Bärlauch (Allium Ursinum)


Bärlauch

Der „Waldt Knoblauch lest sich gegen dem Frühling sehen“ heißt es schon in einem Kräuterbuch von 1625. Gemeint ist der Bärlauch (der im Volksmund nicht nur "Waldknoblauch" heißt sondern auch unter vielen verschiedenen anderen Namen bekannt ist), dessen ersten Triebe bereits im März - noch liegt der letzte Schnee - schon zaghaft aus dem Waldboden sprießen. Jetzt ist es an der Zeit für einen ersten kulinarischen Streifzug durch unsere Wälder, denn je kleinblättriger der Bärlauch ist, umso aromatischer sind seine Blätter. Beim Sammeln ist jedoch Achtung geboten, denn die Bärlauchblätter können leicht mit den giftigen Blättern des Maiglöckchens und den tödlich giftigen Blättern der Herbstzeitlosen verwechselt werden. Einfachstes Unterscheidungsmerkmal ist der starke knoblauchartige Duft, den Bärlauch beim Zerreiben der Blätter ausströmt. Botanisch lassen sich natürlich noch eine Vielzahl anderer Unterschiede feststellen, die jedoch für Laien nicht ganz einfach zu erkennen sind.

Das frische Bärlauchkraut erfreut sich dank seiner herzhaften Würze kulinarisch großer Beliebtheit. Man sammelt es selbst oder kauft es frisch auf dem Markt oder in guten Supermärkten. Es lässt sich zwar einfrieren, das frische Kraut ist jedoch immer vorzuziehen. Die Bärlauchsaison im Frühjahr sollte daher von allen Bärlauchfreunden ausgekostet werden. Essbar sind alle Teile der Pflanze von der Zwiebel bis zu den Blüten.

In der Küche findet der Bärlauch vor allem zum Würzen von Salaten und Suppen, als Pesto oder Sauce zu Pasta, zu Gemüse- und Fleischgerichten sowie in Mayonnaise, Quark und Weichkäse Verwendung. Auch Bärlauchbutter auf warmen Brötchen oder Baguette ist ein Hochgenuss.

In früheren Zeiten sollen sich die Bären – lateinisch = ursus -  an dem Kraut gütlich getan haben, um nach dem langen Winterschlaf Kraft zu schöpfen. Auch für uns Menschen zeigt der Verzehr der Blätter heilsame Wirkung,wie schon in der Antike und im Mittelalter bekannt war. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Bärlauch in der Heilkunde eine ähnliche Bedeutung hat wíe der Knoblauch. In der Schulmedizin wird er kaum genutzt, die Volksmedizin findet dagegen vielseitige Verwendung: so hilft Bärlauch zum Beispiel als Hausmittel gegen Magen- und Darmstörungen, regt den Appetit an und unterstützt bei Schwächezuständen. Auch gegen Arteriosklerose und als blutdrucksenkendes Mittel ist die Pflanze bekannt.

Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er aus Geschmacksgründen den Bärlauch oder den Knoblauch vorzieht, es wird jedoch mitunter in der Volksmedizin die Meinung vertreten, dass der Bärlauch überlegen sei, da der Knoblauch durch jahrhundertelange Kultivierung an seiner ursprünglichen Kraft verloren habe. Tatsache ist, dass der Bärlauch heute als heilsames Würzkraut vorbehaltlos zu empfehlen ist. Dank seiner Schärfe und starken Aromas ist eine Überdosierung nicht zu befürchten und so stehen seinen Heilwirken keine bekannten Nebenwirkungen gegenüber.

Bärlauch


Quellen und Weiterführendes

  • Klein, Stefanie: Bärlauch - frisch aus dem Frühlingsparadies. Lenzburg: Edition Fona GmbH, 2004.
  • Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. München: Gräfe und Unzer, 2001.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.

Weiterführende Links

  • Kräuterbuch von Jacobus Theodorus "Tabernaemonatus" Anno 1625 [Online]. - Zur Quelle.