Sarah Wiener

Auch wenn es das gängige Vorurteil gibt, dass Menschen ohne Schulabschluss keine Perspektive im Leben haben, so hat sie doch allen, die das behaupten, Lügen gestraft: Sarah Wiener. Sie besitzt weder Schulabschluss noch Ausbildung zur Köchin, dennoch hat sie es geschafft, zu den Spitzenköchen des Landes aufzusteigen und nicht nur bundesweit, sondern europaweit bekannt zu werden. Die Österreicherin führt sogar drei eigene Restaurants in Berlin, organisiert Veranstaltungen, engagiert sich für soziale Zwecke, betreibt einen Catering-Service und ist dazu noch Mutter. Natürlich erfährt sie bei ihren diversen Projekten Unterstützung durch ihren Ehemann Peter Lohmeyer. Doch wie sie das alles unter einen Hut bekommt, weiß wahrscheinlich nur sie selbst. Trotzdem ist sie in allem, was sie tut, großartig.

Sarah Wiener kann zu ihren Kunden nicht nur Stars aus Film und Fernsehen zählen, die sie aufgrund ihres Catering – Services kennen gelernt hat. Auch Politiker zählen zu ihren größten Bewunderern. Sie richtete zum Beispiel für den damaligen Umweltminister Jürgen Trittin eine so genannte "Abschaltparty" aus, als das erste Atomkraftwerk abgeschaltet wurde.

Biografie

Geboren: 27.08.1962 in Halle (Westfalen)
Eltern: Vater: Oswald Wiener, Schriftsteller / Mutter: Lore Heuermann, bildende Künstlerin
Großeltern: Großmutter lebt in der Tschechei
Staatsbürgerschaft: österreichisch (seit 17.05.1966)
Familienstand: verheiratet mit Peter Lohmeyer
1979: Sarah Wiener verlässt Wiener Mädcheninternat und trampt durch halb Europa, kein Schulabschluss oder Berufsausbildung
1986: Sarah Wiener lebt mit ihrem Sohn in Berlin
Anstellungen: Sarah Wiener arbeitet in Berlin im Restaurant "Exil"
1990: Kreditaufnahme zum Kauf eines W 50 Küchenwagens der ehemaligen NVA, erste Tätigkeiten als Caterer bei Filmproduktionen, bekocht mit der mobilen Küche Prominente am Filmset
2004: Rolle als Schauspielerin in der ARD-Dokumentation "Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus"
Fernsehauftritte: Auftritte in verschiedenen Kochsendungen, unter anderem bei Johannes B. Kerner
Eigene Sendung: "Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener" auf Arte 2007
Gastronomie: "Sarah Wieners Speisezimmer"
"Akademie der Künste"
"Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof"
Weiterhin: Catering Service "Buffet, Menu und Fingerfood" und "Film – Catering"

Auszeichnungen:
2006: "Herforder Preis: Der deutsche Gastronomiepreis"
2007: Verleihung des Ordens "ONE 100" als beste Szeneköchin
2007: Verleihung der Ehrentrophäe "Trophèe Gourmet"
2008: Verleihung des Preises "Goldene Cloche"
2008: Ernennung zur "Woman of Exception" in der Kategorie Lebensstil

Sonstiges:
Schirmherrin des "Tierzuchtfonds für artgemäße Tierzucht" (seit 2006)
Schirmherrin der Aktion "Haushalt ohne Genfood" (seit 2007)
Mitglied der "Naturallianz" (seit Mai 2007)
Gründungsmitglied der "Sarah Wiener Stiftung" (seit 2007)
Unterstützung der Aktion "Ohne Gentechnik" (seit 2008)

Bücher, an denen Sarah Wiener mitwirkend tätig war

"Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus" von Richard H. Bulge, erschienen 2004
"Kerners Köche – Die besten Rezepte aus der TV-Show" von Johannes B. Kerner, erschienen 2005
"SWR1 Leute – das Buch", von Wolfgang Heim, Stefan Siller und Frank Paul Kistner, erschienen 2005
"Die neue F-Klasse. Wie die Zukunft von Frauen gemacht wird" von Thea Dorn, erschienen 2006
"Kerners Kochbuch: Meine Lieblingsrezepte aus der Koch-Show", von Johannes B. Kerner, erschienen 2007
"Erfolg ist weiblich: Warum Frauen nicht mehr länger die zweite Geige spielen" von Heide-Ulrike Wendt, erschienen 2008

(Koch)Sendungen von und mit Sarah Wiener

"Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus", ARD-Dokumentation von 2004
"Kochen bei Kerner"
"Lanz kocht"
"Länder, Menschen, Abenteuer", SWR-Reihe von 2006
"Wahre Freunde", ORF-Show von 2006
"Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener", Kochsendung auf ARTE, erste eigene Show, Erstausstrahlung 2007

DVDs

"Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener" (2007)
"Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener 2" (2008)
"Sarah Wiener in Marrakesch" (2006)
"Sarah Wiener – Karwoche auf Sardinien" (2007)
"Abenteuer 1900 – Leben im Gutshaus" (2004)
"Kerners Köche" (2006)

Sonstige Informationen

Über Sarah Wiener gibt es so viel zu sagen, dass es nahezu unmöglich erscheint, einen Anfang zu finden. Diese Frau ist nicht nur eine berühmte Köchin und Wirtin in ihren drei eigenen Restaurants, sie kann sich auch einen alternativen Lebensplan vorstellen. Nach eigener Aussage könnte sie sich selbst als Schweinezüchterin sehen, wie sie im August 2007 der ZEIT berichtete. Schäferin oder Gärtnerin wären wohl ebenfalls spannende Berufe für sie. Als Kind wollte sie immer Künstlerin werden, weil ihre Eltern diesen Lebensweg eingeschlagen hatten und sie dachte, dies würde von ihr erwartet werden. Doch bald fand Sarah Wiener heraus, dass sie eher das Bodenständige liebte.

Die drei Restaurants in Berlin, von denen eben die Rede war, sind im Einzelnen „Sarah Wieners Speisezimmer“, ein Restaurant im Hinterhof einer uralten Lokfabrik. Hier stehen Gerichte auf der Speisekarte, die einen österreichisch – mediterranen Einfluss aufweisen. Den Abschluss des Abendessens bildet hier natürlich immer das Dessert nach einem originalen österreichischen Rezept. In unmittelbarer Nähe zum Pariser Platz liegt Wieners zweites Restaurant „Akademie der Künste“. Die Spezialität hier besteht aus hausgemachten Sachen, wie Sandwiches, Kuchen und Kaffee, der auch zum Mitnehmen angeboten wird. Das dritte Restaurant trägt den Namen „Sarah Wiener im Hamburger Bahnhof“ und es befindet sich direkt hinter der Fassade des ehemaligen Bahnhofs. Besonders beeindruckend ist hier – neben Wieners Kochkünsten natürlich – die Sonnenterrasse, die gleich an der Spree liegt.

Sarah Wiener ist eines der Gründungsmitglieder der nach ihr benannten Stiftung, der „Sarah Wiener Stiftung“. Seit März 2008 startet die Stiftung verschiedene Projekte im gesamten Bundesgebiet und in ausgewählten Regionen. Es werden Kochkurse und Frühstücksrunden angeboten, in Schulen und Kindergärten werden Kochkurse durchgeführt. In schulischen Einrichtungen werden zudem Kräuterbeete und Kräutergärten angelegt, die unter Anleitung von den Kindern und Jugendlichen weiter geführt werden. Mit Kindern aus Schulen und Kindergärten werden Exkursionen zu Biobauern unternommen. Wichtig ist der Stiftung auch, dass stets Projekte durchgeführt werden, die sich mit der Aufklärung über gesunde Ernährung befassen, es werden Kampagnen und Events geplant, die Kindern zeigen sollen, wie viel Spaß in gesunder Ernährung und der Zubereitung von Speisen und Gerichten stecken kann. Zudem arbeitet die Stiftung daran, dass im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche eine Aufklärung der Eltern und das Verteilen von Informationsbroschüren zur gesunden Ernährung durchgeführt wird. Erste Pilotprojekte sind bereits gestartet und wurden mit guter Resonanz aufgenommen. Viele Eltern sind froh darüber, dass ihre Kinder bezüglich der Ernährung aufgeklärt werden und es ist für viele Kinder leichter, sich zusammen mit anderen Kindern gesund zu ernähren.

Der Sinn hinter der Gründung der Stiftung von Sarah Wiener ist es, dass Wiener selbst sich dessen bewusst ist, dass es viele Kinder und Jugendliche gibt, die sich gar kein Essen selbst zubereiten können. Tiefkühlpizza und Döner sind die Hauptnahrungsmittel vieler Heranwachsender. Die Kinder wissen einfach nichts von der Ernährung und müssen erst an diese herangeführt werden. Die Stiftung möchte dazu beitragen, dass eine Fehlernährung, egal in welcher Form, vermieden wird und bereits kleine Kinder um den Wert der gesunden Ernährung wissen. Daher auch die Projekte schon in den Kindergärten.

Die Sendung auf ARTE „Die kulinarischen Abenteuer der Sarah Wiener“, die inzwischen auch auf zwei DVDs erhältlich sind, boten der jungen Köchin einen Ausflug in eine ganz andere kulinarische Welt. Denn eigentlich hat Sarah Wiener mit der Haute Cuisine nichts weiter am Hut, sie kocht lieber bodenständig, dafür mit viel Liebe. Doch für den Fernsehsender wagte sie einen neuen Schritt und begab sich auf die Reise durch Frankreich. Sie besuchte die Küchen der einzelnen Regionen und nicht, wie man hätte meinen können, die Sterneköche. Doch hier wurde sie vor völlig neue Aufgaben gestellt. Sie musste zum Beispiel bei der Traubenernte mithelfen, eine ungewohnte Aufgabe, die sie aber natürlich meisterte. Diese und andere Aufgaben musste Sarah Wiener erfüllen und anschließend noch ein landes- und regionstypisches Essen zubereiten. Am Ende einer jeden Sendung musste sie sich einer Jury stellen, die sich mit den typischen Gerichten bestens auskannte.

Ein letztes interessantes Detail zur Arbeit von Sarah Wiener: Sie lehnt es kategorisch ab, mit Produkten aus konventioneller Herstellung zu arbeiten. Sie verwendet nur Biofleisch und ebenso nur ökologisch angebautes Gemüse und Obst. Dafür zahlt sie eben sieben Euro für eine einzige Mango, was wohl kaum einer der Zuschauer ihrer Sendungen tun würde. Doch für Wiener steht Qualität an erster Stelle und sie setzt sich vehement dagegen ein, Produkte aus Massentierhaltung oder gespritztes Gemüse oder Obst zu verwenden, da es der Gesundheit schade und außerdem der Umwelt.