Iod I

Iod (chem. Symbol I) wird umgangssprachlich auch Jod genannt und ist ein essentielles Spurenelement (Mikroelement) für Mensch und Tier. Der Körper kann Iod nicht selbst bilden, sondern es muss ihm über die Nahrung zugeführt werden. Iod wird vom Organismus nicht direkt verwertet, sondern wird hauptsächlich zur Bildung der Schilddrüsenhormone (Thyroxin und Trijodthyronin) benötigt. Der menschliche Körper enthält zwischen 10 und 30 µg (Mikrogramm) Iod, wovon etwa 80% in der Schilddrüse vorkommen.

Der Name Iod wurde von dem griechischen Begriff „ioeides“ (veilchenfarbig) abgeleitet und bezieht sich auf die violettfarbenen Dämpfe, die durch Erhitzen freigesetzt und sichtbar werden. Iod wurde erstmals im Jahre 1811 gewonnen und zwar von Bernard Courtois, der die aufsteigenden blauen Dämpfe, während eines Versuchs mit Braunalgen aus der Nordsee, zufällig entdeckte. Doch erst der französische Chemiker und Physiker Joseph Louis Gay-Lussac brachte zwei Jahre später die Dämpfe mit dem Spurenelement Iod in Verbindung und gab ihm deshalb auch den Namen Iod.

Iod-Bedarf

Der Iod-Bedarf richtet sich nach dem Alter, dem Geschlecht und nach der individuellen Lebenssituation. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht für Säuglinge eine tägliche Iodzufuhr von 50 bis 80 µg (Mikrogramm), für Kleinkinder 100 bis 120 µg und für Schulkinder zwischen 140 und 180 µg Iod vor. Jugendlichen und Erwachsenen bis zum 35sten Lebensjahr werden 200 µg und Erwachsenen über 35 Jahren 180 µg Iod empfohlen. Schwangere benötigen 230 µg und Stillende 260 µg des Spurenelementes. Der tägliche Iodbedarf kann nur dann über die Nahrungsaufnahme gedeckt werden, wenn regelmäßig viele iodhaltige Lebensmittel verzehrt werden und darüber hinaus möglichst iodiertes Speisesalz beim Kochen verwendet wird.

Wie wirkt Iod?

Iod ist wichtig für die Produktion der Schilddrüsenhormone und wird für den Eiweiß-, Kohlenhydrat- und Fettstoffwechsel benötigt. Das Spurenelement regelt den Grundumsatz des Energiehaushaltes des Körpers, wenn sich dieser im Ruhestand befindet. Iod ist unverzichtbar für Herzfrequenz und Körpertemperatur, reguliert den Wasserhaushalt des Organismus und wird für die Funktionen des zentralen Nervensystems benötigt.

Iod-Lieferanten

Die besten Iod-Lieferanten sind Seefische wie z.B. Kabeljau, Hering, Goldbarsch, Seelachs und Schalentiere. Auch in Lebertran und Seetang ist viel Iod enthalten. Geringe Mengen Iod finden sich in Milch und Milchprodukten, in Fleisch und Wurst, sowie in Brot und div. Backwaren. Dagegen enthalten pflanzliche Nahrungsmittel keine nennenswerten Iodmengen. Wichtig ist, iodhaltige Lebensmittel möglichst schonend zu garen, da zu starkes Kochen den Iodgehalt erheblich reduziert.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Unterversorgung mit Iod kommt auch in Deutschland immer noch relativ häufig vor. Erste schleichende Symptome sind Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen. Länger andauernder Mangel führt zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), verursacht eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma) und führt schließlich zu einem Iodmangelkropf. Eine Schilddrüsenvergrößerung löst Schluck- und Atembeschwerden aus, kann Verstopfungen verursachen und zu einer Gewichtszunahme führen. Wichtig ist, Schwangere optimal mit Iod zu versorgen, da ein Iodmangel zu Entwicklungsstörungen beim Ungeborenen führen kann.

Eine gesunde Schilddrüse regelt den Jodbedarf des Körpers selbst. Zu einer Überversorgung kommt es selten, da überschüssiges Iod über die Nieren und den Urin ausgeschieden wird. Sollte es durch die Einnahme iodhaltiger Medikamente zu einer Überversorgung kommen, treten Hautreizungen und Hautausschläge auf. Es können sich Schnupfen und Bronchitis einstellen und Magen-Darmprobleme verursacht werden.