Mangan Mn

Mangan (chemischen Symbol Mn) ist ein essentielles Spurenelement, das dem Körper über die tägliche Nahrung zugeführt werden muss. Im menschlichen Organismus befinden sich etwa 10 bis 20 mg Mangan, das überwiegend in Knochen, Leber und Nieren vorkommt. Mangan spielt eine wesentliche Rolle bei einer Vielzahl an Stoffwechselprozessen.

Mangan gehört zu den Schwermetallen, besitzt eine grau-weiße Farbe und ist sehr hart und spröde. Seit Jahrtausenden sind den Menschen Manganverbindungen bekannt und wurden zum Färben und für die Glasherstellung verwendet. Doch erst im Jahre 1774 gelang es dem schwedischen Chemiker Johan Gottlieb Gahn, metallisches Mangan zu isolieren.

Mangan-Bedarf

Durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost wird der tägliche Bedarf an Mangan normalerweise gedeckt. Ein erhöhter Bedarf kann bei alkoholkranken Menschen und bei Personen erforderlich werden, die viel Weißmehl-Produkte und Zucker konsumieren. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Säuglinge im Alter von vier bis zwölf Monaten täglich mit 0,6 bis 1,0 mg Mangan zu versorgen. Kinder von vier bis unter sieben Jahren benötigen 1,5 bis 2,0 mg Mangan und Kinder von sieben bis unter zehn Jahren brauchen etwa 2,3 bis 3,0 mg Mangan am Tag. Für Kinder ab dem zehnten Lebensjahr, sowie für Jugendliche und Erwachsene liegt die tägliche Manganzufuhr zwischen 2,0 bis 5,0 mg.

Wie wirkt Mangan?

Mangan ist ein wesentlicher Bestandteil vieler Enzyme und somit an wichtigen Körperfunktionen beteiligt. Das Spurenelement Mangan wird für eine bessere Vitamin B1-Verwertung benötigt, ist unverzichtbar für die Harnstoffproduktion, die Produktion körpereigener Fettsäuren und Eiweiße und unterstützt die Insulinherstellung der Pankreas (Bauchspeicheldrüse). Mangan ist wichtig für den Knochen- und Knorpelaufbau und ist auch am Aufbau des Bindegewebes beteiligt. Es wirkt mit bei der Produktion von Melanin (Pigment) und beeinflusst den Kohlenhydrat-, Protein- und Fettstoffwechsel.

Mangan-Lieferanten

Pflanzliche Lebensmittel enthalten wesentlich mehr Mangan als tierische Produkte. Sehr gute Mangan-Lieferanten sind Vollkornprodukte, Nüsse und Kakao. Auch Erdbeeren und Blaubeeren, Weizenkeime, grünes Blattgemüse und Hülsenfrüchte sind sehr manganhaltig. Das Spurenelement kommt auch in den Gewürzen Zimt, schwarzem Pfeffer und Ingwer vor. In Fleisch, Milch und Milchprodukten sind nur sehr geringe Mengen Mangan enthalten.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Mangan-Unterversorgung kann durch eine Fehl- oder Mangelernährung, durch übermäßigen Alkoholkonsum, Rauchen oder durch eine länger anhaltende, künstliche Ernährung ausgelöst werden. Auch wenn vermehrt Mineralstoffe aufgenommen werden, die sich gegenseitig bei der Resorption behindern (z.B. Eisen, Kalzium, Phosphor, Zink), kann ein Manganmangel eintreten. Auftretende Symptome und Beschwerden sind Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust. Es kann zu Blutgerinnungsstörungen und Unfruchtbarkeit kommen. Das Immunsystem wird geschwächt, es treten Störungen im Nervensystem auf, ein Verlust der Haarpigmentierung tritt ein und das Haar- und Nagelwachstum verlangsamt sich.

Eine Überversorgung kommt selten vor, denn auch wenn höhere Dosen Mangan aufgenommen werden, zeigen sich keine körperlichen Beschwerden. Symptome treten meistens erst dann auf, wenn hoch dosierte, manganhaltige Nahrungsergänzungsmittel über einen längeren Zeitraum hinweg eingenommen werden. Dann können Konzentrationsstörungen auftreten, die von einem Nachlassen der Gedächtnisleistung begleitet sind. Betroffene klagen über Schweißausbrüche, Müdigkeit und depressive Verstimmungen. Personen, die beruflich mit Mangan zu tun haben (Metallindustrie, Bergbau) leiden öfter unter einer chronischen Mangan-Vergiftung. Dann können Lungenentzündung, Muskelsteifheit, Schwindel, und Zittern die Folge sein. Auch das zentrale Nervensystem kann in Mitleidenschaft gezogen werden.