Botanische Beschreibung der Pflanze


Herkunft

Der Ceylon-Zimt stammt, wie es sein Name schon verrät, von Insel Sri Lanka, die lange Zeit den Namen "Ceylon" trug. Versuche, die Pflanze auch anderswo in den Tropen anzusiedeln, waren bis jetzt nur auf den Seychellen erfolgreich.

Auch beim China-Zimt verrät der Name die Herkunft. Er kommt in Südchina vor, wächst aber auch in Vietnam, Burma und Indonesien. Der kommerzielle Anbau ist auf China, Vietnam und Indonesien beschränkt. Die ergiebigste Produktion haben heute die Indonesier im Hochland von Sumatra.1

Pflanzenfamilie

Beide, der China- und der Ceylon-Zimt, stammen von immergrünen Bäumen aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae), die wiederum der Ordnung der Lorbeerartigen (Laurales) zuzurechnen ist. Die Laurales sind eine Unterklasse der Magnolienähnlichen (Magnoliidae) - soviel zum Stammbaum des Zimtbaumes. Seine Familie (Lauraceae) ist ausgesprochen groß. Sie umfasst ungefähr 2250 Arten und alle Arten von Zimtgewächsen gehören ihr an. Gewächse aus der Lorbeerenfamilie gedeihen hauptsächlich in den Tropen und Subtropen und sie können als Baum oder Strauch auftreten. Zu dieser Familie gehören unter anderem auch der Chinesische Kampfer und der Kalifornische Lorbeer.1

Beschreibung der Pflanze

Sowohl der echte Zimtbaum (cinnamomum verum) wie auch der Chinesische Zimtbaum (cinnamomum aromticum) sind tropische Bäume, die bis zu 10 Metern hoch werden. Dabei wird der chinesische Zimtbaum meist etwas größer als sein Vetter aus Sri Lanka. Beide Baumarten haben länglich zugespitzte und dicklich-ledrige, lorbeerähnliche Blätter. Die Bäume treiben auch Blüten. Die Beschreibungen des Blütengeruches decken die ganze Skala von angenehm bis widerlich ab. Man muss wohl selbst gerochen haben, um urteilen zu können.2

Der Zimtbaum ist eine von wenigen Baumarten, bei denen sich die begehrten Würzstoffe in der Baumrinde befinden. Die uns bekannte Zimtstange ist nicht etwa das gerollte Baumblatt. Es verhält sich anders! Zimt ist das einzig in der Küche bekannte Gewürz, das aus Baumrinde gewonnen wird. Genauer gesagt, handelt es sich bei den Zimtröllchen, um die getrocknete, wenige Millimeter dicke Innenrinde des jungen Baumes oder seiner Zweige.

Der Weg, vom Anpflanzen des tropischen Baumes bis zur Zimtstange im Supermarkt, ist lang und kompliziert. Am meisten Arbeit macht den Bauern der Ceylon-Zimtbaum, dafür liefert er aber auch den besten Zimt der Welt. Dieser Baum wird ständig auf einer Größe von 2,5 bis 3 Meter gehalten, also auf Strauchgröße. Die Bäume werden so weit abgeschlagen, dass sie an den Wurzelstöcken immer wieder Schösslinge treiben. Zimt guter Qualität lässt sich nur von Zweigen erhalten, die etwas mehr als Fingerdicke im Durchmesser haben. Erfüllen die Zweige diese Voraussetzung, wird die Rinde mit einem besonderen gebogenen Messer abgeschält. Anschließend muss sie aufwendig zerlegt werden, denn nur die dünne Innenrinde, der Bast zwischen Baum und Borke, enthält das aromatisch riechende Gewürz. Die Borke des Baumes hingegen schmeckt ausgesprochen bitter und muss entfernt werden. Erst einmal geschält, rollt die würzige Innenrinde sich von selbst von beiden Seiten auf. Diese Röllchen werden auch "Quills" genannt. Jetzt müssen noch 6 bis 10 Zimtrollen ineinander geschoben, gebündelt und zum Trocknen aufgehängt werden. Beim Trocknen bekommen sie ihre typisch leuchtend-braune Farbe.

Minderwertige Teile der Ernte werden zu Pulver vermahlen und kommen als Zimt geringerer Qualität auf den Markt. Auf Sri Lanka war der Umgang mit dem Zimt schon bevor die portugiesischen Seefahrer die Insel entdeckten, den Angehörigen der Salagamata-Kaste vorbehalten. Innerhalb dieser Kaste wurde alles Wissen über Ernte, Pflege und Anbau von Zimt weitergegeben. Bei soviel Erfahrungswissen ist es wenig verwunderlich, dass der Ceylon-Zimt seit Jahrhunderten der feinste, exquisiteste und begehrteste Zimt ist. Neuerdings gibt es in der Salagamata-Kaste jedoch Nachwuchsprobleme, denn die Arbeit ist mühsam und schlecht bezahlt. Profit am Zimt machen erst die Großhändler und später die Importhäuser.

Anders verhält es sich mit dem China-Zimtbaum. Mit ihm haben es die Bauern einfacher. Die China-Zimtbäume dürfen zu voller Größe auswachsen. Die Ernte beginnt erst nach dem vierten Lebensjahr. Auch vom chinesischen Zimtbaum wird nur die 1 bis 3 mm dicke Innenrinde verwendet, sie ist jedoch deutlich dunkler als die des Ceylon-Zimtbaumes. Die Innenrinde des chinesischen Zimtbaumes, man bedenke es handelt sich um eine ganze Baumrinde, wird dann einseitig gerollt. Danach wird sie in 30 bis 60 cm lange Stücke geschnitten und getrocknet. In Ballen von 50 Kilogramm, die von Leinen- und Strohmatten umhüllt werden, kommt sie in den Handel. Erst wenn die Rinde an ihrem Bestimmungsort angelangt ist, wird sie zu Pulver vermahlen. Durch das Mahlen vor Ort, soll der Aromaverlust während des langen Transportweges vermieden werden. Im Unterschied zum Ceylon-Zimt ist der China-Zimt im Handel nur in Pulverform erhältlich.2, 3

Weitere Pflanzenarten

Es wurde schon erwähnt, dass der Zimt zu einer großen Pflanzenfamilie gehört. So ist es nicht verwunderlich, dass heute noch andere Arten von Zimtbäumen wirtschaftlich an Bedeutung gewinnen, vor allem wenn sie pflegeleichter sind als der ceylonesische Zimt.

Indonesischer Zimt -  Cinnamomum burmannii

Der indonesische Zimt hat im Deutschen den Namen "Pandang-Zimt" und ist dem Ceylon-Zimt in Geschmack und Aroma ähnlich, wenn auch mit einer dumpfen Note. Im Unterschied zum Ceylon-Zimt enthalten auch die Blätter des indonesischen Zimtbaumes die Zimtwürze. Daher können die Blätter als Zimtgewürz genutzt werden.

Vietnamesischer Zimt - Cinnamomum loureiroi

Der vietnamesische Zimt wird auch Saigon-Zimt genannt und ähnelt in Geruch und Geschmack dem China-Zimt. Der Saigon-Zimt hatte hinsichtlich seiner Qualität einen sehr schlechten Ruf, aber anscheinend hat sich seine Qualität in letzter Zeit stark verbessert.


Quellen

  • 1Wolfgang Hübner und Michael Wissing: Zimt: Das duftende Juwel aus TausendundeinerNacht [Book]. - Baden und München : AT Verlag, 2005.
  • 2Küster, Hans Jörg: Wo der Pfeffer wächst - Ein Lexikon zur Kulturgeschichte der Gewürze [Book]. - München : C. H. Beckschen Verlagsbuchhandlung, 1987.
  • 3Schwarz, A. Aljoscha und Ronald P. Schweppe: Gewürzheilkunde: Die Geheimnisse von Anis, Galgant, Vanille und Co [Book]. - Landsberg am Lech : mvg verlag, 1996.