Der Knoblauch in der Botanik


BOTANISCHE BESCHREIBUNG DES KNOBLAUCHS (ALLIUM SATIVUM L.)

Der Knoblauch ist zuerst Mitglied breiten botanischen Gattung der Zwiebelgewächse (Allium). In dieser Gattung hat er eine besondere Stellung und ist doch eng verwandt mit Lauch, Schnittlauch und Zwiebel. Die Gattung der Zwiebelgewächse, die sowohl Zier- als auch Nutzpflanzen umfasst, gehört zu der noch umfassendere Familie der Liliengewächse (Liliaceae). In die Familie Liliaceae gehören viele Blumenzwiebeln, wie Maiglöckchen, Hyazinthen und Kaiserkrone, aber auch der Spargel.1

Die Hauptorgane der Knoblauchpflanze sind das Wurzelsystem, die Zwiebel - die wiederum aus Knospe, Spross und Knospenzehen besteht - sowie die Blätter, der Stängel und der Blütenstand.2 Genutzt wird hauptsächlich die Zwiebel, nur in wenigen Küchen finden auch die Blätter Verwendung.

Die für den Knoblauch charakteristische Zwiebel, oder auch Knolle, setzt sich aus fünf bis zwanzig entwickelten Zehen zusammen, die fest von einer hellen und trockenen Haut umhüllt werden. Die Knollen können neben ihrer weißen Farbe eine rötliche oder violette Ausprägung haben. Aus dem Zwiebelboden wachsen feine Saugwurzeln. Die Blätter im oberirdischen Bereich sind schmal und hängen zumeist nach unten. Die Blüten sind weiß und langstielig. Die Pflanze kann bis zu einem Meter hoch werden. Die Blüten der kultivierten Knoblaucharten sind zumeist unfruchtbar, daher  vermehrt sich die Pflanze durch Brutzwiebeln, die in der Blüte, den Blattachsen oder oberhalb der Knolle ausgetrieben werden.3

Knoblauch ist eine frostbeständige Bergpflanze, er gedeiht bei bis zu minus zehn Grad Celsius. Jedoch benötigt er ausgeglichene Lichtverhältnisse und wenig schwankende Temperaturen. Eine wesentliche Eigenschaft der Pflanze ist ihre Fähigkeit sich an veränderte ökologische Bedingungen anzupassen, die wissenschaftliche Bezeichnung hierfür ist Eurytophie. Knoblauch passt sich daher auch gut an niedrigere Lagen an, büßt dann jedoch häufig an Fortpflanzungsfähigkeit ein.2

Die ursprüngliche Heimat des Knoblauch ist Mittelasien - die Dshungarei in Nordchina, die Berge des Pamir, Altai, die Kirgisische Steppe und Teile Usbekistans. Dort wächst er heute noch wild. Heute wird Allium sativum L. weltweit angebaut und kultiviert. daher gilt: Knoblauch ist nicht gleich Knoblauch! Es gibt Größenunterschiede hinsichtlich der Pflanzenhöhe, bezüglich der Größe und Anzahl der Knoblauchzehen, und Unterschiede in Geschmack und Konzentration der Inhaltsstoffe. Je nach Sorte und Klima schmecken die Zehen eher scharf und herb oder auch nussig und mild. Eine Faustregel besagt: Je wärmer und ausgeglichener das Klima, umso besser ist die Qualität der Ernte. Bei Knoblauch aus feuchten und kalten Anbaugebieten müssen Einbußen in Ertrag und Geschmack in Kauf genommen werden.3

DER KNOBLAUCHANBAU IM GARTEN

Knoblauch im Garten zu ziehen ist gar nicht so schwer, schon die Autoren der griechischen und römischen Antike haben ausführliche Anweisungen gegeben, die heute noch Gültigkeit haben. In den Gärten der Antike und des Mittelalters hatten Knoblauch und Zwiebel einen besonderen Wert: er durfte nie fehlen und es wurde ihm eine besondere Sorgfalt gewidmet. Als vorzügliches Heilmittel und Küchengewürz sollte er diese Bedeutung auch in den modernen Hausgärten haben.2

Die Pflanze benötigt zum Gedeihen lockere und humusreiche Böden, die jedoch nicht zu stark gedüngt sein sollten. Knoblauch verträgt keinen Stickstoffdünger. Der Standort sollte trocken und vollsonnig sein, so können sich die medizinisch wirksamen Inhaltsstoffe am besten entfalten. Gepflanzt wird entweder von Ende März bis Anfang April oder von Ende September bis Anfang Oktober. Für die Zucht könnte der Keim des Küchenknoblauchs verwendet werden, es empfiehlt sich jedoch keimfähiges, gebeiztes Zuchtgut aus der Gärtnerei.

Die einzelnen Zehen werden mit dem grünen Keim nach oben etwa fünf Zentimeter tief im Abstand von 15 Zentimeter in den Boden gesteckt. Die Reihen benötigen ungefähr 20 Zentimeter Abstand. Die Frühjahresaussaat treibt im Spätsommer erste Blüten und kleine Brutzwiebeln aus. Die Brutzwiebeln könnten im darauffolgenden Jahr für die neue Saat genutzt werden, vorausgesetzt sie werden frostfrei gelagert. Wenn die Blätter trocken und gelb werden, ist der Knoblauch reif und kann vorsichtig am welken Laub aus der Erde gezogen werden.

Nun werden die Knollen an einem trockenen und sonnigen Platz für ein bis zwei Tage zum Trocknen aufgehängt. Danach wird die Erde abgestreift und das Laub zu den wohlbekannten Zöpfen geflochten. An einem trockenen und kühlen Platz bereichert die Knolle nun den ganzen Winter lang die Küche und die Hausapotheke.3

DER KNOBLAUCH AUF DER FENSTERBANK

Es lohnt den Versuch Knoblauch auf der Fensterbank zu ziehen. Er benötigt dort dieselbe Bodenbeschaffenheit wie auch im Garten und ist ansonsten mit einem trockenen und sonnigen Standort zufrieden. Auch wenn der Knoblauch auf der Fensterbank nicht bis zur Knolle reift, lässt sich dass sprießende Lauch mit seinem milden Knoblauchgeschmack hervorragend zu Suppen, Salat oder Quarkbroten verwenden.3

DIE NÄCHSTEN VERWANDTEN: WEITERE KNOBLAUCHSORTEN UND ARTEN

Neben dem gemeinen Knoblauch sind noch eine ganze Reihe weiterer Sorten bekannt und werden angebaut.

GROßER SCHLANGENKNOBLAUCH (ALLIUM SATIVUM OPHIOSCORODON)

Diese altmodische Pflanze mit mildem Knoblauchgeschmack ist demjenigen zu empfehlen, der den Knoblauch zu intensiv und zu aufdringlich finden. Rocambole oder Schlangenknoblauch (Allium sativum var. ophioscordum) ist eine mild schmeckende Knoblauchform mit im oberen Teil spiralig gedrehtem Trieb, an dessen Ende viele kleine Brutzwiebeln sitzen.4

CHINESISCHER KNOBLAUCH (ALLIUM SATIVUM VAR. PEKINESE)

Die Heimat dieser Knoblauchart liegt wahrscheinlich in Asien, in Indien und den Steppen Innerasiens. Der Chinesische Knoblauch hat keine Zehen wie der herkömmliche Knoblauch. Er ist eine Schnittlauchart und im Geschmack etwas milder als der gewöhnliche Knoblauch und völlig ohne dessen Nachgeruch.2

BÄRLAUCH (ALLIUM URSINUM) ALIAS WILDER KNOBLAUCH

Dieses heimische Liliengewächs ist ein wuchernder Bodendecker und wächst heute noch wild in den Wäldern Europas. Genutzt werden im Frühjahr und Sommer die frischen Blätter. Im Herbst dienen die Zwiebeln demselben Zweck. Die zerriebenen Blätter riechen stark nach Knoblauch und die Zwiebel schmeckt sogar eher herber und kräftiger als die Knoblauchzehen. Die gesundheitsförderliche Wirkung von Bärlauch soll noch stärker als die des Knoblauchs sein.1

WILDES KNOBLAUCHKRAUT ALIAS KNOBLAUCHRAUKE (ALLIARIA PETIOLATA)

Ist nur dem Namen nach ein Knoblauchgewächs und hat eigentlich mit dem Knoblauch nichts gemein, da die Pflanze zu der Familie der Kreuzblütengewächse gehört. Jedoch, wenn man die Blätter zerreibt, entsteht ein intensiver Knoblauchgeruch, daher rührt auch  der deutsche Name.

CHINALAUCH (ALLIUM TUBEROSUM)

Das Chinalauch, vor wenigen Jahren aus Südasien eingeführt, ist nah mit dem Schnittlauch verwandt und treibt dicke hohle Schlotten, die flach wie Grashalme sind. Man verwendet das nach Knoblauch schmeckende Lauch als angenehmen Salatwürze und zu vielen anderen Gerichten. Der hohe Gehalt an Blattgrün (Chlorophyll) beugt einer "Knoblauchfahne" vor.1


Quellen

  • 1Breschke, Joachim: Knoblauch [Book]. - Düsseldorf : Econ Verlag, 1996.
  • 2Konvička Oldřich: Knoblauch (Allium sativum L.) [Book]. - [s.l.] : Konvička - Olomouc, Buchholz.
  • 3Wolfgang C. Ehrnsperger und Angelika Ehrnsperger: Knoblauch Kochbuch: Rezepte und Tips rund um die sagenhafte Knolle [Book]. - Augsburg : Weltbild Verlag GmbH, 1990.
  • 4Rösner-Leucht, Marianne: Kraut und Küche - Kräuter / Knoblauch / Beet & Balkon [Online]. - Quelle.