Vitamin E

Vitamin E ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe fettlöslicher (lipophiler) Substanzen, den so genannten Tocopherolen und Tocotrienolen. Umgangssprachlich ist mit der Bezeichnung Vitamin E hauptsächlich das Alpha-Tocopherol gemeint. Hierbei handelt es sich um die am besten erforschte und für den Menschen wirksamste Form von Vitamin E. Das fettlösliche, essentielle Vitamin E wird ausschließlich in Pflanzen synthetisiert. Vitamin E gehört zu den Antioxidantien und schützt die Zellmembranen vor den „freien Radikalen“, indem es diese bindet. Außerdem dient Vitamin E der Zellerneuerung und der Energiegewinnung.

Im Jahre 1922 entdeckten zwei amerikanische Forscher (Evans und Bishop) bei einem Versuch mit Ratten, dass ein Vitamin E- Mangel bei den Tieren zu Sterilität geführt hatte. Eine erneute Fütterung mit Vitamin E konnte die Vermehrung der Tiere wieder aktivieren. Einige Zeit später wurde Vitamin E aus Weizenkeimöl isoliert. Vitamin E wird auch als „Fruchtbarkeitsvitamin“ bezeichnet.

Vitamin E-Bedarf

Der tägliche Bedarf an Vitamin E wird unterschiedlich beurteilt. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Jugendlichen und Erwachsenen täglich etwa 18 bis 22 IE (Internationale Einheit/ 1mg = 1 IE ) Vitamin E empfiehlt, halten einige Ärzte und Wissenschaftler eine weitaus höhere Dosierung bis zu 400 IE, je nach Lebenssituation, für sinnvoll. Fest steht, dass Risikogruppen wie z.B. Raucher, Personen, die Stresssituationen ausgesetzt sind oder an Gefäß- und Herzerkrankungen leiden, eine höhere Vitamin E- Zufuhr benötigen. Die Aufnahme von Vitamin E ist abhängig von der aufgenommenen Fettmenge und der Art des Fettes. Je mehr Fett gegessen wird, desto höher steigt der Cholesterinspiegel und umso größer ist der Vitamin E-Bedarf.

Wie wirkt Vitamin

Als Antioxidant schützt Vitamin E die wichtigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren vor der Zerstörung durch Oxidation. Das Vitamin bindet freie Radikale und kann so das Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, Herzinfarkt und Arteriosklerose senken. Vitamin E stärkt das Immunsystem, ist wichtig für die Muskelzellen, für die Haut und das Nervensystem. Es wird angenommen, dass Vitamin E den Alterungsprozess verlangsamt, die Durchblutung verbessert und der Alzheimererkrankung vorbeugt.

Vitamin E-Lieferanten

Vitamin E kann zwar nur von Pflanzen synthetisiert werden, gelangt jedoch über die Nahrungskette auch in tierische Produkte. Hier sind die Vitamin E- Gehalte jedoch erheblich niedriger. Sehr gute Vitamin E-Lieferanten sind Pflanzenöle (z.B. Raps-, Sonnenblumen-, Oliven-, Distel-, Palmkern-, Maiskeim- und Sojaöl). Auch Mandeln, Haselnüsse, Pistazien und Gemüse enthalten das wichtige Vitamin. Vitamin E ist recht hitzebeständig und übersteht Kochvorgänge bis maximal 140°C. Grundsätzlich sollte schonend gebraten und gekocht werden.

Unterversorgung und Überversorgung

Da Vitamin E in der Leber gespeichert werden kann, dauert es u.U. Jahre, bis ein Mangel durch erste Symptome angezeigt wird. Eine Unterversorgung (Hypovitaminose) ist zwar relativ selten, kann aber aufgrund individueller Lebensumstände eintreten. Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Galle oder Leber und auch eine Antibiotika- Therapie können eine Unterversorgung auslösen. Die Symptome äußern sich durch Konzentrationsschwäche, Infektionsanfälligkeit, Leistungsschwäche, verminderte Wundheilung und faltige, trockene Haut. Es kann zu Muskelschwäche und Veränderungen im Nervensystem kommen.

Eine Überversorgung (Hypervitaminose) mit Vitamin E ist durch die Ernährung nicht möglich. Allerdings kann durch die Einnahme sehr hoher Supplemente (Nahrungsergänzungen) eine Überdosierung auftreten. Diese macht sich durch Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit bemerkbar. Auch kann sie sich negativ auf die Blutgerinnung auswirken.