Schwefel

Schwefel ist ein Nichtmetall, gehört zu den Mineralstoffen (Mengenelementen) und ist in einer Vielzahl an tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Das chemische Zeichen für Schwefel lautet S. Im Organismus kommt Schwefel in vielen Verbindungen vor und übernimmt wichtige Funktionen, die für den Körper essentiell sind. Es ist Bestandteil von Eiweißbausteinen (Aminosäuren) und Coenzymen, ist in dem Hormon Insulin enthalten und kommt in der Hornhaut (Keratin) und in den Haaren vor. Schwefel ist geruch- und geschmacksneutral, ist wasserlöslich und bildet bei normaler Temperatur gelbe Kristalle. Wird Schwefel verbrannt, entstehen blaue Flammen. Es wird in der chemischen- und pharmazeutischen Industrie eingesetzt und zur Konservierung von Lebensmitteln verwendet.

Schwefel-Bedarf

Eine exakte Angabe zum Schwefel- Bedarf wird von keinem Institut gemacht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht eine Empfehlung aus und schätzt den nötigen Tagesbedarf auf etwa 900 mg. Durch eine ausgewogene Ernährung kann diese Menge problemlos gedeckt werden. Leistungssportler benötigen eine höhere Schwefelzufuhr, die durch eine zusätzliche, proteinreiche Kost ausgeglichen wird.

Wie wirkt Schwefel?

Schwefel ist wichtig für den Aufbau und die Funktion körpereigener Eiweiße. Es ist unverzichtbar für das Bindegewebe, die Knorpelbildung und die Muskeln. Schwefel hilft dem Körper, giftige Substanzen wie z.B. Kadmium und Arsen abzubauen. Auch wird es äußerlich bei rheumatischen Beschwerden und Hauterkrankungen eingesetzt. Schwefel wirkt entzündungshemmend, bei Husten schleimlösend und fördert die Verdauung. Der Mineralstoff unterstützt die Leber, hält die Darmflora gesund und ist unverzichtbar für Nägel, Haare und Haut. Außerdem wird Schwefel benötigt, um das wertvolle Vitamin C, Vitamin B7 (Biotin) und Vitamin B1 zu aktivieren.

Schwefel-Lieferanten

Gute Schwefel-Lieferanten sind Fleisch, Milch und Milchprodukte, Eier, Nüsse und Hülsenfrüchte. Auch Kohl, Knoblauch, Zwiebeln, Lauch, frisches Obst, Gemüse und Haferflocken sind reich an Schwefel. Wird Schwefel Lebensmitteln zugesetzt wie z.B. Trockenfrüchten, div. Fruchtsäften und Wein, um deren Haltbarkeit zu verlängern, muss dieses auf der Packung deklariert sein.

Unterversorgung und Überversorgung

Da Schwefel in einer Vielzahl an Nahrungsmitteln vorkommt, ist bei einer normalen, ausgewogenen Ernährung eine Unterversorgung ausgeschlossen. Nur aufgrund einer extremen Fehlernährung kann es zu einem Mangel kommen. Diese äußert sich durch das Auftreten von Hautentzündungen, ein verlangsamtes Wachsen von Haaren und Nägeln und durch auftretende Wachstumsstörungen während der Wachstumsphase.

Reiner Schwefel ist nicht giftig (toxisch) und wird bei einem Überschuss als Säure über die Nieren ausgeschieden. Allerdings gibt es einige Schwefelverbindungen, die in höheren Dosen gesundheitsschädigend wirken und im Organismus krankhafte Veränderungen hervorrufen können. Diese Schwefelverbindungen zerstören z.B. die B-Vitamine, verstärken die Wirkung krebserregender Substanzen, lösen Kopfschmerzen und Allergien aus und können zu Übelkeit, Erbrechen und Atemnot führen.