Pfeffer in der Heilkunde


Biochemische Bestandteile

Der Pfeffersamen besteht im wesentlichen aus verschiedensten ätherischen Ölen, fetten Ölen und dem Scharfstoff Piperin.1

Schwarzer Pfeffer enthält ungefähr 3% ätherisches Öl, dessen Aroma von Monoterpen-Kohlenwasserstoffen bestimmt wird. Der besonders bei gemahlenem Pfeffer rasch eintretende Aromaverlust entsteht durch Ausdampfen genau dieser flüchtigen Monoterpene. Der modrige Geruch von altem Pfeffer wird auf heterocyclische Verbindungen zurückgeführt. In überlagertem weißen Pfeffer findet man Skatol, das einen unangenehmen, fäkalen Geruch hervorruft.

Die bedeutsamsten Wirkstoffe für den menschlichen Körper sind Linalool, α-Phellandren, Limonen, Myrcen und α-Pinen. Auf diesen Wirkstoffen basieren sowohl die verdauungsfördernde als auch die keimtötende Wirkungen des Pfeffers.

Das scharfe Prinzip des Pfeffers resultiert aus einer alkaloid-ähnlichen Verbindung, die Piperin genannt wird. Der Gesamtgehalt aller piperin-analogen Verbindungen im Pfeffer liegt bei 5%.2

Heilkunde

Pfeffer - Verdauung und Appetit

Die Schärfe des Pfeffers wärmt und festigt den Körper. Pfeffer wirkt anregend auf Verdauung und Appetit, da die Inhaltsstoffe die Magensaftsekretion befördern und der Organismus daher die zugeführte Nahrung besser Verdauung kann.

Im Mittelalter wurde kräftig gepeffert, um die schweren Gerichte und langen Gelage überhaupt verdaubar zu machen.

Hildegard von Bingen (1098 - 1179) empfiehlt Pfeffer für den Fall das:

"einer spleenig (verschroben) ist und sich vor dem Essen ekelt, so daß ihn das Essen nicht freut, der esse in mäßiger Menge Pfeffer in einer Speise und Brot dazu, und es wird ihm mit der Milz besser gehen und er wird den Ekel vor dem Essen ablegen." nach (Strehlow, 1997 S. 302)3

Jedoch warnt Hildegard von Bingen vor dem übermäßigen Genuß:

"wenn man zuviel davon ißt, schädigt der Pfeffer den Menschen und kann ihm Pleuritis (Brustfellentzündung) bereiten. Der Pfeffer zersetzt die dem Menschen die wohl abgestimmten Säfte.” nach (Strehlow, 1997 S. 302)3

Heute findet Pfeffer Einsatz bei Appetitlosigkeit und psychisch bedingter Magersucht. Dass im Pfeffer enthaltende Piperin ist Wirkstoff in etlichen auf dem Markt erhältlichen Magensäften und -tonicen.

Heilsame Schärfe

Wenig bekannt ist die durchblutungsfördernde, fiebersenkende, entzündungshemmenden und die Abwehrkraft stärkende Wirkung des Pfeffers. Diese Anwendungen resultieren aus der keimtötenden Wirkung einiger Inhaltsstoffe. Der Pfeffer wirkt sogar antiallergisch.1 Im Liber Herbarum II, einer umfangreichen Internetdatenbank zu Pflanzen und ihren Wirkungen, wird Pfeffer auch als Verhütungsmittel sowie bei Husten und als Augenmedizin empfohlen.4


Quellen

  • 1Herbert Schwinghammer, Paul Ehrenreich: Heilige Gewürze und Kräuter [Book]. - Augsburg : Weltbild Buchverlag, 1999.
  • 2Katzer, Gernot: Gewürzseiten: Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum) [Online]. - Zur Quelle.
  • 3Strehlow Wighard Die Ernährungstherapie der heiligen Hildegard: Rezepte Kuren und Diäten [Book]. - Freiburg im Breisgau : Verlag Hermann Bauer, 1997.
  • 4Erik Gotfredsen: Liber Herbarum II: Piper nigrum [Online]. - Zur Quelle.