Selen Se

Selen (chemisches Zeichen Se) gehört zu den Halbmetallen und kommt in verschiedenen Erscheinungsformen in Gesteinen und im Erdreich vor. Entdeckt wurde Selen im Jahre 1817 von Jöns Jakob Berzelius. Lange Zeit galt Selen als toxische Substanz. Seine Wichtigkeit für die Gesundheit des Menschen wurde erst im Jahre 1957 erkannt. Selen ist ein essentielles Spurenelement, das für alle Lebensformen unverzichtbar ist, denn es ist erforderlich für viele entscheidende Körperfunktionen. Im menschlichen Organismus befinden sich zwischen 10 und 20 Milligramm Selen, die sich überwiegend in Leber, Nieren, Herz und Blut befinden.

Selen-Bedarf

Der Selenbedarf hängt von dem Selenbestand des Körpers, von der Zusammensetzung der Nahrung und von der Wechselwirkung mit anderen Spurenelementen ab. Einen erhöhten Selenbedarf benötigen Raucher, ältere Personen, Schwangere und Stillende, Menschen mit einer Immunschwäche und alle, die schwerwiegend erkrankt sind z.B. Krebserkrankung, Diabetes mellitus. In vielen Fällen wird der Bedarf über die Ernährung nicht erreicht oder nur ganz knapp gedeckt. Wichtig ist, auf einen regelmäßigen Verzehr selenhaltiger Lebensmittel zu achten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt allen Jugendlichen ab dem 15ten Lebensjahr und allen Erwachsenen eine Tagesmenge von 30 bis 70 µg (Mikrogramm) Selen. Bei Kindern liegt der Tagesbedarf, dem Alter entsprechend, zwischen 5 und 60 µg des Spurenelementes.

Wie wirkt Selen?

Selen ist wichtig für die Produktion und Aktivierung der Schilddrüsenhormone. Es hilft bei der Entgiftung des Körpers und stärkt das Immunsystem. Selen ist ein Bestandteil vieler Enzyme und besitzt entzündungshemmende Eigenschaften. Das Spurenelement schützt den Körper vor freien Radikalen und die Haut vor der UV-Strahlung der Sonne. Es wird angenommen, dass Selen Arthritis, Herzinfarkt und Krebserkrankungen vorbeugt, den Erfolg von Krebsbehandlungen unterstützt und sich außerdem positiv auf das Immunsystems auswirkt.

Selen-Lieferanten

Selen ist in einer Vielzahl von Lebensmitteln enthalten. Sehr gute Selen-Lieferanten sind Knoblauch, Kokosnüsse, Erdnüsse und Paranüsse. Getreideprodukte, Sesam, Hülsenfrüchte, Sojabohnen und Spargel sind ebenfalls gute Selen-Quellen. Auch Hühnereier, Hering, Thunfisch, Meeresfrüchte, Gemüse, Milch und Käse enthalten viel Selen.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Selen-Unterversorgung kann durch Fasten, Fehl- und Mangelernährung, lang anhaltende Durchfälle oder chronische Magen-Darm-Erkrankungen ausgelöst werden. Auch bei alkoholkranken Menschen, bei Veganern, älteren Personen und aufgrund einer parenteralen Ernährung (über die Venen) kann es zu einem Selenmangel kommen. Erste Anzeichen sind Kopfschmerzen, weißliche Flecken auf den Nägeln und Konzentrationsstörungen. Weitere Symptome sind Kariesanfälligkeit, dünner werdendes Haar und Augenerkrankungen. Der Gelenkknorpel wird in Mitleidenschaft gezogen und es treten Muskel- und Gelenkschmerzen auf. Die Infektionsanfälligkeit steigt und es können Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelerkrankungen und auch Arteriosklerose auftreten.

Liegt aufgrund einer Überdosierung eine Selen-Vergiftung vor, wird in der Medizin von einer akuten oder chronischen „Selenose“ gesprochen. Erste Anzeichen sind Übelkeit, Durchfall und Erbrechen, Müdigkeit und Erschöpfung. Es kann zu Haarausfall, Magen-Darm-Problemen, Herzschwäche und zu Lebererkrankungen kommen. Der Grund für eine Überversorgung von Selen ist meistens die Einnahme hoch dosierter Selen-Präparate. Besonders gefährdet sind Menschen, die beruflich mit Selen in Berührung kommen.