Basilikum in Geschichte und Mythologie


Im Altertum - Indien und Ägypten

Zuerst kultiviert wurde die Pflanze wohl in Indien. Bestimmte Sorten des Königskrauts „Tulsi“ genannt, sind den Hindus heute noch heilig. Das „Tulsi“ ist eine Inkarnation des Gottes Vishnu, der in der hinduistischen Religion als Welterhalter gilt. Jahrtausende alte hinduistische Schriften beschreiben die Pflanze. Von Indien verbreitete sich  das Kraut nach Südeuropa, der Legende nach durch die Armeen von Alexander dem Großen. Die Ägypter haben es wohl schon 3500 v. Chr. angebaut: in den Grabstätten wurden Kränze aus Basilikum gefunden, den Toten zum Schutz vor bösen Geistern und Dämonen beigeben.

In der Antike und im Mittelalter

Schon der griechische Arzt Hippokrates (460 – 377 v. Chr.), Begründer der wissenschaftlichen Heilkunde erwähnt Basilikum im „Corpus Hippocriticum“. Auch der römische Arzt Pedanios Dioskurides (um 50 n. Chr.) zählt es in seiner „De materia medica“ als eine von 200 Heilpflanzen auf.  

Plinius Secundus der Ältere (23 – 79 n. Chr.) ist der erste, der dem Basilikum wenig Gutes nachgesagt: es sollte schädlich für Magen, Darm und Augen sein und dafür verantwortlich, wenn Bisse des Skorpions tödlich ausgingen. In seiner „Naturalis historiae“, dem frühesten Standardwerk auf dem Gebiet der Naturheilkunde, korrigiert Plinius sich jedoch und schreibt, Basilikum zusammen mit Essig könne Insektenstiche heilen.

Die schlechten Eigenschaften, die dem Basilikum bis weit in das Mittelalter nachgesagt wurden, basieren wahrscheinlich auf Fehlern in der Übersetzung alter griechischer und römischer Schriften. Aus dem Planzennamen „basilicum“ wurde „basiliscus“ die Bezeichnung für das Fabelwesen „Basilisk“. Der Basilisk, auch bezeichnet als „König der Schlangen“, ist eine mythologische Figur, die für Tod, Sünde und Teufel steht. Im Mittelalter wurde Basiliskengift, gemeint war Saft und Duft des Basilikum, gar für die rasante Verbreitung der Syphilis verantwortlich gemacht.

Über Jahrhunderte waren die Ansichten gespalten. Liebhaber des Krauts glaubten, es schütze vor Skorpionstichen und helfe auch gegen Melancholie. Gegner des Basilikums glaubten wiederum, das Kraut würde den Skorpion hervorlocken und Hass unter Freunden säen.

Hildegard von Bingen (1098 – 1179) jedenfalls sah nur Gutes und empfahl den Gebrauch der Pflanze bei Sprachstörungen. In den Klöstern des Mittelalters gehörten war das Anpflanzen des Basilikums als Heilpflanze gebräuchlich.  

Im 18. Jahrhundert beschreibt Sebastian Kneipp (1821 – 1897) heilende Anwendungen des Basilikus in seinen Büchern über Kräuter und Heilpflanzen.1, 2

Basilikum in unserer Zeit

Heute wird Basilikum, deutlich stärker als in früheren Jahrhunderten, als aromatisches Küchenkraut genutzt. Alle Befürchtungen hinsichtlich der schädlichen Wirkung scheinen ausgeräumt zu sein. Als natürliches Heilmittel, besonders durch seine Fähigkeit Insekten abzuhalten und Insektenstiche zu heilen, erfährt es heute in Wissenschaft und klassischer Heilkunde vermehrte Achtung und Aufmerksamkeit. So haben Wissenschaftler in Kenia ein preiswertes Malariaschutzprogramm entwickelt, dass auf der Wirkung von Basilikum und Eukalyptus basiert. Durch gezieltes Verteilen dieser Pflanzen an und im Haus lassen sich bis zu dreiviertel der Malariamücken aus fernhalten. Ein treffliches Zusammenspiel von altem Pflanzenwissen und moderner Wissenschaft.3


Quellen und Weiterführendes

  • Vinken, Herbert: Basilikum der Geschmack des Südens: Das Buch für Garten und Küche [Book]. - München : BLV Buchverlag, 2008.
  • Ilg, Petra: Basilikum: Die heilige Pflanze der Hindus [Book]. - Linz : Verlagsgruppe Lübbe GmbH, 2000.

Weiterführende Links

  • Basilikum verscheucht Malaria-Mücken [Book]. Zur Quelle.