Alfred Biolek

Der heute vor allem als Koch und Talkmaster bekannte Alfred Biolek gehört zu den prominentesten Vertretern des deutschen Fernsehens. Darüber hinaus ist er auch ein promovierter Jurist, der auf eine langjährige Karriere zurückblicken kann. Sein humorvolles Wesen und seine doch stets sachliche Erscheinung wurden rasch zum festen Bestandteil der Fernsehlandschaft.
Alfred Biolek wurde mit einer Vielzahl von Preisen ausgezeichnet, die sich aber bei Weitem nicht nur auf seine Leistungen als Moderator und Fernsehkoch beziehen. Er hat unter anderem eine Stiftung gegründet, die sich für die Aidskranken in Afrika einsetzt, seine humanitäre Hilfe und Unterstützung ist unverzichtbar geworden. Dabei ist Alfred Biolek immer ein sympathischer Mensch geblieben, der auf keine Art und Weise "abgehoben" oder arrogant wirkt, wie dies bei vielen Fernsehstars der Fall ist. Er kann stolz auf sich und sein Lebenswerk sein, für das er übrigens im Jahr 2008 auch ausgezeichnet wurde.
Doch es gibt auch andere Seiten des Fernsehlieblings, auf die an anderer Stelle noch näher eingegangen werden soll. Eine Seite, die weniger "allgemeinpassend" wirkt, sondern rebellisch und darauf ausgelegt ist, seinen ganz persönlichen Traum vom glücklichen Leben zu erfüllen.

Biografie von Alfred Biolek

Name: Alfred Franz Maria Biolek
Eltern: Joseph und Hedwig Biolek, geborene Lerch
Geboren: 10. Juli 1934 in Freistadt, das heute den Namen Karviná trägt (Tschechien)
Sternzeichen: Krebs
Geschwister: Herbert und Joseph Biolek
Umzüge: 1946 nach Waiblingen bei Stuttgart
1970 nach München
Schulbildung: 1954 Abitur am Waiblinger Gymnasium
Studium: Jura, 1958 erstes juristisches Staatsexamen an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
1962 Promotion zum Dr. jur. an der Albert- Ludwigs-Universität in Freiburg
1963 zweites juristisches Staatsexamen
Chronologie: 1963 bis 1970 Justitiar beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF)
Ab 1970 Produzent der Bavaria GmbH in München, Sendungen, die hier entstanden, waren unter anderem "Am laufenden Band" mit Rudi Carrell und "Bios Bahnhof" (1978 bis 1985), in der Alfred Biolek auch als Moderator auftrat
1985 bis 1991 Moderation der Sendung "Mensch Meier"
Ab 1990 Honorarprofessor an der Kunsthochschule für Medien, Köln
1991 Start der erfolgreichen Sendung "Boulevard Bio", in der Gespräche mit Prominenten aus Sport, Politik, Kunst und Medien geführt wurden
Ab 1994 Start der Kochsendung "alfredissimo"
11. Juni 2003 Einstellung der Sendung "Boulevard Bio" nach 485 Folgen
Alfred Biolek ist weiterhin Produzent der "Pro GmbH", die unter anderem die Sendung "Menschen bei Maischberger" unterstützt

Sonstiges:
23. November 2003 Ernennung Alfred Bioleks zum UN-Sonderbotschafter für die Weltbevölkerung (als erster Deutscher)
2005 Gründung der Stiftung "Alfred Biolek Stiftung - Hilfe für Afrika"

Auszeichnungen:
1983 Adolf-Grimme-Preis in Gold
1993 Goldene Kamera - Beste Fernsehunterhaltung für Boulevard Bio
1994 Bambi
1995 Goldenes Schlitzohr
2000 Bobby
2002 Deutscher Fernsehpreis
2002 Deutscher Weinkulturpreis
2003 Karl-Valentin-Orden
2003 Bundesverdienstkreuz
2004 Goldene VDP-Ehrennadel
2008 Goldene Kamera für das Lebenswerk

Bücher von Alfred Biolek

Alfred Biolek hat im Laufe seiner Karriere eine Vielzahl an Büchern veröffentlicht, die sich aber bei Weitem nicht nur um das Kochen drehen. Im Folgenden ist eine Auflistung der Bücher aufgeführt, die bisher erschienen sind. Dabei besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Juli 2002 "Meine Rezepte" von Alfred Biolek, Franziska Becker, Papan und Christian von Alvensleben
November 2002 "alfredissimo - Pasta"
Januar 2003 "Alfred Biolek: Kartografie des Boulevards"
April 2003 "alfredissimo - Kochen mit Bio: Gemüse"
September 2003 "alfredissimo - Aus dem Ofen"
Oktober 2003 "Rezepte wie wir sie mögen. Alte und neue Klassiker" von Alfred Biolek und Eckart Witzigmann
März 2005 "Die Rezepte meiner Gäste"
Mai 2005 "Neue Rezepte"
Oktober 2005 "Unser Kochbuch: Alternativen zu Fisch und Fleisch" von Alfred Biolek und Eckart Witzigmann
Januar 2006 "Meine neuen Rezepte und Wein, wie ich ihn mag"
September 2006 "Bio: Mein Leben" von Alfred Biolek und Veit Schmiedinger
Juni 2007 "Die Rezepte meines Lebens" von Alfred Biolek und Ralf Frenzel
November 2007 "Heiße Reifen: Geschichten eines ungewöhnlichen Rollstuhls" von Alfred Biolek, Rainer Westermann, Rosel Westermann und Kirsten Müller

Über Alfred Biolek wurde das Buch "Alfed Biolek. Szenenwechsel: Vom Fernsehmacher zum Fernsehstar" von Lukas Bernhardt verfasst, welches im Oktober 2000 als Taschenbuch erschienen ist. Einige der Bücher Alfred Bioleks sind zudem auf CD-ROM erhältlich.

(Koch)Sendungen von und mit Alfred Biolek

1971 bis 1972 Monty Pythons fliegender Zirkus (TV-Show), tätig als Sprecher, Darsteller und Produzent
1974 bis 1976 Am laufenden Band (Spiel-Show), tätig als Produzent
1978 bis 1982 Bios Bahnhof (Unterhaltungs-Show), tätig als Moderator
1983 bis 1984 Bei Bio (Unterhaltungs-Show), tätig als Moderator und Produzent
1985 bis 1991 Mensch Meier (Unterhaltungs-Show), tätig als Moderator und Produzent
1991 bis 2003 Boulevard Bio (Talkshow-Show), tätig als Moderator und Produzent
1994 bis 2007 alfredissimo (Kochsendung mit Prominenten), tätig als Moderator und Produzent

DVDs

"Alfredissimo 1" von Alfred Biolek
"Alfredissimo 2" von Alfred Biolek
"No Talk - Talkmaster zum Schweigen verdammt!" von Alfred Biolek et. al.
"Küchenlatein" von Alfred Biolek

Sonstiges über Alfred Biolek

Wie eingangs bereits erwähnt, gibt es neben der bekannten Seite von Alfred Biolek, der des Talkmasters, Fernsehkochs und Publikumslieblings, noch eine andere Seite. Über diese spricht er aber kaum, denn er hält es mit seinem eigenen Privatleben genauso, wie mit dem der Gäste in seinen Shows. Es wird unter Verschluss gehalten, da es, wie der Name schon sagt, privat ist und somit nicht an die Öffentlichkeit getragen werden sollte. Das war bei Alfred Biolek sogar schon in seiner eigenen Familie so, in der auch selten über private Probleme eines jeden Einzelnen gesprochen wurde, wie er einmal in einem Interview zugab. Dabei war das Leben von Alfred Biolek schon zu Beginn durch Probleme gekennzeichnet. Die frühe und beschwerliche Flucht aus seinem Heimatstädtchen in den Westen, der Tod seines Bruders, die Krebserkrankung seines Vaters - dies alles waren Probleme, mit denen die Familie zu kämpfen hatte und die das weitere Leben von Alfred Biolek, sein Handeln und Denken beeinflussten. Auch seine gleichgeschlechtliche Orientierung war in der eigenen Familie stets ein Tabu-Thema, über das einfach nicht gesprochen werden durfte. Mitte der sechziger Jahre verliebte sich Alfred Biolek das erste Mal in einen Mann. Die Folge war, dass er im Jahr 1969 seinen Posten beim Zweiten Deutschen Fernsehen, der stets als sicher galt, kündigte und mit seinem bisherigen Leben brach. Alles Bürgerliche wurde verworfen, Anzüge aus der Kleiderordnung verbannt, er lebte offen als Homosexueller und zog im Jahr 1970 nach München - nicht nur wegen des einfacheren Privatlebens, sondern auch wegen der besseren beruflichen Aussichten. Seine bisher gelebten Lebensstile waren sehr extrem, Alfred Biolek pendelte sich dann nach einer gewissen Zeit in der Mitte in. Biolek versteckte sich nie, machte aber auch nie einen Hehl aus seiner Gesinnung. Dennoch vertrat er die Auffassung, dass dies nichts in den Medien zu suchen hätte. Es kam aber im Jahr 1991 zu einem unfreiwilligen öffentlichen Outing, als Alfred Biolek zusammen mit einigen anderen Prominenten in der Talkshow "Explosiv - Der heiße Stuhl" geoutet wurde. Inzwischen nimmt Biolek dieses unfreiwillige Outing aber nicht mehr krumm, sondern empfindet dies als befreiend.

Alfred Biolek ist nicht nur ein sympathischer Fernsehmoderator und Koch, sondern auch ein erfolgreicher Autor zahlreicher Bücher - natürlich über das Kochen. Seine Bücher mit Rezepten und Menüvorschlägen fanden schon kurz nach ihrem jeweiligen Erscheinen ungeheuren Zuspruch und so entwickelte sich Alfred Biolek zu einem der erfolgreichsten Verkäufer von Kochbüchern unserer Zeit und unseres Landes.

Biolek, ein Genussmensch, ist auch dem Wein nicht abgeneigt und so gehört für ihn zu einem guten Essen stets auch ein guter Wein. Daher werden die deutschen Winzer ihn sicher in ihre Gebete einschließen, denn wie kaum ein anderer Star im deutschen Fernsehen hat Biolek dazu beigetragen, den Wiederaufstieg der deutschen Weine zu propagieren und zu unterstützen. Er kann somit einen großen Anteil am Vormarsch der deutschen Weine auf dem Weltmarkt für sich verbuchen.

Wie bereits in der Biografie erwähnt, wurde Alfred Biolek im Jahr 2000 zum UN-Botschafter für die Weltbevölkerung ernannt, was auf seine Bemühungen für die Weltaidshilfe zurückzuführen ist. Seitdem hat Biolek eine Vielzahl an Projekten besucht, die durch die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung und den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen ins Leben gerufen wurden. In erster Linie kümmert sich seine eigene Stiftung um Aidskranke in Afrika. Die treuhänderische Stiftung, deren Verwaltung in den Händen der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung, kurz DSW, liegt, wurde im Jahr 2005 gegründet.  Sämtliche Erträge und die eingehenden Spenden der Menschen werden direkt für Programme zur Aids-Prävention und zur Aufklärung der Jugendlichen in Afrika verwendet. Die anliegenden Hilfsprojekte werden in der Regel zu Beginn eines jeden Jahres mit Alfed Biolek persönlich abgesprochen, wobei natürlich im Laufe eines Jahres Projekte hinzukommen können. Aufgebaut wurden von der Stiftung unter anderem die so genannten Youth-to-youth-Klubs. Die Grundidee dahinter ist, dass Jugendliche besser mit Jugendlichen kommunizieren und zwar in sämtlichen Bereichen rund um Verhütung, Sexualität und Aids. Auf diese Weise soll die Aufklärungsrate um einiges gesteigert und der Erfolg der Stiftung somit eher garantiert werden.