Michel Bras

Unter den großen Küchenchefs dieser Zeit nimmt Michel Bras eine besondere Stellung ein. Er ist ein Ausnahmetalent, das wunderbar zeigt, dass man es als Koch auch ohne den typischen Werdegang der Ausbildung bei berühmten Spitzenköchen zu etwas bringen kann. Michel Bras ist Autodidakt, wenn auch nicht ganz freiwillig. Er wurde vom Gault Millau und vom Guide Michelin mit der höchsten Bewertung ausgezeichnet.

Er kochte zusammen mit seiner Mutter im Restaurant "Lou mazuc" in Laguiole und entwickelte hier die berühmte Cuisine du terroir. Dabei handelt es sich um die regionale Küche, die Michel Bras auf höchstem Niveau zu einer Spezialität machte.

Michel Bras gilt als Besessener, er ist scheu und bleibt eher zurückgezogen. Um seine Kochkunst zu perfektionieren lernte er alles über Wildkräuter und Blumen, die zum Kochen verwendet werden können, seine botanischen Kenntnisse sind wirklich erstaunlich. Er verwendet in seiner Küche fast vergessene Gemüsesorten und baut sie auch teilweise selbst in seinem Küchengarten an.

In seinem Restaurant namens "Relais Gourmand" in Laguiole steht ihm sein Sohn Sebastien zur Seite, auch er ist ein bekannter Koch, der die Tradition der Familie fortführen wird.

In seinen bislang erschienenden Büchern stellt Michel Bras seine bekanntesten Rezepte vor, allerdings werden sie für die Hobbyköche, für die die Bücher gedacht sind, etwas vereinfacht dargestellt und sind detaillierter beschrieben.

Biografie

Geboren: 1947 in Laguiole, Frankreich
Familienstand: verheiratet mit Ginette Bras
Kinder: Sohn Sebastien, ebenfalls Koch von Beruf
Berufe der Eltern: Vater Hufschmied, Mutter Köchin
Berufswunsch: Forscher oder Naturwissenschaftler

Lebensstationen:

  • aufgewachsen in Laguiole
  • musste frühzeitig im Restaurant "Lou Mazuc" der Mutter helfen, da der Vater zeitig verstorben war
  • "Lou Mazuc" wurde später geschlossen, dafür das "Observatorium" eröffnet

Gastronomisches: führt heute gemeinsam mit seinem Sohn Sebastien das Restaurant "Relais Gourmand" in Laguiole

Auszeichnungen:

  • 1987 Verleihung von zwei Michelin-Sternen
  • 1987 Verleihung von vier "Mützen"
  • später Verleihung eines weiteren Michelin-Sterns
  • heute führt er drei Sterne und 19 Punkte im Gault Millau
  • Filiale des "Relais Gourmand" auf Hokkaido führt ebenfalls drei Sterne des Michelin

Bücher von und mit Michel Bras

"Die Küche des Michel Bras. Phantasie und Perfektion in 85 genialen Rezepten" von Michel Bras, Christian Palis und Jean-Pierre Trébosc, erschienen im Christian Verlag im Jahr 2003
"Essential Cuisine" von Michel Bras, erschienen im Verlag Ici La Pr im Jahr 2002
"Notebooks of Michel Bras: Desserts" von Michel Bras, erschienen im Verlag Ici La Pr im Jahr 2001
"La cuisine sublime: 200 Erfolgsrezepte vom Meisterkoch" von Phillippe Rochat, erschienen im AT Verlag im Jahr 2003

DVDs

"Inventing Cuisine - Michel Bras", erschienen im Jahr 2008

Weitere Informationen zu Michel Bras

Michel Bras sagt von sich selbst, dass er ein scheuer Mensch sei. Er ist einer der Köche, die ihre Gäste nicht selbst begrüßen. Er sieht sich nicht in der Rolle des Kochs, der an jedem Abend an alle Tische geht und "Männchen macht", wie er es selbst ausdrückt. Er will nicht nachfragen, ob es seinen Gästen geschmeckt hat, sondern vertritt eher die Meinung, dass die Gäste schon von allein wiederkommen würden, wenn die Speisen ihnen gemundet haben. Dabei ist Michel Bras aber nicht arrogant, er ist nur einfach ein sehr zurückhaltender Mensch. Er macht es einem nicht leicht, ihn wirklich zu mögen, allerdings finden seine Kritiker auch kaum Ansatzpunkte, um ihn wirklich und ernsthaft zu kritisieren. Michel Bras geht davon aus, dass keiner seiner Gäste sein Restaurant besucht, weil er auf Herzenswärme hofft oder darauf baut, am Ende des Essens noch eine gemütliche Runde mit dem Koch zusammen zu sitzen. Michel Bras sagt selbst, dass er eher bei McDonalds arbeiten würde, als dieses Klischee zu erfüllen. Daher wissen seine Gäste auch, dass, wenn sie zu ihm kommen, sie eine kühle Atmosphäre erwartet, dafür aber eine perfekte Gastronomie. Anspruchsvolle Esser sollen zufrieden gestellt, eventuell etwas eingeschüchtert werden. Die Gäste des Restaurants "Relais Gourmand" sehen entsprechend aus: es handelt sich meist um gesetzte Herrschaften, die nicht zum Gespräch herkommen, sondern andächtig schweigen und genießen.

Der Anspruch des Chefs schadet dem Ansehen und dem Umsatz des Restaurants aber keineswegs. Nicht nur das Restaurant ist in der Regel ausgebucht, auch die angeschlossenen Gästezimmer sind im Allgemeinen zu 90 Prozent belegt. Sein Restaurant ist schon aufgrund der Hotelgäste meist zu zwei Dritteln gefüllt, wer hier also speisen möchte, dem sei eine frühzeitige Reservierung angeraten. Trotz der von allen befürchteten Wirtschaftskrise geht Michel Bras optimistisch in das neue Jahr, er rechnet mit ähnlich guten Auslastungszahlen wie bisher. Er ist selbst der Meinung, dass er zwar nicht viel verdienen würde, aber sich damit ein angenehmes Leben leisten könnte. Im Bereich der französischen Spitzengastronomie gilt das schon als besondere Leistung.

Für Michel Bras gelten seine Auszeichnungen übrigens nicht besonders viel. Er selbst sagt von sich, dass er auf diese auch gut verzichten könne. Es sei zwar eine enorme Anerkennung, diese Sterne und Punkte zu führen, er würde aber nicht verstehen, wie jemand daran verzweifeln könne, die Auszeichnungen aberkannt zu bekommen. Das zeugt von seinem besonderen Selbstbewusstsein. Denn er ist zwar auf der einen Seite stolz, auch öffentliche die Anerkennung durch Michelin oder Gault Millau bekommen zu haben, dennoch sieht er sich durchaus in der Lage, sein Restaurant auch ohne diese Auszeichnungen erfolgreich führen zu können. Ihm macht es auch nichts aus, dass sein Restaurant so abgelegen ist, die Gäste finden schließlich immer noch in Scharen zu ihm. Wer sich also für ein Menü bei dem Meisterkoch Michel Bras interessiert, der sollte einige Wochen im Vorab einen Tisch reservieren, damit er am Ende auch wirklich einen Platz bekommt. Und wer weiß, vielleicht lässt sich ja doch einmal ein Blick auf den Meister erhaschen, auch wenn dieser sich lieber in seinem Büro oder in der Küche verkriecht.

Webseiten

www.die-besten-koeche.com
www.berlinonline.de
www.michel-bras.fr