Vitamin B7, Biotin

Die chemische Bezeichnung für Vitamin B7 lautet Biotin. Nicht mehr gebräuchliche, historische Namen sind Vitamin H, Vitamin I und Vitamin Bw. Das wasserlösliche, essentielle Biotin zählt zu der Gruppe der B- Vitamine. Biotin ist als Coenzym an vielen Körperfunktionen beteiligt. Es übernimmt eine wichtige Rolle im Fett- und Zuckerstoffwechsel, regelt die Umwandlung von essentiellen Aminosäuren und ist so unentbehrlich für das Wachstum und die Entwicklung aller Körperzellen. Aufgrund seiner positiven Wirkung auf Haut, Haar und Nägel wird Biotin auch als „Schönheitsvitamin“ bezeichnet.

Die Entdeckung von Biotin erfolgte in mehreren Schritten. Entscheidend war das Jahr 1936, als es F. Kögl und B. Tönnis gelang, Biotin aus Eidottern zu isolieren. Im Jahr 1943 erfolgten die chemische Synthese und die Aufklärung der Struktur des Vitamins.

Biotin-Bedarf

Biotin ist essentiell und muss dem Körper durch die tägliche Nahrungsaufnahme zugeführt werden. Zwar können auch Darmbakterien Biotin produzieren, doch in wieweit dieses Biotin tatsächlich an der täglichen Versorgung beteiligt ist, konnte noch nicht eindeutig belegt werden.

Der Biotin- Bedarf kann nicht exakt bestimmt werden, da er von den jeweiligen Lebensumständen abhängt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt Durchschnittswerte an und empfiehlt Erwachsenen eine Tageszufuhr von 30µg bis 60µg (Mikrogramm) Biotin. Mit einer ausgewogenen, abwechslungsreichen Ernährung kann der Tagesbedarf problemlos gedeckt werden.

Allerdings können Faktoren wie Lebensalter, Geschlecht, Schwangerschaft, Ernährungsweise, Nikotinsucht, Alkoholabhängigkeit, Krankheiten und die Einnahme bestimmter Medikamente, eine erhöhte Biotin- Zufuhr erforderlich werden lassen.

Wie wirkt Biotin

Biotin ist unverzichtbar für den Eiweiß-, Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Es wird für die Vermehrung und Teilung der Körperzellen benötigt. Biotin ist am Abbau von Aminosäuren und Fettsäuren beteiligt und unterstützt den Aufbau von Nägeln, Haut und Haaren. Es ist wichtig für die Lebensdauer der Blutzellen und wird für das Nervensystem gebraucht.

Biotin-Lieferanten

Biotin ist hitze-, licht- und luftstabil, reagiert jedoch empfindlich gegenüber UV- Strahlung. Damit das Biotin in Lebensmitteln erhalten bleibt, sollten diese lichtgeschützt gelagert werden. Da Biotin wasserlöslich ist, sind Nahrungsmittel schonend zu garen. Biotin kommt in den meisten natürlichen Lebensmitteln vor. Sehr gute Biotin- Lieferanten sind Sojabohnen, Linsen, Obst, Getreide, Pilze, Mandeln und Hefe. Auch Eigelb und Erdnüsse, Leber, Nieren, Milch und Rindfleisch sind hervorragende Biotin- Quellen.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine ernährungsbedingte Unterversorgung (Hypovitaminose) mit Biotin ist sehr selten. Lediglich das Verspeisen roher Eier in einer extrem hohen Menge, kann einen Mangel hervorrufen. Verantwortlich dafür ist das Avidin im Hühnereiweiß. Avidin kann das Biotin binden und seine Aufnahme verhindern. Meistens wird ein Biotinmangel jedoch durch andere Ursachen ausgelöst. Symptome eines Mangels entwickeln sich schleichend und führen zu Müdigkeit, spröden, rissigen Nägel, zu Muskelschmerzen und Depressionen. Es kann zu Übelkeit und Erbrechen, zu einer Entzündung der Zunge (Glossitis), zu erhöhten Cholesterinwerten oder zu Blutarmut (Anämie) kommen.

Eine Überversorgung (Hypervitaminose) mit Biotin ist durch die Ernährung nicht möglich, da überschüssiges Biotin über die Nieren ausgeschieden wird. Werden aus medizinischen und therapeutischen Gründen Biotin-Überdosierungen verordnet, bleibt auch dies ohne negative Auswirkungen. Bei Biotin konnte keine Toxizität festgestellt werden.