Ferran Adrià

Ferran Adrià gilt als der genialste und verrückteste Koch überhaupt auf der Welt. Er serviert in seinem Restaurant namens "El Bulli", das sich an der Costa Brava in Spanien befindet, verrückte Kreationen, die den Gast in eine völlig andere Welt des Geschmacks entführen sollen.

Insgesamt experimentiert Ferran Adrià sechs Monate im Jahr in seinem eigens eingerichteten Labor. Hier werden Nahrungsmittel zerlegt, um dann zu neuen Kreationen zu werden. Die Grundlage der Philosophie von Ferran Adrià ist, dass Nahrungsmittel immer wieder neu entdeckt und erfunden werden können. Mit Hilfe des Computers werden Zutaten berechnet, mit Gerätschaften der Medizin wird Gemüse bearbeitet. Das alles klingt schon recht abenteuerlich. Bekannte Speisen von Ferran Adrià sind unter anderem das karamellisierte Entenfett, die Lutscher aus Roter Beete und Joghurt oder die Suppe, die nach Kuchenteig und Marzipan schmeckt.

Das "El Bulli" in Spanien ist mit drei Sternen ausgezeichnet worden und gilt als Wallfahrtsort der Gourmets. Jährlich sind etwa zwei Millionen Anfragen zu verzeichnen, von Menschen, die um einen der raren Plätze im Restaurant kämpfen. Wer hier eine Zusage bekommt, fühlt sich wohl wie ein Gewinner im Lotto. Nur achttausend Gäste werden pro Saison bewirtet. Wer aber eine Reservierung ergattern konnte, den erwartet nicht ein einfaches Essen, sondern ein wahres Kunstwerk. Das Menü besteht aus mehr als dreißig Gängen und alles rund um das Essen wird bis ins Kleinste geplant und aufeinander abgestimmt.

Ferran Adrià sagt selbst von seinen Kreationen, dass dies die magischen Gerichte seien, die die einen fantastisch finden, die anderen aber ekelhaft.

Ferran Adrià ist ein vielbeschäftigter Mann. Er kocht nicht nur in seinem Restaurant, sondern er schreibt auch Kochbücher, hält Vorträge und tritt wöchentlich in einer Sendung im spanischen Catalunya Radio auf.

Biografie

Vollständiger Name: Ferran Adrià Acosta
Geboren: 14. Mai 1962
Geburtsort: L’Hospitalet de Llobregat in Spanien (Katalonien)
Beruf: Koch und Gastronom
Eltern: Ginés Adrià und Josefa Acosta
Geschwister: Bruder Albert Adria

Ausbildung:

1978 Besuch des Institutes Verge de la Mercè in Barcelona (Vorbereitung für seinen ursprünglichen Berufswunsch als Betriebswirt)
1980 Abbruch der Schule
Urlaub auf Ibiza, hier Tätigkeit als Tellerwäscher in Castelldefels
Militärdienst: 1981 Smutje auf dem Marinestützpunkt von Cartagena, Mitglied der Küchencrew des Admirals

Weiterer Weg:

Bewerbung in dem von Juli Soler geführten Restaurant "El Bulli"
1984 Ernennung zum Chefkoch im "El Bulli" zusammen mit Christian Lutaud
anschließend Lehre in den Spitzenrestaurants Europas, allerdings kein geprüfter Abschluss als Koch
1985 Ernennung zum alleinigen Chefkoch im "El Bulli"

Auszeichnungen:

1996 Verleihung des Clé d’Or de la Gastronomie durch den Gault-Millau
1996 Verleihung des Titels "Restaurant of the Year" durch den Club de Gourmets
2002, 2006 und 2008 Auszeichnung des "El Bulli" als "Bestes Restaurant der Welt" durch das Restaurant Magazine
2004 Ferran Adria wird auf die Liste der einhundert einflussreichsten Menschen der Welt des Jahres 2004 durch das Time Magazine gesetzt
2005 Verleihung des Eckart Witzigmann Preises durch die Deutsche Akademie für Kulinaristik
2006 Verleihung des Lucky Strike Designer Awards als erster Koch überhaupt

Bücher von Ferran Adrià als Autor

"Chefs Contra El Hambre" von Ferran Adrià und anderen Autoren, erschienen im Jahr 2003 im Verlag Roca
"elBulli 1998 bis 2002" von Ferran Adrià, Juli Soler und Albert Adrià, erschienen im Jahr 2005 im Verlag Ecco
"elBulli 1983 bis 1993" von Ferran Adrià und Juli Soler, erschienen im Jahr 2005 im Verlag Rba
"elBulli 1994 bis 1997" von Ferran Adrià, Juli Soler und Albert Adrià, erschienen im Jahr 2006 im Verlag Hampp Stuttgart
"elBulli 2003 bis 2004" von Ferran Adrià, Juli Soler und Albert Adrià, erschienen im Jahr 2006 im Verlag Ecco
"Die Revolutionen des Ferran Adrià: Wie ein Katalane das Kochen zur Kunst machte" von Manfred Weber - Lamberdiere und Ferran Adrià, erschienen im September 2007 im Verlag Bloomsbury Berlin
"Das wissenschaftliche Lexikon der Gastronomie: Das Grundlagenwerk der Molekularen Küche" von Alicio El Bullitaller, Ferran Adrià, Francesc Guillamet und Hans Gissinger, erschienen im November 2007 im Verlag Hampp Stuttgart
"A Day at elBulli: An insight into the ideas, methods and creativity of Ferran Adrià” von Ferran Adrià, Albert Adrià und Juli Soler, erschienen im Jahr 2008 im Verlag Phaidon Berlin
"Mas que tapas/More than Tapas: Andalusia World Cooking Tour" von Ferran Adrià, erschienen im Jahr 2008
"Ein Tag im elBulli: Ein Einblick in die Gedankenwelt, Methoden und kreativen Konzepte von Ferran Adrià" von Ferran Adrià, Albert Adrià und Juli Soler, erscheint im Jahr 2009 im Verlag Phaidon Berlin

(Koch)Sendungen von und mit Ferran Adrià

Am 12.02.2008 wurden im Rahmen der Berlinale zwei Filme gezeigt, die von Ferran Adrià, seiner Kochkunst und seinem Restaurant "El Bulli" in Spanien handeln. Die Filme lauteten:

"Global Mobile - Food: Amuse-Bouche (Anatomy Of A Lunch)” Von Heide Fleischer und Lionel Bouet
"El Bulli - Història d’un somni" von David Pujol und Christopher B. Collins

DVD

"Decoding Ferran Adrià DVD: Hosted by Anthony Bourdain" von Anthony Bourdain, erschienen im Jahr 2006

Weitere Informationen

An einer abgelegenen Bucht an der Costa Brava ist das Restaurant namens "El Bulli" von Ferran Adrià zu finden. Insgesamt verfügt es über fünfzig Plätze. In jeder Saison ist es innerhalb kürzester Zeit völlig ausgebucht. Ferran Adrià betreibt auch ein Luxushotel mit, dieses trägt den Namen "Hacienda Benazuza" und liegt bei Sevilla. Hier werden die Menüs der vergangenen Jahre des "El Bulli" angeboten.
Rund 1500 Köche aus aller Welt bewerben sich jährlich bei Ferran Adrià, rund 35 davon werden letzten Endes ausgewählt. Zwei Drittel davon machen ihre Lehre hier, ohne Zahlung eines Entgeltes.

Ferran Adrià ist ein bekannter Vertreter der sogenannten Molekulargastronomie. Seine Menüs sind hoch kompliziert und bestehen aus mehr als dreißig kleinen Gängen. Pro Saison wird nur eine Menüfolge angeboten, weil der Aufwand für die Planung, Entwicklung und Umsetzung so hoch ist. Ein Menü kostet hier rund 230 Euro.

Übrigens: In einer Hälfte des Jahres bleibt das "El Bulli" geschlossen, dann werden neue Erfindungen auf kulinarischem Gebiet vorgenommen.

Webseiten

www.elbulli.com
Artikel bei zeit.de