Basilikum (ocimum basilicum)


Wenn man dem Lauf der Geschichte folgt, stellt man schnell fest, dass das Basilikum in vielen Ländern und beinahe jeder Epoche Spuren seiner Heilkraft hinterlassen hat. Dementsprechend ist es unter vielen verschiedenen Namen und Synonymen bekannt, von denen der Name "Königskraut" sicher der bekannteste ist.

Basilikum stammt aus dem tropischen Vorderindien und kam schon 2000 v. Chr. nach Ägypten. In den Grabkammern der Pyramiden fand man Kränze aus Basilikum. Das Kraut gelangte über Persien nach Griechenland und ins antike Rom. Im 12. Jh. kam das Kraut mit den Mönchen über die Alpen in unsere Breiten, verbreitete sich dann aber schnell. Heutzutage ist es in ganz Europa verbreitet.

Botanisch gehört das Basilikum zur Familie der Lippenblütler. Hierzulande gilt es wegen der winterlichen Kälte als einjährige Pflanze, in Indien wächst es mehrjährig. Die Pflanze wird bis 50cm hoch mit ovalen und leicht gesägten, hell- bis dunkelgrünen Blättern und duftet stark würzig wegen des ätherischen Öls Methylchavicol, das auch die beruhigende Wirkung hervorruft. Der Geschmack ist frisch-pfeffrig und etwas zitronig-würzig.Patienten mit Leber- und Gallenproblemen, die Pfeffer und Paprika nicht zu sich nehmen dürfen, würzen ihre Speisen daher gern mit Basilikum.

Basilikum wächst gut in warmem gemäßigtem Klima an sonnigen und geschützten Standorten. Die Blätter können gepflückt werden, sobald sie sich genug ausgebildet haben. Das stärkste Aroma hat Basilikum vor und während der Blüte und sollte zur Konservierung bevorzugt zu dieser Zeit geerntet werden.

Das Aussehen der Basilikumpflanze kann sich je nach Sorte stark verändern. Auch hierzulande kennen wir viele verschiedene Sorten: vom Zitronenbasilikum über das Thaibasilikum bis hin zum roten Basilikum mit roten Blättern.

Als Küchenkraut und Gewürz wird das Königskraut meist feingehackt oder zerquetscht an Gerichte gegeben. Ganze Blätter verwendet man meist nur als Dekoration. Das Kraut würzt sehr stark und sollte daher in den meisten Gerichten nur sparsam mit wenigen Blättern oder sehr feingehackt verwendet werden.

Unter den vielen Rezepten mit Basilikum sind die Tomatengerichte sicher die typischsten. Das Kraut passt ausgezeichnet zu Tomatensaucen, gebackenen Tomaten, Tomatensuppen und Tomatensalat. Auch andere Gemüsegerichte wie Spinat, Bohnen, Gurkengemüse, Gemüsesuppe, Sauerkraut, Zwiebelgemüse, Kohl, Kartoffeln, kräftige Eintöpfe und Hülsenfruchtgerichte wie weiße Bohnen, Linsen erhalten durch Basilikum ein schmackhaftes Aroma. Fischgerichte und Fleischgerichte wie Schweinekoteletts, Hackfleisch, Ragouts und Lamm sowie Eiergerichte wie Rührei und salzige Omeletts lassen sich mit dem Kraut verfeinern. In geringen Mengen passt das vielseitige Kraut außerdem zu hellen Saucen und Suppen, gemischten Salaten und Rohkost, es schmeckt als Dip, in Kräuterquark, Kräutersauce und Kräuterbutter.

In der Likörherstellung wird Basilikumdestillat verwendet und sogar süße Gerichte wie Basilikumcreme mit Erdbeeren lassen sich mit dem Kraut verfeinern.

Nicht zuletzt ist Basilikum das typische Kraut für die Zubereitung von klassischem Pesto. Für die  italienische Küche ist es essenziell, denn es passt perfekt zu Spaghetti, Tortellini und anderen Pastagerichten wie Nudelsalat.

Das Trocknen von Basilikum lohnt sich nicht, da es zu viel von seinem Aroma verliert. Die Pflanze kann außerdem gut auf der Fensterbank überwintern und so das ganze Jahr über frische Blätter liefern. Um es zu konservieren, empfiehlt es sich Basilikum einzufrieren oder einzusalzen. Die Blätter behalten ihren Geschmack beim Einfrieren, sie sind jedoch nicht mehr so knackig wie frisch geerntet. Eine weitere empfehlenswerte Konservierungsmethode ist das Einlegen in Essig oder Öl. Zerrupfen Sie zum Beispiel die Blättchen, schichten sie lagenweise mit Salz bestreut in ein Glas, bedecken das Ganze mit Öl und bewahren es kühl auf.

Das Basilikum ist auch in der Heilkunde seit Jahrhunderten beliebt. Es galt als Heilmittel gegen Magenbeschwerden, Blasen- und Nierenleiden, Kopfschmerzen, Husten und Melancholie. Im Mittelalter galt ein Basilikumstrauß übrigens als Einladung zum Liebesspiel und es rankten sich zahlreiche weitere Mythen und Legenden um das Königskraut. Heute kennt die Naturheilkunde das Kraut als Tee gegen Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindel und Angstgefühle.

Bei der Herstellung von Parfüms, Kräuterlikören und Bädern spielt es übrigens ebenfalls eine wichtige Rolle. Sein intensiver Duft macht es geeignet für Gewürzsträuße und Potpourris. In der Mannigfaltigkeit der Verwendungsmöglichkeiten des Königskrauts spiegelt sich die Fülle der unterschiedlichen regionalen Typen wider.

Basilikumblätter


Quellen und Weiterführendes

  • Buchman, Dian Dincin. Medizin aus der Natur : Kräuter, die ältesten und modernsten Hausmittel. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.
  • Buss, Katharina; Der Nutzgarten im Blumentopf. Düsseldorf: ECON Taschenbuch Verlag GmbH, 1985.
  • Döring, Ilse: Kräutergarten und Gewürzküche. Otto Maier Verlag Ravensburg, 1982.
  • Fritzsche, Helga: Küchenkräuter selbst gezogen am Fenster, auf dem Balkon und im Garten. München: Gräfe und Unzer, 1984.
  • Gööck, Roland: Gewürze und Kräuter von A-Z. Frankfurt am Main: Fischer, 1974.
  • Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. München: Gräfe und Unzer, 2001.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Schunka, Antje: Raffiniert würzen leicht gemacht : die köstlichsten Kräuter und Gewürze. München: Gräfe und Unzer.
  • Thauer, Brunhilde: Kräutergarten auf der Fensterbank. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.