Calcium Ca

Chemisch betrachtet ist Calcium (Ca) ein Erdalkalimetall und kommt in unterschiedlichen, chemischen Verbindungen in Mineralien der Erdkruste vor. Aber auch in verschiedenen Pflanzen, Muscheln, Knochen und Zähnen von Mensch und Tier, sind wichtige Calciumverbindungen zu finden.

Calcium ist ein essentieller Mineralstoff (Mengenelement), der für den menschlichen Organismus unverzichtbar ist und über die Nahrung zugeführt werden muss. Von allen Mineralstoffen ist Calcium mengenmäßig mit ca.1000 g bis 1500 g am stärksten im menschlichen Körper vertreten. Der überwiegende Anteil (ca. 99 %) an Calcium wird, in Verbindung mit Phosphor, in Knochen und Zähnen gespeichert. In geringen Mengen ist Calcium auch in Organen und im Gewebe eingelagert.

Im Jahre 1808 wurde das Element Calcium von dem englischen Chemiker Sir Humphry Davy erstmals dargestellt. Ihm gelang es, durch Elektrolyse, Alkalien zu schmelzen und Calcium zu gewinnen. Die Bezeichnung Calcium leitet sich von dem lateinischen Wort „calx“ (Kalkstein) ab.

Calcium-Bedarf

Der Calcium-Bedarf richtet sich nach den individuellen Lebensumständen und den Ernährungsgewohnheiten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Erwachsenen, täglich etwa 1.000 mg Calcium zu sich zu nehmen. Leistungssportler, Schwangere, Stillende und ältere Personen benötigen eine höhere Calciumzufuhr. Besonders wichtig ist eine ausreichende Calciummenge für Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter. Lebensmittel, die viel Phosphat enthalten, z.B. Wurstwaren, Alkohol, Kaffee und Colagetränke, sollten weniger verzehrt werden, da Phosphat zu einer vermehrten Calciumausscheidung führt und somit eine Unterversorgung herbeiführen kann.

Wie wirkt Calcium?

Calcium wird im Dünndarm resorbiert und über das Blut im Körper verteilt.
Das Mineral ist wichtig für den Aufbau von Knochen und Zähnen und verleiht ihnen Festigkeit und Stabilität. Es ist außerdem an der Zellteilung und den Muskelkontraktionen beteiligt. Calcium spielt eine wesentliche Rolle bei der Reizübertragung in Nervenzellen, aktiviert einige Enzyme und Hormone und wird für die Blutgerinnung benötigt.

Calcium-Lieferanten

Natürliche Calcium-Lieferanten sind Milchprodukte (Quark, Joghurt, Hartkäse), Austern, Muscheln und Tofu, Fenchel, Nüsse und Hülsenfrüchte. Damit der Körper eine größere Calciummenge aufnehmen und in die Knochen einbauen kann, benötigt er Vitamin D z.B. durch das UV- Licht der Sonne oder durch die Nahrung (Milch, Leber, Eigelb). Lebensmittel, die Oxalsäure enthalten (Kakao, Schokolade, Spinat, Rhabarber), hemmen die Calciumaufnahme.

Unterversorgung und Überversorgung

Durch eine ausgewogene und vollwertige Ernährung wird der Organismus im Normalfall ausreichend mit Calcium versorgt. Kommt es trotzdem zu einem Calcium- Mangel (Hypokalzämie), hilft sich der Organismus zunächst selbst, indem er das in den Knochen gespeicherte Calcium löst und den Körper damit versorgt. Langfristig tritt dann jedoch eine Entkalkung der Knochen ein. Die Folge sind Knochenerweichung und Knochenschwund (Osteoporose). In den Anfängen einer Calcium- Unterversorgung treten Schlaflosigkeit, Nervosität, Müdigkeit und Muskelkrämpfe auf. Die Haut wird rau und rissig. Auf den Nägeln werden Querrillen sichtbar und es kommt zu Haarausfall.

Zu einer Überversorgung (Hyperkalzämie) kommt es normalerweise nicht, da der Organismus in der Lage ist, den Calciumspiegel im Blut selbst zu regulieren. Die Gründe für einen Calciumüberschuss können in einer Überdosierung mit Vitamin D oder einer extrem hohen Calciumzufuhr (Nahrungsergänzung) liegen. Auch hormonelle Erkrankungen und Funktionsstörungen der Nieren können die Ursache sein. Betroffene klagen über Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Es treten depressive Verstimmungen auf und es kommt zu Müdigkeit und Schlafstörungen. Weitere Symptome sind Herzrhythmusstörungen und Gelenkbeschwerden bis hin zu Arteriosklerose (Arterienverkalkung).