Vitamin B5

Die Pantothensäure, veraltet auch Vitamin B5 oder Vitamin B3 genannt, ist ein wasserlösliches Vitamin aus dem B-Komplex und setzt sich aus Pantoinsäure und Beta- Alanin zusammen. Pantothensäure ist die Vorstufe von Coenzym A (kurz CoA) und als enzymatische Reaktion an zahlreichen Stoffwechselvorgängen und Grundfunktionen im Organismus beteiligt. Pantothensäure wird auch als „Schönheits-“ und „Energievitamin“ bezeichnet, weil es sich positiv auf die Haut auswirkt und an der Energiegewinnung im Körper beteiligt ist.

Der Namensteil Pantothen wurde von dem griechischen Wort „panthos“ (überall) abgeleitet und bezieht sich darauf, dass Pantothensäure „überall“ in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln zu finden ist. Entdeckt wurde die Pantothensäure im Jahre 1931 von dem amerikanischen Biochemiker und Ernährungsbiologe Dr. Roger Williams und zwar als Stoff, der das Wachstum von Hefen anregt.

Pantothensäure-Bedarf

Der Tagesbedarf an Pantothensäure wird, gem. der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), für Frauen und Männer mit 6 mg täglich angegeben. Ein erhöhter Bedarf besteht bei permanentem Stress, bei Alkoholismus, während der Schwangerschaft und in der Stillzeit. Im Normalfall kann die empfohlene Tagesmenge durch eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung gedeckt werden. Zu beachten ist, dass Pantothensäure aus tierischen Lebensmitteln besonders gut vom Organismus aufgenommen wird.

Wie wirkt Pantothensäure

Pantothensäure ist wichtig für den Stoffwechsel von Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten. Es ist unverzichtbar für die Zellerneuerung und unterstützt Nerven- und Verdauungsfunktionen. Pantothensäure trägt zum Aufbau von Gallensäuren bei und ist an der Herstellung von Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) beteiligt. Weiter stärkt es das Immunsystem und fördert die Wundheilung. Pantothensäure schützt die Schleimhäute vor Infektionen und regt das Wachstum der Haare an. Außerdem ist sie mitverantwortlich für die Hautpigmentierung, hilft gegen schuppige und raue Haut und verbessert so das Hautbild.

Pantothensäure-Lieferanten

Da Pantothensäure wasserlöslich und hitzeempfindlich ist, kann es beim Kochvorgang zu recht hohen Vitaminverlusten kommen. Deshalb sind Lebensmittel möglichst schonend zu garen. Besonders gute Pantothen- Lieferanten sind Muskelfleisch, Leber, Innereien und Fisch. Auch Hefe, Vollkornprodukte, Pilze und Hülsenfrüchte, Obst, Reis, Nüsse und Pinienkerne sind ausgezeichnete Vitamin B5- Quellen.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Unterversorgung (Hypovitaminose) mit isolierter Pantothensäure kommt eher selten vor. Meistens tritt sie in Verbindung mit einem generellen Mangel an Vitaminen des B- Komplexes auf. Eine Unterversorgung kann allerdings durch chronische Erkrankungen herbeigeführt werden. Risikogruppen sind deshalb Dialysepatienten, Menschen, die an Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) leiden, Darm- und Leberkranke und auch Alkoholiker. Ein Pantothensäure- Mangel macht sich durch Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Kopfschmerzen bemerkbar. Es treten Muskelschmerzen auf, das Immunsystem wird geschwächt und es kommt zu Durchfall und Erbrechen. Nach einem drei bis vier Monate anhaltenden Pantothensäure- Mangel kann das „Burning Feet Syndrom“ auftreten. Dieses äußert sich durch Kribbeln, Brennen und ein Taubheitsgefühl in den Zehen und Füßen.

Eine Überversorgung (Hypervitaminose) mit Pantothensäure tritt nur auf, wenn über einen längeren Zeitraum hohe Dosen eingenommen werden. In diesem Fall können leichte Darmbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit und eventuell Allergien auftreten. Bei extrem hoher Überdosierung sind Leberschäden möglich, die Magenschleimhaut kann sich entzünden und es kommt zu Gefäßerweiterungen. Im Normalfall wird überschüssige Pantothensäure über die Nieren und den Urin ausgeschieden.