Basilikum in der Botanik


Botanische Beschreibung

Viele verschiedene Arten der Gattung Basilikum kommen heute in Asien, Afrika und Mittel- und Südamerika vor. Basilikum gedeiht natürlich in heißen Gegenden. Dort findet man es auch wild wachsend vor. In Afrika entstand schon sehr früh eine Fülle von wild wachsenden Sorten, kultiviert wurde die Pflanze aber wohl zuerst in Indien.

Das Basilikum gehört zu der Familie der krautigen niedrigen Lippenblüter, auch Labiaten genannt (Lamiaceae). Charakteristisch für die Lippenblüter sind ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe.3

Die Blüten des Basilikums weisen mannigfaltige Farbschattierungen zwischen weiß und rot auf. Die Pflanze kann zwischen 10-100 cm hoch wachsen, einige Sorten werden auch mannshoch. Die Färbung der Blätter reicht von sattem Grün bis zum hin zu tiefem Purpur. Die Frucht ist dunkelbraun und enthält vier Samen.

Pflanzen der Gattung ocimum vertragen grundsätzlich keinen Frost und sind daher in kühleren Breitengraden immer einjährig. In wärmeren Ländern überwintern die verholzten Stauden der Pflanze. Es gibt ungefähr 60 bekannte Wildarten, wovon allerdings weniger als ein Dutzend in den letzten 3000 Jahren angebaut wurden.

Pflanzen aus der Familie der Labiaten sind einfach zu kreuzen, es passiert sogar in der freien Natur, mit Hilfe der Biene. Der jahrhundertelange  und intensive Anbau ermöglichte eine Vielzahl an Kreuzungen: es entstand eine Fülle einander sehr ähnlicher regionaler Basilikum-Typen, die es Botanikern heute schwer macht, sie zu katalogisieren. Der botanische Name ocimum basilicum stammt von dem schwedischen Botaniker Carl von Linnè (1707 – 1778). Er klassifizierte vorerst acht Arten der Gattung ocimum basilicum. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts konnte der Botaniker John Isaac Briquet schon 47 Sorten katalogisieren – wahrhaftig eine duftende Vielfalt.

Die Pflanze fand über Indien und Persien ihren Weg nach Südeuropa. Die Basilikumsorten des Mittelmeergebietes, die von uns heute hauptsächlich genutzt werden, sind aus ursprünglich persischen oder indischen Typen entstanden. Die meisten Basilikumpflanzen aus Südeuropa sind einjährig. Zumeist werden Arten und Kreuzungen des Genoveser Basilicum angebaut. Das bei uns bekannte Basilikum ist meist buschig-krautig, hat grüne, oval geformte Blätter, wird bis zu 40 cm hoch und hat weiße Blüten. Genutzt wird es zumeist als Gewürzkraut.1, 2

Kultursorten - Die Vielfalt des Königskrauts

Fülle, Vielfalt und Artenreichtum in der Gattung ocimum basilicum sorgen dafür, dass kein einheitlicher botanischer Katalog der kultivierten Sorten existiert. Hinzu kommt, dass durch Kreuzungen und Züchtungen ständig neue Sorten entstehen. Ein kleiner Auszug aus der fast unüberschaubaren Vielfalt

BASILIKUM - DIE KLASSIKER

  • GENOVESER BASILIKUM (ocimum basilicum „genovese“);
  • SÜSSES BASILIKUM (ocimum basilikum „sweet“);
  • KRAUSES GRÜNES BASILIKUM (ocimum basilicum „green ruffles“).

Das Genoveser Basilikum ist die in Mitteleuropa gebräuchlichste und bekannteste Sorte. Es stammt aus dem Mittelmeerraum, die Samen sind heute jedoch weltweit verbreitet. Die einjährige krautige Pflanze wird 45 – 60 cm hoch. Die Blätter sind dunkelgrün, spitzoval und glänzend. Die Pflanze hat weiße, recht große Blüten. Ein enger Verwandter des „Genoveser Basilikum“ ist das „Süße Basilikum“ (ocimum basilikum „sweet“), Es unterscheidet sich von ersterem nur durch die kleineren Blätter.

Eine in England sehr beliebte Variante des Klassikers ist das „Grüne krause Basilikum“ (ocimum basilicum „green ruffles). Diese Art stammt aus Indonesien, ist einjährig, buschig und hat große gekrauste satt-grüne Blätter

BASILIKUM - DIE ROTBLÄTTRIGEN SORTEN

  • ROTES KRAUSES BASILIKUM (ocimum basilicum „purple ruffles“);
  • ROTBLÄTTRIGES BASILIKUM (ocimum basilicum „dark opal“);
  • WILDES PUPUR BASILIKUM (ocimum canum basilicum).

Ursprünglich stammen die roten Sorten aus Japan. Rotblättriges Basilikum gibt es in verschiedenen Farben und Formen, mit krausen und mit glatten Blättern. Die Farbe der Blätter entsteht durch den Wirkstoff Anthocyan, der auch für den hohen Vitamin C-Gehalt dieser Pflanzen verantwortlich ist. Die rotblättrigen Typen sind meist einjährig, buschig und werden bis zu 60 cm hoch. Das Spektrum der Blütenfarbe liegt zwischen hell-rosa bis hin zu dunklem Lila.

BASILIKUM - DIE AROMATISCHEN SORTEN

  • LAKRITZ - BASILIKUM (ocimum basilicum „ararat“);
  • ANIS-BASILIKUM (ocimum basilicum „anisatum“);
  • ZITRONEN-BASILIKUM (ocimum basilicum „citriodorum“);
  • ZIMT-BASILIKUM (ocimum basilicum „cinnamom“);
  • NELKENBASILIKUM (ocimum gratissimum).

Basilikum kann klassisch pfeffrig schmecken aber auch exotisch nach Zimt, Lakritz und Anis. Die duftenden Basilikumsorten stammen aus verschiedenen Teilen der Welt, unterscheiden sich in Wuchs und Gestalt. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein stark aromatischen Geschmack und Geruch.

BASILIKUM - DIE THAILÄNDISCHEN SORTEN

  • WILDES THAI-BASILIKUM (ocimum canum, auch „bai maeng-lak“, auch Tulsi, Tulasi, Holi);
  • DUNKLES THAI-BASILIKUM (ocimum sanctum var. tenuiflorum, auch “bai krapao”, auch Tulsi-Basilikum);
  • MILDES  THAI – BASILIKUM ( ocimum basilicum, auch „bai horapa“).

Thai-Basilikum ist, wie auch der Begriff „Tulsi“ nur ein Sammelbegriff für verschiedene in Thailand vorkommende Sorten, die sich alle durch ein warmes Aroma mit einem Hauch von Anis und Zimt verbunden mit einer kleinen Note von Nelke und Piment auszeichnen. Die Sorte „bai horapa“ ist meist gemeint, wenn ein Rezept thailändisches Basilikum verlangt.

BASILIKUM – DIE AFRIKANISCHEN SORTEN

  • GRÜNBLÄTTRIGES AFRIKANISCHES BASILIKUM (O. basilicum kilimandscharicum „African Green“);
  • RÖTLICH-BLÄULICHES AFRIKANISCHES BASILIKUM (O. basilicum kilimandscharicum „African blue“);
  • AFRIKANISCHES BAUMBASILIKUM (ocimum gratissimum var. suave).

Dem afrikanischen Kontinent wird oft die Herkunft des Basilikums zugeschrieben. Zumindest hat das wohltemperierte Klima für eine große Vielfalt wildwachsender Arten gesorgt, die heute auch in Europa kultiviert werden. Afrikanische Sorten sind mehrjährige Pflanzen, vorausgesetzt sie finden in der kalten Jahreszeit einen geschützten Platz.

BASILIKUM – DIE REGIONALEN AUS ALLER WELT

  • GRIECHISCHES BASILIKUM (ocimum basilicum var. minimum, auch Buschbasilikum);
  • ZYPRIOTISCHES STRAUCHBASILIKUM (ocimum thyrsiflorum);
  • RUSSISCHES STRAUCHBASILIKUM (ocimum spec., auch „Krimbasilikum“);
  • Pfefferblatt-Basilikum (ocimum selloi „Green Pepper“);
  • KUBANISCHES STRAUCHBASILIKUM (ocimum spec.).

Dort wo ihm das Klima behagt, haben sich überall auf der Welt regionale Typen des Basilikums entwickelt; von Kuba bis nach Griechenland. Sie unterscheiden sich in Wuchs, Farbe und Aroma.

Gemeinsam ist ihnen nur die Zugehörigkeit zur Gattung ocimum basilicum.1, 2

Anbau im Garten

Das Basilikum ist ein sensibles Kraut. Fast von allein wächst die Pflanze bei konstanten Tagestemperaturen um 25 Grad Celsius, hoher Luftfeuchtigkeit, leichtem Wind, milden Nächten, gleichbleibenden Lichteinfall und nährstoffreichen Böden, kurzum in subtropischem Klima. Ein paar Möglichkeiten das duftende Kraut auch in Mitteleuropa anzubauen gibt es jedoch. Für den Anbau in Europa sollte eine robuste Sorte, zum Beispiel aus der Klasse der Genoveser-Typen gewählt werden. Dem Basilikum kann es gar nicht hell und heiß genug sein, daher sollte es den sonnigsten Platz im Garten bekommen. Nun muss die Pflanze konstant gewässert werden, aber Vorsicht, nie die Blätter von oben mit Wasser begießen, sie würden in der Sonne verbrennen. Falls das doch einmal geschieht, kann man den Basilikumtopf im Schatten abtrocknen lassen, bei einem Beet hilft  das Überdecken mit einer Zeitung.

Vor Ende März sollte Basilikum nicht gesät werden, erst dann sind die Tage wieder länger als die
Nächte.

Die Vorkultur auf Fensterbank und im Treibhaus gedeiht nach dem 23. März zwar meist gut, ist aber extrem anfällig für Blattläuse und Pilzkrankheiten. Gegossen werden muss in jedem Fall mit handwarmen Wasser. Basilikum verträgt vor allen Dingen keine Kälte, daher sollte es nicht vor Mitte Mai ins Freie. Eine „Erkältung“ der empfindsamen Pflanze zeigt sich durch schlappe, fahle und glanzlose Blätter, und das trotz guter Wässerung. Abhilfe schafft jetzt nur noch ein heller Platz im warmen Zimmer und nach der Genesung die stundenweise Gewöhnung an die frische Luft – fürwahr: das Königskraut verlangt dem Gärtner einiges an Mühen ab, bevor es mit seinem Duft erfreut.


Quellen und Weiterführendes

  • 1Thuri Maag, Theres Berweger: Basilikum: Viel mehr als ein Küchengewürz [Book]. - Lenzburg : Fana Verlag AG, 2006.
  • 2Vinken, Herbert: Basilikum der Geschmack des Südens: Das Buch für Garten und Küche [Book]. - München : BLV Buchverlag, 2008.
  • 3Brockhaus Der Volksbrockhaus [Book]. - Wiesbaden : F. A. Brockhaus, 1961. - Vols. A-Z.