Chlor Cl

Chlor, mit dem Symbol Cl, ist ein chemisches Element und gehört zu den Mineralstoffen (Mengenelementen). Der Name wurde von dem griechischen Wort „chloros“ (gelbgrün) abgeleitet und bezieht sich auf die gelbgrüne Farbe von Chlorgas. Reines Chlorgas ist hochgiftig und reizt Augen, Haut und Atemwege. Eingesetzt wird es z.B. bei der Wasseraufbereitung in Schwimmbädern. In der Natur kommt Chlor nur in Verbindung mit anderen chemischen Elementen vor. Am wichtigsten für den menschlichen Organismus ist die Verbindung mit Natrium zu Natriumchlorid (Na Cl), das als Koch- und Speisesalz bekannt ist. Chlorid wird über die Nahrung aufgenommen und hauptsächlich über Harn und Schweiß ausgeschieden. Im menschlichen Körper befinden sich zwischen 80 g und 100 g Chlorid.

Chlor-Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schätzt den Tagesbedarf für Erwachsene mit etwa 830 mg ein. Schwangere und Stillende benötigen eine etwas höhere Zufuhr an Chlorid. Auch bei lang anhaltendem, starkem Schwitzen kann ein erhöhter Bedarf erforderlich werden. Da ein Großteil der Lebensmittel bereits Chlorid enthält und Kochsalz auch täglich in der Küche verwendet wird, ist der Tagesbedarf durch eine ausgewogene Ernährung meistens gedeckt.

Wie wirkt Chor?

Chlorid befindet sich überwiegend in der Blutflüssigkeit, jedoch nicht in den Blutzellen. Zusammen mit Natrium reguliert Chlorid im Organismus den Flüssigkeitsstrom zwischen den Körperzellen und ist für den osmotischen Druck zuständig. Es ist wichtig für die Muskeltätigkeit, für die Gewebespannung, die Weiterleitung von Nervenimpulsen und den Herzrhythmus. Chlorid wird zur Bildung von Magensäure benötigt und hält den Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht.

Chlor-Lieferanten

In fast allen Lebensmitteln ist Chlorid in größerer oder geringerer Menge enthalten. Der Hauptlieferant ist das Kochsalz (Natriumchlorid).Chlorid kommt in Brot und Gebäck, in Fleisch, Wurst- und Räucherwaren, in Pökelfleisch, Käse, Chips und Nüssen vor. Auch Konserven und Fertiggerichte enthalten recht viel Kochsalz. Chlor kann auch über das Trinkwasser aufgenommen werden. Allerdings wurden vom Umweltbundesamt in der Trinkwasserverordnung Grenzwerte bezüglich des Chlorgehaltes festgelegt. Mittlerweile verzichten viele Wasserversorger auf das Chloren des Trinkwassers.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Unterversorgung mit Chlorid wird als Hypochlorämie bezeichnet und kommt recht selten vor. Sie kann allerdings dann auftreten, wenn der Säure-Basen-Haushalt gestört ist oder es zu lang anhaltendem Durchfall und Erbrechen kommt. Auch die Einnahme harntreibender Mittel und Nierenkrankungen können eine Unterversorgung verursachen. Symptome eines Chlorid-Mangels sind Antriebs- und Teilnahmslosigkeit. Der Blutdruck sinkt und es treten Übelkeit, Schwindelgefühl und Kopfschmerzen auf.

Die Überversorgung mit Chlorid wird medizinisch Hyperchlorämie genannt. Durch das in den meisten Lebensmitteln vorhandene Kochsalz und die tägliche Verwendung bei der Nahrungszubereitung, liegt die Chloridaufnahme bei vielen Menschen weit über der Bedarfsempfehlung der DGE. Eine dauerhafte Überversorgung mit Chlorid kann zu Bluthochdruck (Hypertonie) führen und daraus resultierende Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Arteriosklerose und Nierenprobleme verursachen.