Petersilie (Petroselinum crispum)

Glatte Petersilie

Petersilie (Petroselinum crispum), neben zahlreichen anderen Namen im Volksmund auch Peterlein oder Suppenwurzel genannt, ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Hierzulande gehört sie zu den bekanntesten Küchenkräutern und ist den meisten Menschen von Aussehen und Geschmack bekannt.

Die Herkunft der Petersilie schreibt man den östlichen Mittelmeerländern zu. Sie war schon in der Antike bekannt und galt bei den Griechen als heiliges Kraut, dem allerlei Zauberkräfte zugeschrieben wurden. So wurden bei sportlichen Wettkämpfen die Sieger mit Petersilienkränzen geschmückt.

Nach Mitteleuropa kam die Petersilie mit den Römern. Karl der Große ließ sie anbauen und Hildegard von Bingen beschrieb sie als Heilpflanze. Schon damals war ihre harntreibende Wirkung bekannt; man legte zerquetschte Petersilienblätter zur Kühlung auf Brandwunden und Insektenstiche. Nach einem Aberglauben hieß es auch, man könne sich Todfeinde vom Leib schaffen, indem man ein Sträußchen Petersilie pflückte und dabei den Namen des Feindes murmele.

Auch in der modernen Naturheilkunde nutzt man die Petersilie (als Kraut oder entsaftet), um zum Beispiel die Verdauung und die Nierentätigkeit anzuregen. Das Kraut wirkt zudem appetitanregend, fiebersenkend und blutreinigend. Auch äußerlich wendet man die Petersilie an. Aus zerquetschten Blättern kann ein antiseptischer Umschlag hergestellt werden, der bei Quetschungen, Verstauchungen, Insektenstichen und kleinen Wunden hilft.

Übrigens: nach dem Genuss von Knoblauch sorgt Petersilie wieder für einen frischen Atem.

Die Heilwirkung von Petersiliensamen ist umstritten; sie sollten niemals ohne ärztliche Anweisung genommen werden. Aufgrund der Giftigkeit wird meist grundsätzlich von ihrer Verwendung abgeraten.

Petersilie wächst in gemäßigtem Klima an sonnigen Standorten. Es gibt verschiedene Sorten des Krautes: glatte Petersilie, krause oder mooskrause Petersilie und Wurzelpetersilie oder Knollenpetersilie, von der man die verdickten Wurzeln verwendet.

Das Aroma der Pflanze wird durch das ätherische Öl, das Petersilienöl, hervorgerufen. Petersilie enthält viel Vitamin A, B1, B2, C und E sowie Folsäure und Mineralstoffe.

Petersilienblätter können geerntet werden, sobald die jungen Pflanzen kräftig genug sind. Sie halten sich frisch einige Tage im Kühlschrank.

Man verspeist und verarbeitet von der Pflanze die Stengel und gefiederten, krausen oder glatten Blätter als Würzkraut. Von der Wurzelpetersilie werden die Wurzeln verarbeitet. Achtung: die Samen der Petersilie sind giftig und dürfen nicht mitgegessen werden. Die Blätter sollten nicht mitgekocht werden, da sie sonst an Vitamine, Geschmack und Farbe einbüßen; die Wurzel muss mitgekocht werden und wird meist wie Schwarzwurzel verwendet.

Da sie in der Küche so vielseitig eingesetzt werden kann, ist die Petersilie fast eine Art Universalgewürz. Sie passt zu fast allen salzigen Gerichten und ist auch als Dekoration beliebt. Sie wird oft feingehackt über Gerichte gestreut und passt zu einer Vielzahl Speisen wie zum Beispiel zu Salaten, Quark, zu verschiedenen Suppen wie Fischsuppe und Tomatensuppe, zu Saucen, zu vielen Gemüsegerichten und Kartoffeln. Auch Fleischsaucen und -suppen lassen sich mit Petersilie verfeinern.
 
Wurzelpetersilie ist ein wichtiger Bestandteil des Suppengrüns (in Frankreich Bouquet garni).

Zum Abschluss ein Tipp aus Frankreich: Petersilie gewaschen, abgetupft und trocken samt Stengel in heißes Öl geben, kurz ausbacken lassen und heiß zu Fleisch- und Fischgerichten geben.

Die sogenannte chinesische oder japanische Petersilie kennt man übrigens als Koriandergrün.

Petersilie Bund
Glatte Petersilie
Krause Petersilie

Die Anwendung der Pflanze als Kraftspender und Aphrodisiakum ist sagenumwoben, andere Kräfte, wie die anregende Wirkung des Apiols auf die Gebärmutter, lassen sich heute chemisch nachweisen. Die Petersilie ist in der Küche vielfältig einsetzbar, fast jedes salzige Gericht verträgt sich mit ihr. Als eine der ältesten Kulturpflanzen hätte sie es heute verdient, einen Teil ihrer früheren Bedeutung wiederzuerlangen.



Quellen und Weiterführendes

  • Buchman, Dian Dincin. Medizin aus der Natur : Kräuter, die ältesten und modernsten Hausmittel. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.
  • Buss, Katharina; Der Nutzgarten im Blumentopf. Düsseldorf: ECON Taschenbuch Verlag GmbH, 1985.
  • Döring, Ilse: Kräutergarten und Gewürzküche. Otto Maier Verlag Ravensburg, 1982.
  • Fritzsche, Helga: Küchenkräuter selbst gezogen am Fenster, auf dem Balkon und im Garten. München: Gräfe und Unzer, 1984.
  • Gööck, Roland: Gewürze und Kräuter von A-Z. Frankfurt am Main: Fischer, 1974.
  • Handbuch der Heilpflanzen : über 200 Pflanzenmonographien. München: Bechtermünz Verlag, 2002.
  • Pahlow, Mannfried: Das große Buch der Heilpflanzen. München: Gräfe und Unzer, 2001.
  • Renaud, Victor: Gemüse und Kräuter von A bis Z. Stuttgart: Ulmer, 2007.
  • Schunka, Antje: Raffiniert würzen leicht gemacht : die köstlichsten Kräuter und Gewürze. München: Gräfe und Unzer.
  • Thauer, Brunhilde: Kräutergarten auf der Fensterbank. München: Wilhelm Heyne Verlag, 1983.

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