Knoblauch in Sprichworten und im Aberglauben


In Literatur und Film ist der der Knoblauch das erste Mittel gegen Vampire. Jedoch gab es wohl nie Vampire. Der Knoblauch kam zu diesem Ruhm, weil der Vampir in der Literatur schlicht nur ein Synonym für den "bösen Blick" ist und Knoblauch nachweislich bei vielen Völkern - von Skandinavien, über England, Griechenland und die Türkei, bis nach Palästina - als Mittel gegen jede Art von Dämonen eingesetzt wird. Knoblauch ist - heute wissen wir warum - fast ein Allheilmittel, er schützte die Menschen sogar vor den großen Seuchen Pest, Typhus und Cholera, und niemand konnte sich erklären, wie es dazu kam. So ist es wenig verwunderlich, dass viele Mythen und abergläubischen Gebräuche um den Knoblauch entstanden. Etliche davon sind heute noch in ländlichen Gebräuchen erhalten, auch wenn niemand mehr weiß, woher sie stammen.

ABERGLAUBEN

Antike Seeleute, Fischer und Bauern trugen Halsketten aus Knoblauch um sich vor Krankheiten um sich vor Geistern und dem bösen Blick zu schützen.1

Neugeborenen Kindern legt man drei Knoblauchzwiebeln in die Wiege, damit sie gedeihen.2

Wenn man ein kleines Kind lobt, muss man dreimal Knoblauch rufen, ansonsten wird das Kind behext. Ebenfalls soll man dieses tun, wenn man das Getreide lobt.2

Knoblauchsmittwoch heißt der Mittwoch in der Pfingstwoche, wo man Knoblauch isst, um das ganze Jahr über gesund zu bleiben.2

Als Schutz vor Behexung kommt der Knoblauch auch in die zu Maria Himmelfahrt geweihten Kräuterbüschel.2

Beim Tod eines Angehörigen wurde Knoblauch an die Haus- oder Zimmertür gehängt, damit der Geist des Verstorbenen nicht als Vampir zurückkehrt.1

In der Slowakei wehrten sich Bäuerinnen vor der Hexenbeschuldigung, in dem sie unter der Kleidung Knoblauch und Petersilie trugen.1

Vielfach glaubte man, dass Knoblauch Krankheiten zieht: daher hängte man in der Stube auf.2

Um einen Dieb zu finden, soll man sich Knoblauch und Brot auf vor dem Schlafen auf den linken Arm legen, dann erscheint der Dieb im Traum.2

Wenn zwei im Bett liegen, wovon einer Knoblauch genießt und der andere nicht, so wird der keinen Knoblauch gegessen hat im Siechtum verfallen und steben.2

In südlichen Ländern wurde in der Zeit der Sommerernte Knoblauchsaft in das Trinkwasser, um die Kraft der Armen (für die Ernte) zu erhalten.2

Eine große Rolle spielte Knoblauch auch beim Schutz des Viehzeugs. Der Knoblauchkranz an den Stalltüren war allgegenwärtig.

SPRICHWORTE

Die meisten Redensarten verweisen auf die Heilwirkungen, aber der Knoblauchgenuss steigert auch Kraft und Temperament.

Die Redensart "Ißt du Knoblauch im März und Bärlauch im Mai, dann haben deine Ärzte das ganze Jahr frei" wirkt für sich. Wer dann noch "…zum 50. Geburtstag eine fünfzigtägige Knoblauchkur macht, wird weitere 50 Jahre alt." Schon Methusalem wurde durch den Knoblauch 110 Jahre.

Die Frage: "Hast du Knoblauch im Rucksack" verweist auf die mobilisierenden Kräfte der Knolle für eine lange Reise. Ähnlich ist der Spruch "Mit Knoblauch und Rotwein überwindest du den höchsten Paß" zu verstehen.

Die Redewendung: "Die Fahrkarte sichert dir die Fahrt, der Knoblauch den Platz" spielt auf den durchdringenden Geruch an, der wohl die Mitreisenden vertreiben könnte. Diese Wirkung machen sich untreue Ehefrauen zunutze, wenn sie "…zum Frühstück Knoblauch ißt, um den Verdacht des nach Hause zurückgekehrten Ehemannes abzulenken."2


Quellen

  • 1Konvička, Oldřich: Knoblauch (Allium sativum L.) [Book]. - [s.l.] : Konvička - Olomouc, Buchholz.
  • 2Hoffman-Krayer, E.: Handwörterbuch des Deutschen Aberglaubens: Abteilung I Aberglaube [Book]. - Berlin und Leipzig : Walter de Gruyter & Co., 1932/1933. - Vol. Band V.