Bärlauch und Heilkunde


Biochemisches zum Bärlauch

Über den Bärlauch hat die Wissenschaft bis jetzt wenig geforscht, jedoch sind seine biochemischen Bestandteile weitgehend bekannt. Sowohl in Zusammensetzung wie auch in der Wirkung auf den menschlichen Körper ähneln sich Bärlauch und Knoblauch stark. So finden sich auch beim Bärlauch eine große Anzahl verschiedener Schwefelverbindungen im ätherischen Öl. Wie auch bei Knoblauchblättern, wird beim Zerreiben von Bärlauchblättern das Enzym Alliinase freigesetzt. Auf dieses Lauchöl konzentriert sich die heutige Forschung.1

Heilwirkung des Bärlauchs

Schwefel vom Bärlauch gegen Aterienverkalkung

In einer Hinsicht schlägt der Bärlauch jedoch den Knoblauch, denn er enthält deutlich mehr Schwefel auf 100g Trockensubstanz, als der Knoblauch (Verhältnis: 7,86 g zu 1,7 g).

Schwefel spielt für den menschlichen Stoffwechsel eine wichtige Rolle, gerade für Menschen von über 50 Jahren kann es im Schwefelpool zu Engpässen kommen. Unterversorgung mit Schwefel kann mitverantwortlich sein für sogenanntes schlechtes Cholesterin (LDL), dieses wiederum begünstigt die Verkalkung der Blutgefäße. Erste Forschungsergebnisse des Institutes für Arterioskleroseforschung in Münster weisen darauf hin, dass bestimmte im Bärlauch enthaltende Stoffe sogar in der Lage sind, schon bestehende Gefäßverkalkungen abzubauen.

Es wird angenommen dass der Schwefelpool auch Einfluss auf die Insulinbildung hat, daher sollten sich Typ II – Diabetiker ausreichend mit Schwefel versorgen, zum Beispiel durch den Genuss von Gerichten, die mit dem Bärlauch gewürzt sind.1

Frischer Bärlauch oder eine Kur mit Bärlauchtee wirken auch wohltuend bei Menschen die unter schlechter Gesichtsfarbe, Akne oder beginnendem Rheuma leiden.

Darmflora

Viele Erkrankungen, vor allem die von Darmpilzen verursachten, bringen die Darmflora durcheinander. Nach Kuren mit Bärlauch fühlen sich Betroffene oft wesentlich wohler.1

Sehr erfolgversprechend soll der Einsatz von Bärlauch bei Wurmkuren sein.2

Blutdruck

Die Verwandtschaft von Bärlauch (Allium ursinum) und Knoblauch (Allium sativum) zeigt sich auch darin, dass  im Bärlauch gefundenen Verbindungen blutdrucksenkend wirken.1

Husten

Der wilde Bärlauch wird von Kräuterkennern als auswurffördernde Heilpflanze geschätzt.2

Heilung und Desinfektion

Bärlauch kann äußerlich bei Schnitten angewendet werden, da er heilende und stark antiseptische, beziehungsweise desinfizierende Wirkung hat.2


Quellen

  • 1Claudia Boss-Teichmann, Thomas Richter: Bärlauch und Knoblauch [Book]. - [s.l.] : Eugen Ulmer GmbH & Co KG, 2002.
  • 2Arrowsmith, Nancy: Herbarium Magicum: Das Buch der heilenden Kräuter [Book]. - Berlin : Ullstein Buchverlage GmbH, 2007.