Harald Wohlfahrt

Er ist nicht einer der besten Köche Deutschlands, sondern DER Beste der Republik: Harald Wohlfahrt. Seine Rezepte und Menüs lösen beinahe ausnahmslos Begeisterungsstürme aus und es gibt kaum jemanden, dem seine Gerichte nicht munden. Seine Leistung zeigt von großer Kreativität und von wirklicher Disziplin und nur durch diese beiden Punkte konnte Harald Wohlfahrt die Kontinuität in seinem Schaffen bislang so zeigen. So verwundert es auch nicht, dass jemand, der im Hotel Traube Tonbach in der angeschlossenen Schwarzwaldstube ein Essen vom Meister persönlich gekocht haben möchte, sich mindestens ein halbes Jahr im Vorab anmelden muss, wenn er einen Platz bekommen will. Doch wenn es erst einmal so weit ist und der Gast einen Platz ergattert hat, so wird er für seine Geduld auch mehr als belohnt. Das Essen ist eine Klasse für sich, außerdem stimmt der Service in dem Restaurant. Doch es scheint beinahe, als wäre es einfacher, eine Audienz beim Papst zu bekommen, als beim Kochkönig. Die Werke aber, die Harald Wohlfahrt seinen Gästen kredenzt, sind leicht, sinnlich und beschwingt und werden wie es scheint unter Zuhilfenahme des logischen Verstandes arrangiert. Doch Harald Wohlfahrt weiß um die Bürde, der beste Koch in Deutschland zu sein. Er wird immer an seinen eigenen Leistungen gemessen, darf niemals nachlassen und muss sich, wenn möglich, stets selbst überbieten. Auch für die Gäste des Kochs bedeutet es etwas ganz besonders Anspruchsvolles, bei Harald Wohlfahrt speisen zu dürfen. Sie müssen in der Lage sein, sich auf seine Gerichte einzulassen und diese zu genießen, was sicher nicht Gang und Gäbe ist bei einem Besuch im Restaurant.

Biografie von Harald Wohlfahrt

Geboren: 1955 in Loffenau bei Baden-Baden
Geschwister: insgesamt sieben Kinder, Harald Wohlfahrt ist der Drittgeborene
Kindheit und Jugend: verlebt Harald Wohlfahrt auf dem Hof seiner Großeltern in Loffenau, diese hatten einen landwirtschaftlichen Betrieb, auf dem er den Anbau von Obst und Gemüse, aber auch das Schlachten von Tieren kennen lernte
Familienstand: verheiratet mit Slavka Wohlfahrt, drei Kinder
Ausbildung: 1971 bis 1973 Ausbildung zum Koch in "Mönchs Waldhotel" in Döbel im Nordschwarzwald

Berufliche Tätigkeit:
1974 bis 1976 Anstellung als Koch im Restaurant "Stahlbad" in Baden-Baden
1976 bis 1978 Anstellung im Hotel "Traube Tonbach" in Baiersbronn als Saucier
Praktika unter anderem bei Alain Chapel in Mionnay und Eckart Witzigmann in München
1978 bis 1980 Anstellung in der "Schwarzwaldstube" des Hotels "Traube Tonbach" als stellvertretender Küchenchef
1980 Ablegen der Prüfung zum Küchenmeister
Nach bestandener Prüfung Anstellung als Küchenchef in der "Schwarzwaldstube"

Auszeichnungen:
1991 Ehrung als Koch des Jahres im Gault Millau
2002 Verleihung der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg
2003 Verleihung der Verdienstmedaille des Tourismusverbandes Baden-Württemberg
2004 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande
2005 Erhalt des Ehrenpreises für große Kochkunst von Les Amis de l'Art de Vivre
2006 Sonderehrung des Jahres im Gault Millau
2007 Im Aral Schlemmeratlas erwähnt als mit 5 Kochlöffeln zu den Spitzenköchen des Jahres zählend

Bücher von Harald Wohlfahrt

"Kleines Kochbuch für den Skorpion" von Sabine Schwabenthan, Wolfgang Denzinger und Harald Wohlfahrt, erschienen im Jahr 1989
"Feines aus meiner Küche" von Harald Wohlfahrt und Kai Mewes, erschienen im Jahr 1998
"Feine Desserts aus meiner Küche" von Harald Wohlfahrt und Pierre Lingelser, erschienen im Jahr 2000
"Kunst und Magie in der Küche" von Harald Wohlfahrt, erschienen im Mai 2007
"Feinschmecker Bookazine Harald Wohlfahrt und Jürgen Dollase: 45 geniale Rezepte" von Harald Wohlfahrt und Jürgen Dollase, erschienen im September 2007

Harald Wohlfahrt Palazzo

Harald Wohlfahrt ist bekannt für seine Kochkunst, er ist aber noch nicht mit einer eigenen Kochshow im Fernsehen zu bewundern. Dafür geht er als Gast zum Theater "Palazzo", wo ein von ihm kreiertes Menü in dreieinhalb Stunden zubereitet und dargeboten wird. Das Gourmet Theater trägt den Titel "Harald Wohlfahrt Palazzo".

Sonstige Informationen

Harald Wohlfahrt hat bis jetzt in seiner beruflichen Karriere erreicht, wovon viele andere Köche nur träumen, auch wenn er nicht regelmäßig im Fernsehen auftritt und dort so behandelt wird, als wäre er ein Popstar. Er ist einfach der beste Koch des Landes, das genügt, um das Restaurant, in dem er tätig ist, zu füllen. Bislang kann er auf folgende Bewertungen zurückblicken:

  • Drei Sterne im Guide Michelin
  • 19,5 Punkte im Gault Millau (Punkte mit vier Hauben)
  • Fünf Punkte in "Der Feinschmecker", einer Gourmetzeitschrift
  • Fünf Kochlöffel im Schlemmeratlas von ARAL

Zahlreiche Sterneköche von heute gingen bei Harald Wohlfahrt durch die Schule. Als überaus bekannt gilt dabei Ralf Zacherl, der einst einen Stern als Auszeichnung trug, diesen aber nicht mehr innehat. Heute ist er als Fernsehkoch berühmt. Andere ehemalige Schüler sind zum Beispiel die heute mit drei Sternen ausgezeichneten Köche Christian Bau, Klaus Erfort und Joachim Wissler. Zwei Sterne tragen die Schüler von Harald Wohlfahrt namens Thomas Bühner, Douce Steiner und Udo Weiler. Mit einem Stern sind folgende Lehrlinge des Spitzenkochs ausgezeichnet worden: Silvio Nickol, Jörg Sackmann und Wahabi Nouri.

Wenn es um seine Rezepte geht, ist Harald Wohlfahrt sehr eigen, er ist dabei eher konservativ eingestellt. Die Grundrezepte für ein Gericht werden von ihm stets handschriftlich notiert, abgelegt werden diese dann anschließend in einem Ringbuch. Dies ist nur ein Punkt, bei dem sich der Eigensinn und er Perfektionismus des Kochs zeigen. Letzterer zeigt sich auch beim Anrichten eines Menüs und einzelner Speisen und der Verwendung seines liebsten Küchenutensils. Es handelt sich dabei um eine einfache lange Pinzette, mit der die Speisen so lange hin- und hergerückt werden, bis diese in Harald Wohlfahrts Augen einen perfekten Platz auf dem Teller haben. Selbst für sein Paradegericht, wobei es sich um eine mit Tannenhonig lackierte Taube handelt, die mit schwarzem Pfeffer angemacht wird, wird die Pinzette verwendet, so munkelt man zumindest. Genau weiß dies nur der Koch selbst. Das Lieblingsgericht in der Küche sind für Harald Wohlfahrt übrigens Steinpilze in jedweder angerichteten Form.

Wer den Küchenchef loben möchte, der sollte dies wirklich ehrlich tun. Denn für Harald Wohlfahrt ist Lob ein zweischneidiges Schwert. Es freut ihn natürlich sehr, wenn er ein ehrlich gemeintes Lob erhält, auf der anderen Seite ärgert Harald Wohlfahrt kaum etwas so sehr, wie wenn ihm ein Lob ausgesprochen wird, dieses aber nicht wirklich so gemeint ist. Harald Wohlfahrt sagte einmal "Der Gast ist der natürliche Feind des Kochs".

Harald Wohlfahrt geht in nahezu allen großen Restaurants sehr gern essen. Das hat den Hintergrund, dass sich dadurch für ihn die Möglichkeit ergibt, andere Stile kennen zu lernen und von den Köchen anderer Spitzenrestaurants zu lernen. Nur durch diese ständige Lernbereitschaft ist er auch in der Lage, ständig neue Gerichte zu entwickeln und seiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Das ganz private Lieblingsgericht von Harald Wohlfahrt ist übrigens ein schwäbischer Eintopf, der den Namen Gaisburger Marsch trägt. Darin werden Gemüse, Kartoffeln, Ochsenfleisch und Spätzle gemischt.

Harald Wohlfahrt wird unterstellt, eine eigene Handschrift beim Kochen zu haben. Er selbst beschreibt diese als basierend auf der französischen Küche, deren eng gesteckte Wege er aber eines Tages verlassen habe um eigene Wege zu gehen. Wohlfahrt will etwas Eigenes schaffen, er will nicht mit anderen Köchen und deren Kunst verglichen werden. Dabei ist er aber der Meinung, dass jeder Koch natürlich das Einmaleins des Kochens erst einmal von Grund auf lernen müsse, um Strukturen zu erkennen. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem sich jeder Koch für seine eigene Kreativität entscheiden muss.

Harald Wohlfahrt ist zwar der Meinung, dass eine gesunde Ernährung wichtig sei, jedoch kocht er in seinem Restaurant nicht nur unter dem gesundheitlichen Aspekt. Denn kein Koch könne kompensieren, was die Gäste täglich in ihrer Ernährung versäumen. Es handelt sich bei den Speisen Harald Wohlfahrts um eine reine Genussküche, bei der der Geschmack an erster Stelle steht. Gutes Essen steht seiner Aussage nach aber nicht für viel essen, sondern für eine gesunde Einstellung der Nahrungsaufnahme gegenüber. Die Wichtigkeit der gesunden Ernährung zeigt sich aber in dem Zubereiten der weihnachtlichen Speisen, die Harald Wohlfahrt seiner Familie präsentiert. Dabei gibt es stets Fisch, niemals einen Gänsebraten. Nach all der Völlerei in der vorweihnachtlichen Zeit sei es zu belastend, auch noch fetten Braten zu essen, so der Starkoch. Allerdings hat Harald Wohlfahrt selbst von Weihnachten nicht allzu viel, denn frei hat er nur am Heiligen Abend. Am Ersten und am Zweiten Weihnachtsfeiertag ist das Restaurant "Schwarzwaldstube" wieder für die Gäste geöffnet, da muss natürlich der Koch wieder in der Küche sein. Daher ist auch der Wunsch Harald Wohlfahrts verständlich, endlich einmal mehr Zeit für seine Familie zu haben. Dennoch bereut er natürlich nichts an seinem bisherigen Lebens- und Berufsweg. Er schätzt sich selbst als glücklichen Menschen ein, der dankbar ist für das, was er bisher erreicht hat. Dies zeigt er auch in seinen Gebeten an Gott, denn Harald Wohlfahrt ist ein religiöser Mensch, der zu Gott betet und sich für das bedankt, was dieser ihm bislang gewährt hat.