Vitamin C, Ascorbinsäure

Vitamin C wird auch Ascorbinsäure genannt und ist ein farbloses, geruchloses, gut wasserlösliches und säuerlich schmeckendes Kristallpulver, das als organische Säure hauptsächlich in rohem Obst und Gemüse vorkommt. Vitamin C gehört zu den essentiellen Vitaminen, die dem Körper durch die Nahrung zugeführt werden müssen. Das Vitamin ist an wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Es besitzt eine antioxidative Wirkung und schützt den Organismus vor aggressiven, sauerstoffhaltigen Verbindungen, den „freien Radikalen“.

Im Jahre 1753 erbrachte der schottische Schiffsarzt James Lind (1716-1794) den ersten Beweis dafür, dass die Einnahme von Vitamin C Seefahrer vor der damals gefürchteten Krankheit „Skorbut“ schützen konnte. Im Jahre 1932 gelang dem Schweizer Chemiker Tadeus Reichstein (1897-1996), Vitamin C auf synthetischem Wege herzustellen und industriell zu produzieren.

Vitamin C- Bedarf

Gemäß der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten Erwachsene täglich 100 mg Vitamin C zu sich nehmen, um einem Mangel vorzubeugen. Diese Empfehlung wird durch eine ausgewogene Ernährung mit viel rohem Obst und Gemüse erreicht, so dass die Einnahme von Vitamin C- Präparaten überflüssig ist.

Allerdings gibt es Risikogruppen, die eine erhöhte Vitamin C- Zufuhr benötigen. Dazu gehören Schwangere, für die 110 mg und stillende Mütter, denen täglich 150 mg des Vitamins empfohlen werden. Auch Leistungssportler, Raucher und Personen, die an Infektionskrankheiten leiden, benötigen eine höhere Tagesmenge an Ascorbinsäure.

Wie wirkt Vitamin C

Vitamin C übernimmt im menschlichen Körper eine wichtige Schutzfunktion, denn es wehrt die so genannten „freien Radikalen“ ab. Das Vitamin wird für den Hormonstoffwechsel und den Aufbau von Bindegewebe benötigt. Es stärkt Knochen, Zähne und Zahnfleisch und senkt das Risiko von Herz- Kreislauferkrankungen. Vitamin C hilft bei Harnwegsinfektionen, da durch das Ausscheiden der Ascorbinsäure der Urin sauer wird und so keinen Nährboden für Krankheitserreger bietet. Es wurde festgestellt, dass durch Vitamin C auch das Risiko an Gicht zu erkranken, erheblich sinkt. Außerdem ist Ascorbinsäure unverzichtbar für die Eisenverwertung im Körper.

Vitamin C-Lieferanten

Der höchste Gehalt an Vitamin C ist in Obst und Gemüse zu finden. Es wurde herausgefunden, dass die Acerolakirsche, auch Jamaica- Kirsche genannt, die höchste Konzentration an Vitamin C aufweist. Auch Sauerkraut und verschiedene Kohlarten sind gute Vitamin C- Spender, wobei sich der Vitamin C-Gehalt in Kohl nach einer kurzen Kochzeit sogar noch erhöht. Erst bei längerem Kochen wird das Vitamin zerstört.

Das wasserlösliche, luft- und hitzeempfindliche Vitamin C geht beim Kochen, Trocknen und auch beim Wässern oder Einweichen von Obst und Gemüse größtenteils verloren. Auch durch längere Lagerzeiten und reduziert sich der Vitamin C-Gehalt.

Unterversorgung und Überversorgung

Durch eine Fehl- oder Mangelernährung kann es durchaus zu einer Unterversorgung mit Vitamin C kommen. Auch Magen- Darmerkrankungen, die eine Vitamin C-Aufnahme verhindern, führen langfristig zu einem Vitamin C-Mangel. Wird der Körper ungenügend oder gar nicht mit Vitamin C versorgt kommt es zu Abgeschlagenheit und Müdigkeit. Konzentrationsstörungen treten auf, Immunsystem und Bindegewebe werden geschwächt und die Wundheilung verzögert sich. Das Zahnfleisch beginnt zu bluten und die Zähne lockern sich. Im schlimmsten Fall erkrankt der Betroffene an Skorbut. Diese Krankheit führt zu Muskelschwund, Gelenkentzündungen und starkem Durchfall und endet, aufgrund einer eintretenden Herzschwäche, u.U. tödlich. Da frisches Gemüse und Obst in den Industrieländern ganzjährig verfügbar ist, tritt Skorbut hier allerdings kaum noch auf.

Eine Überdosierung mit Vitamin C ist sehr selten, da ein Vitaminüberschuss über Nieren und Urin ausgeschieden wird. Werden hohe orale Dosen aus medizinischen Gründen erforderlich, können leichte Verdauungsprobleme auftreten. Auch kann die Bildung von Nierensteinen begünstigt werden.