Vitamin D

Das fettlösliche Vitamin D wird auch Calciferol genannt und ist der Oberbegriff für eine Reihe biologisch aktiver Calciferole, zu denen auch Vitamin D2 (Ergocalciferol) und das wichtige Vitamin D3 (Cholecalciferol) gehören. Während Vitamin D2 in Pflanzen vorkommt, ist Vitamin D3 nur in tierischen Produkten enthalten.

Vitamin D ist streng genommen kein essentielles Vitamin. Es gelangt zwar über die Nahrung in den Körper, kann aber auch durch die Einwirkung der UVB- Strahlen des Sonnenlichtes vom Körper selbst gebildet werden. Aufgrund seiner Aufgaben im menschlichen Organismus wird Vitamin D heute nicht mehr den Vitaminen, sondern den Hormonen zugeordnet.

Vitamin D ist für den Phosphat- und Calciumstoffwechsel von entscheidender Bedeutung. Es ist unverzichtbar für den Knochen- und Zahnaufbau und für das Skelettwachstum. Grundsätzlich ist Vitamin D für die gesamte Gesundheit des Menschen und sein Wohlbefinden erforderlich.

Vitamin D-Bedarf

Etwa 90% des Vitamin D-Bedarfs kann der Körper über die UVB- Strahlen der Sonne selbst decken. Wichtig ist, sich maßvoll und dem Hauttyp entsprechend der Sonne auszusetzen. Zehn Minuten intensive Sonnenbestrahlung auf Hände oder Gesicht reichen bereits aus. Auch wer sich täglich zwischen dreißig und sechzig Minuten an der frischen Luft bewegt, hilft, den „Vitamin D-Speicher“ zu füllen. Je kürzer der Aufenthalt im Freien ist, umso wichtiger wird die Aufnahme von Vitamin D durch die entsprechenden Lebensmittel.

Etwa drei Monate wird das Vitamin in Muskel- und Fettgewebe gespeichert. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Richtwerte genannt, die durch die tägliche Nahrungszufuhr abgedeckt werden sollten. Sie empfiehlt für Säuglinge im ersten Lebensjahr und für Personen ab dem 65sten Lebensjahr eine tägliche Vitamin D- Zufuhr von 10µg (Mikrogramm). Kinder und Erwachsene benötigen laut DGE 5µg Vitamin D am Tag.

Wie wirkt Vitamin D

Vitamin D reguliert den Calciumspiegel im Blut und hilft, Calcium und Phosphor in die Knochen einzulagern. Diese werden fest und stabil und sorgen dadurch für ein belastbares Skelett. Vitamin D reduziert das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlagfanfalls und beugt Krebserkrankungen vor. Das Vitamin kräftigt die Zähne, stärkt das Nerven- und Muskelsystem und unterstützt das Immunsystem.

Vitamin D-Lieferanten

Die meisten Lebensmittel enthalten nur sehr geringe Mengen an Vitamin D. Einige wichtige Vitamin D- Lieferanten sind fetthaltige Fische wie Aal, Lachs, Heilbutt, Makrele und Hering. Ein besonders guter Lieferant ist Lebertran. Auch Milch, Käse, Eier, Kalbfleisch und Rinderleben gelten als Vitamin D-Quellen. Der beste Lieferant ist allerdings die Sonne mit ihren UVB- Strahlen. Wichtig zu wissen ist, dass die Aktivität und Wirkung des Vitamins durch längere Lagerzeiten der Lebensmittel, nicht beeinträchtigt wird. Auch ist das Vitamin sauerstoff- und lichtstabil und kann bis ca. 180 C erhitzt werden.

Unterversorgung und Überversorgung

Eine Unterversorgung mit Vitamin D kann bei älteren Menschen, bei Frauen im Klimakterium und durch ungenügende Sonnenbestrahlung (z.B. durch lange Bettlägerigkeit) eintreten. Auch bei einer chronischen Darm-, Leber- oder Nierenerkrankung kann es zu einer Unterversorgung kommen. Bei Kindern führt ein Vitamin D-Mangel zu Wachstumsstörungen und Knochenverformungen (Rachitis). Bei Erwachsenen wird von einer Osteomalazie (Knochenerweichung) gesprochen. Auch Schwangerschaften können einen Vitamin D-Mangel begünstigen.

Eine Überversorgung mit Vitamin D ist relativ selten. Sie erfolgt höchstens durch die hohe Einnahme von Supplementen (Ergänzungsmittel). Dann wird vermehrt Calcium freigesetzt, das sich in Nieren und Gefäßen ablagern kann. Es treten Kopf- und Gelenkschmerzen auf. Es kommt zu Herzrhythmusstörungen, Verdauungsstörungen, zu Übelkeit, Erbrechen und starkem Durstgefühl. Es können sich Nierensteine entwickeln und es kann sogar eine Nierenverkalkung ausgelöst werden.