwurz oder Knoflak.

Knoblauch stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Zentralasien und kann eine lange Kulturgeschichte vorweisen. Er gehört botanisch zu den Liliengewächsen. Die Pflanze wird bis 70cm hoch und bildet weiße, rosa oder violett getönte Knollen aus. Sie blüht selten mit weißen oder hellrosa Blüten. Im Garten sollte er nicht in der Nähe von Hülsenfrüchten gepflanzt werden, da diese Stickstoff bilden, der den Knoblauch am Wachstum hindert.

In der Küche verwendet man die frischen oder getrockneten Zwiebeln des Knoblauchs als Würzpflanze. Im Handel ist er auch in Form von Pulver oder Granulat, als Knoblauchsalz oder in Würzmischungen erhältlich. Die frischen Zehen werden vor der Verwendung meist geschält und anschließend fein gehackt oder ausgepresst. Für ein feines Aroma kann man auch Fleisch oder Salatschüsseln mit einer halben Zehe einreiben.

Knoblauch gehört als wichtiges Gewürz zur ungarischen, jugoslawischen, griechischen, italienischen und spanischen Gerichten. Er würzt roh Salate, Rohkost, Mayonnaise, Quark, Knoblauchbutter, Bruschetta und Pesto. Man kann ihn zusammen mit anderen Gewürzen in Essig und Öl einlegen. Gekocht und gegart verfeinert er Brühe, Fischgerichte, Saucen,  Fleischgerichte wie Lamm, Käsefondue, Suppen wie Boillabaisse, Risottos, Schaschlikspieße und die spanische Paella. Auch für Falafel ist Knoblauch eine wichtige Zutat.

In der Heilkunde verwendet man den Knoblauch seit etwa 5000 Jahren. Schon in der altindischen Medizin galt er als wichtiges Heilmittel und Pythagoras hielt ihn sogar für den König der Gewürze. Im alten Ägypten sollen die Arbeiter mit ihm ernährt worden sein, um ihre Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu erhalten. Auch bei den Griechen, Römern und Germanen wurde der Knoblauch sehr geschätzt. Es war jedoch bei den Griechen verboten nach dem Genuss von Knoblauch einen Tempel zu betreten und auch in der römischen Oberschicht war er nicht sehr angesehen.

Schon vor Jahrtausenden galt der Knoblauch auch als Schutzpflanze vor Vergiftung, Bosheit und bösem Zauber. Nicht zuletzt in den zahlreichen Vampirfilmen, in denen die Blutsauger mit Kränzen voller Knoblauchknollen ferngehalten werden, wird diesem Aberglauben Rechnung getragen.

Auch heute noch wird der Knoblauch als Heilpflanze sehr geschätzt. Er wirkt antibakteriell und desinfizierend und hilft gegen Atreriosklerose. Damit ist er eine der sehr wenigen Heilpflanzen, die bei Gefäßverengung wirken. Er kann innerlich und äußerlich angewendet werden, ob als Sirup gegen Husten, als Suppe gegen Grippe und andere Infektionskrankheiten oder als Breiumschlag gegen Warzen, Rheuma und Infektionen. Auch in der Homöopathie wird der Knoblauch angewendet.

Knoblauch enthält übrigens Hormone, die ähnlich wie männliche und weibliche Sexualhormone wirken, und gilt daher auch als Aphrodisiakum (vorausgesetzt der Partner hat ebenfalls Knoblauch verzehrt und fühlt sich durch den Geruch nicht abgestoßen). Als weitere Inhaltsstoffe sollten die Vitamine A, B und C erwähnt werden. Außerdem enthält die Knolle Alliine, Saponine, Triterpene und Selen.

Nebenwirkungen wurden beim Knoblauch nur bei allergischen Reaktionen oder selten auch in Form von Magen-Darm-Beschwerden festgestellt. Jedoch sollte der Knoblauch wie die Zwiebel nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden, da er die Magenschleimhäute reizen und Sodbrennen hervorrufen kann.

Der Genuss der Knolle verändert aufgrund des enthaltenen ätherischen Öls den Geruch von Atem und Haut. Als Gegenmittel kennt man im Volksmund rohe Petersilie, Kaffeebohnen, Milch oder Gewürznelken, die man nach dem Genuss zerkaut. Übrigens riecht frisch geernteter Knoblauch weniger streng als gelagerter. Möchte man den Knoblauchgeruch völlig vermeiden, kann man auf die im Handel erhältlichen Knoblauchdragees zurückgreifen, die als Heilmittel dem frischen Knoblauch in nichts nachstehen.

Knoblauch
Im Laufe der Zeit haben sich ein paar Bilder mit Knoblauch bei uns angesammelt.
Damit Ihr nicht euch die einzelnen Bilder zusammensuchen müsst, werden wir alle Knoblauchbilder in eine Galerie zusammenfassen.

Es gibt eine Vielzahl von Rezepten, bei denen Knoblauch eine wichtige und unabdingbare Zutat ist. Bekannte und beliebte Knoblauchrezepte sind:


Quellen und Weiterführendes

  • Buchman, Dian Dincin. Medizin aus der Natur : Kräuter, die ältesten und modernsten Hausmittel. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.
  • Buss, Katharina; Der Nutzgarten im Blumentopf. Düsseldorf: ECON Taschenbuch Verlag GmbH, 1985.
  • Döring, Ilse: Kräutergarten und Gewürzküche. Otto Maier Verlag Ravensburg, 1982.
  • Fritzsche, Helga: Küchenkräuter selbst gezogen am Fenster, auf dem Balkon und im Garten. München: Gräfe und Unzer, 1984.
  • Gööck, Roland: Gewürze und Kräuter von A-Z. Frankfurt am Main: Fischer, 1974.
  • Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. München: Gräfe und Unzer, 2001.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Schunka, Antje: Raffiniert würzen leicht gemacht : die köstlichsten Kräuter und Gewürze. München: Gräfe und Unzer.
  • Thauer, Brunhilde: Kräutergarten auf der Fensterbank. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.

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