Bor B

Bor ist ein Halbmetall und trägt als chemisches Element das Symbol B. Bor wird den Ultraspurenelementen zugeordnet und ist im menschlichen Organismus hauptsächlich in Zähnen, Knochen, Fingernägeln und Haaren zu finden. Für viele Pflanzen ist Bor essentiell (lebensnotwendig), doch in wieweit es auch für Tiere und Menschen essentiell ist, wurde bis heute noch nicht eindeutig geklärt.

Bor war bereits den alten Ägyptern bekannt, die es für die damals üblichen Mumifizierungen benötigten, und im antiken Rom wurden Bor-Verbindungen eingesetzt, um Glas herzustellen. Seinen Namen verdankt das chemische Element Bor dem englischen Chemiker Sir Humphry Davy (1778 bis 1829), der es zuerst allerdings „Boracium“ nannte. Im Jahre 1814 wurde der Vorschlag von Jöns Jakob Berzelius angenommen, das Element Bor mit dem chemischen Symbol B zu kennzeichnen. Im Jahre 1909 gelang es dem amerikanischen Chemiker W. Weintraub erstmals hochreines, kristallisiertes Bor herzustellen.

Bor-Bedarf

Richtwerte und Empfehlungen über den täglichen Bor-Bedarf liegen bis heute noch nicht vor. Geschätzt wird, dass der Tagesbedarf zwischen 1,0 und 2,0 Milligramm liegt. Durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung kann dieser Bedarf problemlos gedeckt werden.

Wie wirkt Bor?

Die Wirkung des Ultraspurenelements Bor im menschlichen Organismus ist größtenteils noch ungeklärt. Vermutet wird, dass Bor den Knochen- und Eiweißstoffwechsel und die Gehirntätigkeit beeinflusst. Es wird angenommen, dass Bor an der Bildung der Sexualhormone Östrogen und Testosteron beteiligt ist, das Immunsystem stärkt und entzündungshemmend wirkt. Auch soll Bor Gelenkbeschwerden lindern und die Aufnahme und Verwertung von Vitamin C, Vitamin D und Magnesium verbessern.

Bor-Lieferanten

Das Ultraspurenelement Bor ist überwiegend in pflanzlichen Lebensmitteln vorhanden. So sind Honig, getrocknete Früchte, rote Trauben und Quitten, Chicoree, Champignons und Löwenzahn sehr gute Bor-Lieferanten. Auch in Rosinen, Nüssen und Mandeln, Hülsenfrüchten, Obst und grünem Blattgemüse ist viel Bor enthalten. Gute Bor-Quellen sind außerdem Bier und Rotwein. Geringe Konzentrationen kommen in Fleisch, Fisch und Milchprodukten vor.

Unterversorgung und Überversorgung

Mangelerscheinungen durch eine Bor-Unterversorgung sind noch nicht ausreichend bekannt. Es wird vermutet, dass sich ein Bor-Mangel ungünstig auf Stoffwechselfunktionen auswirkt, hormonelle Störungen verursacht und an der Entwicklung von Gelenkentzündungen (Arthritis) beteiligt ist. Eine Bor-Unterversorgung kann eventuell Hautallergien, Akne oder Neurodermitis auslösen und das Immunsystem schwächen. Auch kann ein Bor-Mangel zu einem Kalziumverlust in den Knochen führen und das Risiko erhöhen, an Osteoporose (Knochenschwund) zu erkranken.

Eine Bor-Überversorgung kann durchaus Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Allerdings ist eine Überdosierung durch die Nahrungsaufnahme nicht möglich, da Lebensmittel zu wenig des Ultraspurenelementes enthalten. Eine Bor-Vergiftung kann nur nach extrem hohen Bor-Dosen auftreten. Bei einer akuten Bor-Überversorgung leidet der Betroffene unter Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es kann zu Kreislaufstörungen und Muskelkrämpfen kommen.

Eine chronische Bor-Vergiftung entwickelt sich schleichend, über einen längeren Zeitraum hinweg. Dabei können innere Organe geschädigt werden; es kann zu einer Magen-Darmentzündung, zu Depressionen und Konzentrationsstörungen kommen.