Eisen Fe

Das chemische Element Eisen, (Ferrum, Fe), ist ein essentielles Spurenelement (Mikroelement), das dem menschlichen Organismus durch die tägliche Nahrungsaufnahme zugeführt werden muss. Täglich verliert der Mensch über Urin, Stuhl und Schweiß geringe Mengen an Eisen, die unbedingt ausgeglichen werden müssen. Im Organismus eines Erwachsenen kommen durchschnittlich zwischen drei und fünf Gramm Eisen vor. Etwa 70 % davon sind im roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) enthalten. Das Spurenelement Eisen ist für viele Funktionen im Organismus zuständig und für den gesamten Energiestoffwechsel des Körpers unverzichtbar.

Eisen-Bedarf

Der tägliche Eisenbedarf hängt von Alter, Geschlecht und von den individuellen Lebensumständen ab. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Männern eine Tageszufuhr von 10 mg und Frauen eine Tagesmenge von 15 mg Eisen. Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche im Wachstum, ältere Menschen, Sportler, Vegetarier und Veganer benötigen ebenfalls eine höhere Tagesmenge. Auch bei Menschen, die regelmäßig Blut spenden und bei Personen, die an bestimmten Erkrankungen leiden, sollte die Höhe der täglichen Eisenzufuhr angehoben werden.

Wie wirkt Eisen?

Das Spurenelement Eisen ist unverzichtbar bei der Bildung des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Es ist für den Sauerstofftransport im Blut und in den Muskeln verantwortlich, ist Bestandteil vieler Enzyme und am Energiestoffwechsel beteiligt. Eisen wird für die Atmung und die Zellteilung benötigt und ist wichtig für das Wachstum und das Immunsystem. Eisen wird im Magen- und Darmtrakt aufgenommen und gelangt von dort in das Blut.

Eisen-Lieferanten

Eisen kommt in fast allen tierischen und pflanzlichen Nahrungsmitteln in geringer Menge vor, wobei Eisen aus tierischen Lebensmitteln besser vom Organismus resorbiert und verwertet wird, als Eisen aus pflanzlichen Produkten.

Stark eisenhaltig sind Fleisch und Fleischprodukte, Brot, Trockenobst, getrocknete Pilze, Pfifferlinge, Hülsenfrüchte und Hirse, Petersilie, Bohnen und Vollkornprodukte. Vitamin C, Zitronensäure, Apfelsäure, Fruktose und Aminosäuren begünstigen die Eisenaufnahme. Empfehlenswert ist, z.B. ein Glas Orangensaft zur Mahlzeit zu trinken. Tee, Kaffee und auch Kakao, Spinat und Rhabarber hemmen die Eisenaufnahme.

Unterversorgung und Überversorgung

Bei einer ausgewogenen Ernährung kommt bei einem gesunden Menschen kein Eisenmangel (Sideropenie) vor. Eisen kann in den Speichereiweißen (Ferritin, Hämosiderin), die sich z.B. in Milz, Leber und Muskulatur befinden, gespeichert werden. Bei Eisenmangel versorgt sich der Organismus zunächst über diese Speicherdepots, bis sie geleert sind. Wird nun, aufgrund unterschiedlicher Faktoren, zu wenig oder gar kein Eisen aufgenommen, tritt eine Unterversorgung ein. Auslöser für Eisenmangel sind Blutverluste nach Unfällen oder durch Operationen, starke Menstruationsblutungen, blutende Hämorrhoiden, Alkoholmissbrauch und Fehl- sowie Mangelernährung.

Auch chronische Magen-Darmerkrankungen und Infektionen können Ursache sein. Eisenmangel führt zu Müdigkeit, trockener Haut, Abgespanntheit, einer Abnahme der Leistungsfähigkeit, einer Schwächung des Immunsystems und schließlich zu Eisenmangelanämie (Blutarmut). Mit dem Verzehr eisenhaltiger Produkte kann einem Eisenmangel vorgebeugt werden.

Eine Überversorgung mit Eisen durch die Ernährung ist recht selten, da überschüssiges Eisen normalerweise ausgeschieden wird. Kommt es trotzdem zu einer Überversorgung, wird das Eisen in den Organen abgelagert und führt so zu erheblichen Beschwerden. Betroffene leiden unter Bauchkrämpfen, Muskel- und Gelenkschmerzen, Magen- und Darmproblemen. Langfristig kann ein Eisenüberschuss zu Lebererkrankungen, Bauchspeicheldrüsenkrebs und Diabetes (Zuckerkrankheit) führen. Ursachen für eine Überversorgung sind z.B. häufige Bluttransfusionen, Eisenablagerungen durch Alkoholismus oder die Einnahmen eisenhaltiger Präparate.