Fluor F

Das chemische Element Fluor, mit dem symbolischen Zeichen F, kommt in der Natur als giftiges, nicht metallisches Gas vor und besitzt einen unangenehmen, stechenden Geruch. Fluor ist sehr reaktiv und geht mit vielen anderen Elementen Verbindungen ein. Es ist für den menschlichen Körper ein essentielles Spurenelement (Mikroelement), das der Mensch in Form von Fluoriden, über die Ernährung aufnehmen muss. Der Organismus verfügt über drei bis fünf Gramm Fluorid, das hauptsächlich in Zähnen und Knochen enthalten ist. Fluoride sind wichtige Substanzen im Körper und für das Wachstum der Knochen und die Knochenbildung verantwortlich.

Fluor-Bedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Säuglinge in den ersten vier Lebensmonaten mit 0,25 mg Fluorid zu versorgen. Bis zu einem Alter von einem Jahr erhalten Säuglinge 0,5 mg Fluor. Kleinkinder sollten 0,5 bis 1,0 mg Fluorid, Schulkinder 1,0 bis 2,0 mg Fluorid und Jugendliche 2,0 bis 3,0 mg Fluorid zu sich nehmen. Männer benötigen eine Tageszufuhr von 3,8 mg Fluor und Frauen brauchen 3,1 mg des Spurenelementes.

Wie wirkt Fluor?

Fluorid ist maßgeblich am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt. Es festigt die Knochenstruktur und unterstützt die Knochenbildung. Es wird vermutet, dass Fluorid das Wachstum von Bakterien hemmt, die Zahnkaries auslösen können. Fluor härtet den Zahnschmelz und schützt die Zähne so vor Umwelteinflüssen. Auch wird angenommen, dass Fluorid prophylaktisch gegen Knochenschwund (Osteoporose) wirkt.

Fluor-Lieferanten

Fluorid kommt nur in geringen Mengen in einigen Nahrungsmitteln vor. Gute Fluor-Lieferanten sind Ölsardinen, Hühnerfleisch und schwarzer Tee. Auch Mandeln und Walnüsse, Radieschen Blattgemüse, Sojasprossen und Seefisch sind gute Fluor-Quellen. In Deutschland sind eine Vielzahl Mineralwässer mit Fluor angereichert und auch fluorhaltige Speisesalze sind im Supermarkt erhältlich. Darüber hinaus wird fast jeder Zahnpasta Fluor zugefügt. Laut Trinkwasserverordnung ist und bleibt das Trinkwasser in Deutschland frei von Fluor.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Unterversorgung mit Fluorid ist bei einem gesunden Menschen, der sich ausgewogen ernährt, kaum möglich, da der Körper nur kleine Fluormengen benötigt. Allerdings kann die Aufnahme von Fluor, aufgrund einer Fehl- oder Mangelernährung und auch durch Magen-Darmerkrankungen gehemmt sein. Bei einer Unterversorgung mit Fluor steigt die Gefahr, Knochenbrüche zu erleiden oder an Knochenschwund zu erkranken. Ein Fluor- Mangel führt außerdem zu einer Erweichung des Zahnschmelzes und einem erhöhten Kariesrisiko. Die Knochenstabilität lässt nach und das Knochenwachstum sowie die Knochenneubildung verlangsamen sich.

Durch einen akuten oder chronischen Überschuss an Fluorid kann es zu unterschiedlichen Beschwerden und Krankheitsbildern kommen, die als Fluorose bezeichnet werden. Sichtbare Symptome können weißliche und bräunliche Flecken am Zahnschmelz sein. Der Zahnschmelz wird weich und schließlich löchrig. Bei Kindern löst eine Fluor- Überversorgung Störungen in der Skelettbildung und im Knochenwachstum aus. Ein Fluorüberschuss begünstigt auch Osteoporose, da die hohe Fluormenge dem Knochen das erforderliche Kalzium entzieht. Begleitende Symptome einer Fluorüberdosierung können Krämpfe, Erbrechen und Durchfall sein.