Vitamin B3

Niacin ist ein wasserlösliches Vitamin, gehört zur Gruppe der B-Vitamine und ist der Oberbegriff für die beiden vitaminaktiven Substanzen Nikotinsäure und Nicotinsäureamid (Nicotinamid). Veraltete Bezeichnungen lauten Vitamin B3, Vitamin B5 und PP-Faktor (Pellagra- Preventing- Faktor). Der PP-Faktor ist nach der häufig tödlich endenden Krankheit Pellagra („Raue Haut“) benannt worden. Pellagra verlor erst Anfang des 20sten Jahrhunderts ihre Schrecken, als ein Zusammenhang zwischen der Krankheit, der Ernährung (Mais) und dem fehlenden Niacin entdeckt wurde.

Niacin wird zwar den Vitaminen zugeordnet, die der Organismus nicht selbst bilden kann. Es gehört jedoch im strengen Sinne nicht dazu. Der Grund ist, dass der Körper Niacin beim Abbau der Aminosäure Tryptophan, mit Hilfe des Vitamins B6, in Leber und Nieren selbst synthetisieren kann. Entdeckt wurde Niacin bereits im Jahre 1867 bei der Oxidation von Nicotin. Seine Bedeutung für den menschlichen Organismus und seine Wirksamkeit wurden jedoch erst im Jahre 1934 erkannt.

Niacin-Bedarf

Die tägliche Niacinzufuhr ist abhängig von Alter, Geschlecht und den jeweiligen Lebensumständen. So benötigen Schwangere und stillende Mütter eine erhöhte Menge an Niacin. Auch Menschen, die unter Störungen des Magen-Darmtraktes leiden oder übermäßig viel Alkohol konsumieren, sollten ihrem Organismus mehr Niacin zuführen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt Frauen und älteren Personen, täglich 13 mg Niacin aufzunehmen. Schwangere benötigen eine Tagesmenge von 15 mg und stillende Mütter 17 mg Niacin. Männern wird, je nach Alter, eine Tageszufuhr empfohlen, die zwischen 13 - 17 mg liegt und Kinder benötigen täglich zwischen 7 und 12 mg Niacin.

Wie wirkt Niacin

Niacin gelangt über den Darm und die Darmhaut durch Ausbreitung (Diffusion) in den Blutkreislauf und wird von dort aus in alle Körperorgane weitergeleitet. Niacin ist von zentraler Bedeutung für den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel und trägt zur Energiegewinnung des Körpers bei. Es ist wichtig für die Regeneration und den Feuchtigkeitshaushalt der Haut, für die Herzfunktion, für Muskulatur und Verdauung. Niacin reguliert den Blutzuckerspiegel, sorgt für die Bildung der Sexualhormone, senkt den Cholesterinwert und beugt Arterienverkalkung (Arteriosklerose) vor. Es stärkt die Nerven, fördert den gesunden Schlaf und besitzt als Antioxidans entgiftende Eigenschaften.

Niacin-Lieferanten

Niacin kommt in unterschiedlichen Konzentrationen in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln vor. Niacin aus tierischen Produkten kann allerdings besser vom Organismus verwertet wird. Wichtige Niacin- Lieferanten sind Fisch, Fleisch, Geflügel und Wild. Auch Milchprodukte, Eier, Bierhefe, Champignons, Erdnüsse, Weizenvollkornbrot und getrocknete Aprikosen versorgen den Körper mit lebensnotwendigem Niacin. Besonders viel Niacin ist in gerösteten Kaffeebohnen. Das Vitamin besitzt eine recht hohe Hitzebeständigkeit und ist relativ unempfindlich gegenüber Sauerstoff und Licht.

Unterversorgung und Überversorgung

Die Deckung des Tagesbedarfes erfolgt über die Nahrung und gleichzeitig über die körpereigene Produktion. Eine Unterversorgung mit Niacin (Hypovitaminose) äußert sich durch Schlaf- und Konzentrationsstörungen, durch Appetitlosigkeit, Reizbarkeit und Unruhe. Es kann zu Hautveränderungen, zu Entzündungen der Mund- oder Magenschleimhaut und im schlimmsten Fall zu der Krankheit Pellagra kommen. Eine Unterversorgung mit Niacin ist jedoch sehr selten, da der Körper das Vitamin nicht nur aus der Nahrung aufnehmen, sondern auch aus der Aminosäure Tryptophan herstellen kann.

Durch die Ernährung ist es kaum möglich, dem Körper zu viel Niacin zuzuführen. Zu einer Überdosierung mit dem Vitamin Niacin (Hypervitaminose) kann es nur kommen, wenn extrem hoch dosierte Vitaminpräparate eingenommen werden. Erste Symptome einer Überdosierung sind Schwindel, Kopfschmerzen, Hautjucken und Hautrötungen. Auch eine Erhöhung des Harnsäuregehaltes, Leberschäden und Magenschleimhautentzündungen können die Folge sein. Niacin ist auch bei einer hohen Dosierung nicht toxisch.