Dill

Der Dill (lateinischer Name Anethum graveolens) gehört zu der Familie der Doldenblütler. Im Volkmund wird die Pflanze auch Gurkenkraut, Dillkraut, Kappernkraut, Hexenkraut, Kapper, Dillfenchel, Blähkraut oder Gurkenkümmel genannt. Dill wird in Europa und Amerika gleichermaßen gern gegessen. Besonders in Skandinavien ist er ein sehr beliebtes Würzkraut.

Dill

Geschichte und Herkunft

Die Herkunft des Dills vermutet man in Südeuropa und dem westlichen Asien (Iran, Indien). Das Kraut war schon im alten Ägypten bekannt. Die Griechen nutzten es gegen Schluckauf  und auch im Orient wurde der Dill als Heilpflanze genutzt. Doch auch die kulinarischen Vorzüge sind schon seit vielen Jahrhunderten bekannt. So würzten die Römer damit Wein und Geflügelgerichte.

Aussehen und Geschmack

Dill ist eine einjährige Pflanze, die 40cm bis 1m hoch wird. Sie zeichnet sich durch grün-blaues, fein geteiltes und leicht flaumiges Laub aus. Manchmal wird der Dill mit dem Fenchelkraut verwechselt, dieses riecht allerdings nach Anis. Dill dagegen verströmt einen charakteristischen feinen Duft.

Die Pflanzen blühen von Juni bis September in gelben Dolden. Die Samen sind flach, oval und braun und schmecken sehr aromatisch. Das Dillkraut schmeckt frisch und leicht herb.

Anbau und Ernte

Im Garten gedeiht der Dill am besten in gemäßigtem bis warmem Klima an einem  sonnigen Standort. Dillpflanzen sollen Blattläuse fernhalten, ziehen dafür allerdings Schnecken an.

Die Aussaat erfolgt im April oder Mai; Dill kann aber auch im Topf oder Gewächshaus gesät und später ausgepflanzt werden. Er wächst schlecht auf dem Balkon, da die Pflanze zu groß wird und in den Balkonkästen nicht genügend Platz bekommt.

Die Blätter können etwa zwei Monate nach der Aussaat geerntet werden, die Samen etwa 5 bis 7 Monate später.

Inhaltsstoffe

Dill enthält mehr Vitamin C als Petersilie und ist daher besonders zur Erkältungsabwehr zu empfehlen. Auch Vitamin A, B3 und E sind zu finden. Kraut und Samen enthalten verschiedene ätherische Öle, von denen das Carvon und Limonen die wichtigsten und für den Geschmack von entscheidener Bedeutung sind. Dillkraut enthält außerdem verschiedene Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Natrium.

Dill in der Küche

In der Küche werden vom Dill vorrangig die frischen oder getrockneten Blätter verwendet. Das frische Kraut sollte dabei nie mitkochen, sonst verliert es seinen Geschmack. Neben seinem erfrischenden Geschmack wird Dill sehr geschätzt, da er Gerichte besser verdaulich macht.

Dillkraut passt zu einer Vielzahl an Gemüsegerichten wie zum Beispiel Zwiebeln, Tomaten, Kartoffeln, Erbsen, Möhren, Spargel, Blumenkohl und Pilzen, zu Fleischgerichten und vor allem Fischgerichten wie frischem und geräuchertem Lachs oder Matjes. Verschiedene Saucen erhalten durch Dill einen einzigartigen Geschmack: Bratensauce,  Kräuter-, Salat- und Dillsauce sowie die bekannte Frankfurter Grüne Sauce. Die Dillsauce ist besonders in Schweden zum Krebsessen sehr beliebt. Hierzu verwendet man Butter, Mehl, Brühe, gehackten Dill, Weinessig, Zucker, Ei sowie unzerkleinerten Dill.

Zum Einlegen von Gurken, Essiggemüse und Senfkürbis ist Dill sehr geschätzt und bekannt und auch zu Salaten wie Blattsalat und Kartoffelsalat und besonders zu Gurkensalat passt er vorzüglich. Eiergerichte wie Omelette, Spiegelei und gekochte Eier, Kartoffeln, Spätzle und Nudeln erhalten durch Dill eine besondere Note. Marinaden, Kräuterbutter, Frühlingsquark, Kräuteressig und -öl kommen selten ohne Dill aus. Auch Suppen wie Gemüse-, Kartoffel- und Fischsuppe und natürlich Dillsuppe können mit dem Kraut verfeinert werden und nicht zuletzt Kräuterbrot und Käsegebäck vertragen eine gute Portion Dill.

Sogar Getränke lassen sich mit dem frischen Dillkraut zaubern: für einen Trank, der die Müdigkeit vertreibt, mischt man Milch oder Tomatensaft mit etwas fein gehacktem Dill, Borretsch und Petersilie und trinkt diesen bevorzugt morgens nach dem Aufstehen.

Auch der Dillsamen findet in der Küche Verwendung. Mit ihm werden zum Beispiel Liköre und eingelegte Gurken aromatisiert.

Einkauf und Lagerung

Die Blätter sollten optimalerweise frisch geerntet und gegessen werden. Sie können aber auch im Schatten getrocknet und in luftdichten Gefäßen vor Licht geschützt aufbewahrt werden. Das frische Kraut ist allerdings vorzuziehen, da es getrocknet viel an seinem Aroma verliert. Zur Lagerung empfiehlt sich daher das Einfrieren oder Einsalzen. So kann der Dill zum Beispiel kleingehackt in Eiswürfelformen gefüllt und mit Wasser aufgegossen werden. Der frische Dill hält sich am besten im Kühlschrank. In einem Plastikbeutel kann er so bis zu 2 Wochen aufbewahrt werden.

Dillsamen werden geerntet, wenn sie reif sind und wie die getrockneten Blätter dunkel und luftdicht gelagert.

Dill in der Heilkunde

Früher verordneten die Kräutermediziner den Dill gegen zahlreiche Krankheiten und Symptome: gegen Übelkeit, Blähungen, Frauenleiden, Kopfschmerzen, bei Mundgeruch und Hundebissen. Sogar bei Opuimvergiftungen sollte er helfen.

Der  Botaniker und Mediziner Jacobus Theodorus Tabernaemontanus schreibt 1731 dazu: 'So einer des aufgetruckneten Monsaffts oder Opium geessen oder getrunken hätte/ der siede Dillsaamen in Meth/ und nehme ein Becher voll der gesottenen Brühen/ zertreib darinn 1. Loth oder zwey Sesamöle/ mit einem halben Loth Indianischen Salz/ und gebe es demselben zu trincken / und laß es ihne über eine viertel Stund wieder von sich brechen/ das benimmt dem Mohnsafft oder dem Opio seine Kälte/ gifftige Schädligkeit/ damit es den Menschen tödtet.'

Eine Dillabkochung wurde früher auch als Schlafmittel eingesetzt. Nach dem Volksglauben schützte Dill auf der Haut getragen außerdem gegen Zauberei.

Heutzutage wird der Dill in erster Linie aufgrund seiner appetit- und verdauungsanregend sowie seiner leicht harntreibende Wirkung geschätzt. Auch seine milchfördernde Eigenschaft ist noch heute in der Naturheilkunde bekannt. Zusätzlich soll Dill gegen Erbrechen und Schlaflosigkeit helfen. Sogar als Aphrodisiakum ist er im Gespräch.

Als Sitzbad hilft das Kraut gegen Gebärmutterkrämpfe und schmerzhafte Menstruation. Äußerlich kann es auch als warme Kompresse in Olivenöl gegen Geschwüre eingesetzt werden.

Dill

  • Rezept – Fischauflauf mit Dillsauce
    Herzhafter Fischauflauf mit Kartoffeln, Spinat, Karotten mit einer köstlichen Zitronen-Dillsauce verfeinert.
  • Rezept – Eingelegter Matjes in Dill
    Eine richtige Hausmacher-Mahlzeit: Rezept für Eingelegten Matjes in Dillmarinade, das man ohne Weiteres zuhause zubereiten kann. Man muss nur 2 Tage Geduld haben, bis der Matjes richtig durchgezogen ist.
  • Rezept – Gurkensalat mit Dill, Essig und Öl
    Ein Rezept für leichten Gurkensalat mit Dill-Dressing. Ganz ohne Sahne ohne Schmand, perfekt für die schlanke Linie geeignet. Als Salatbeilage zu Fleisch oder Fisch.

Quellen und Weiterführendes

  • Buss, Katharina; Der Nutzgarten im Blumentopf. Düsseldorf: ECON Taschenbuch Verlag GmbH, 1985.
  • Döring, Ilse: Kräutergarten und Gewürzküche. Otto Maier Verlag Ravensburg, 1982.
  • Gööck, Roland: Gewürze und Kräuter von A-Z. Frankfurt am Main: Fischer, 1974.
  • Grüning, Susanne: Die besten Rezepte der Kräuterhexen : Kräuter und Heilrezepte kompakt. Augsburg: Weltbild, 2004.
  • Handbuch der Heilpflanzen : über 200 Pflanzenmonographien. München: Bechtermünz Verlag, 2002.
  • Kräuter : mit mehr als 450 Heil- und Küchenkräutern. The Royal Horticultural Society. Köln: DuMont Buchverlag, 1998.
  • Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. München: Gräfe und Unzer, 2001.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Schunka, Antje: Raffiniert würzen leicht gemacht : die köstlichsten Kräuter und Gewürze. München: Gräfe und Unzer.

Weiterführende Links


Redaktion: Ilga Becker
Datum: 12.03.2010